CD-Review: Shok Paris - Full Metal Jacket

Besetzung

Vic Hix - Gesang
Ken Erb - Gitarre
John Korzekwa - Gitarre
Ed Stephens - Bass
Donovan Kenaga - Schlagzeug

Tracklist

01. The Creed
02. Full Metal Jacket
03. Nature Of The Beast
04. Do Or Die
05. Metal On Metal
06. Brothers In Arms
07. Black Boots
08. Hell Day
09. Those Eyes
10. Fall From Grace
11. Symphony Of The Sea
12. Up The Hammers (Bonustrack)


Es wird ja gerne gewitzelt, wenn eine Band fünf bis zehn Jahre zwischen ihren Alben verstreichen lässt. Im Vergleich zu den U.S.-Metal-Urgesteinen SHOK PARIS ist das jedoch auch im extremsten Falle noch zügig, denn die ließen zwischen ihrem letzten Album „Concrete Killers“ und ihrem neuesten Output „Full Metal Jacket“ stolze 31 Jahre ins Land gehen. Klingt nach einer langen Zeit und ist es auch. Gut, eigentlich war die Truppe um Gitarrist Ken Erb und Frontmann Vic Hix genau sieben Jahre aktiv, ehe sie sich trennte und fand sich dann erst 2009 wieder zusammen. Man könnte also auch argumentieren, dass SHOK PARIS „nur“ elf Jahre nach ihrer Reunion mit einem neuen Studio-Output um die Ecke kommen. Das ist immer noch nicht schnell, aber was lange währt, wird oft am Ende gut …

Im Falle der hier auf dem Prüfstand befindlichen U.S.-Metal-Veteranen wird definitiv alles gut: Nachdem SHOK PARIS ihr eigentlich schon für 2010 geplantes Comeback-Album „Decharge Electrique“ sang- und klanglos in der der Schublade verschwinden ließen, legen die Burschen aus Ohio nun eine Platte vor, die selbst eine Wartezeit von 30 Jahren irgendwie rechtfertigt. Dass dabei keine großartigen Genre-Experimente zu erwarten sind, bedarf eigentlich keiner Erwähnung, dafür enthält „Full Metal Jacket“ aber wirklich sämtliche Elemente, die den Sound dieser Band ausmachen, im Überfluss.

SHOK PARIS fühlen sich auf „Full Metal Jacket“ zweifelsohne der Tradition verpflichtet, loten dabei aber jede Facette ihres eigenen Sounds aus. Zwar machen coole Uptempo-Nummern wie der Titeltrack, „Black Boots“ oder „Hell Day“ den Löwenanteil der Platte aus, doch es wird durchaus noch mehr geboten: „Metal On Metal“ punktet mit rockigem Groove, mit „Nature Of The Beast“ fährt die Truppe eine erhabene Stadionrock-Hymne auf und in „Brothers In Arms“ sowie „Symphony Of The Sea“ verneigen sich die Herren respektvoll vor Ufo und Michael Schenker. Kurz: SHOK PARIS präsentieren sich auf ihrem neuen Album überaus abwechslungsreich, weshalb die Platte trotz der amtlichen Spielzeit von über 50 Minuten zu keiner Zeit Längen aufweist.

Nun waren SHOK PARIS schon immer eine Gitarrenband und da Ur-Gitarrist Ken Erb auch für „Full Metal Jacket“ den Hauptteil des Songwritings gestemmt hat, stehen hier die Klampfen einmal mehr merklich im Vordergrund. Anders würde man es auch nicht haben wollen, denn so bekommt die Hörerschaft hier neben massenhaft edelsten Oldschool-Riffs auch ein Übermaß an majestätischen Twin-Gitarren sowie jede Menge bluesige Leads und Licks auf die Ohren. Selbstverständlich ist das alles entsprechend klischeebeladen und nicht nur bei SHOK PARIS in ähnlicher Form schon mal dagewesen, weil die Mannschaft aus Cleveland das Ganze aber mit ebenso viel Energie wie ansteckender Spielfreude rüberbringt, klingt das zu keiner Zeit antiquiert oder gar abgedroschen.

SHOK PARIS hätten kaum ein besseres Album aufnehmen können, um sich nach Jahrzehnten der Studio-Abstinenz zurückzumelden. Da die Truppe nach wie vor von Bandgründer Ken Erb sowie Ur-Frontmann Vic Hix und seiner sympathischen Reibeisen-Stimme angeführt wird, klingen die U.S.-Metal-Veteranen auch 30 Jahre nach „Concrete Killers“ noch authentisch nach sich selbst – und haben obendrein hörbar Spaß an der Sache. Leider fällt die Veröffentlichung von „Full Metal Jacket“ in den nach wie vor andauernden Corona-Lockdown. Sobald es wieder möglich ist, sollten SHOK PARIS aber dringen über eine Tour mit ihrem skandinavischen Kollegen Oz nachdenken, denn die haben ebenfalls gerade vorgemacht, wie man seinen klassischen Sound erfolgreich in die Gegenwart verfrachtet.

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Bewertung: 8 / 10

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