CD-Review: Sirenia - The Seventh Life Path

Besetzung

Ailyn – Gesang
Morten Veland – Gitarre, Gesang
Jan Erik Soltvedt – Gitarre
Jonathan A. Perez – Schlagzeug
Gastmusiker:
Joakim Næss – Gesang (Track 04)

Tracklist

01. Seti
02. Serpent
03. Once My Light
04. Elixir
05. Sons Of The North
06. Earendel
07. Concealed Disdain
08. Insania
09. Contemptuous Quitus
10. The Silver Eye
11. Tragedienne


Nach knapp zehn Jahren und vier eher gemischt wahrgenommenen Alben bei Nuclear Blast zog es SIRENIA-Mastermind Morten Veland für das neue Bandkapitel „The Seventh Life Path“ wieder zurück zu Napalm Records, wo die Band bereits ihre ersten zwei Alben veröffentlicht hatte. Wie der Titel schon vermuten lässt, handelt es sich hierbei um das siebente Werk der inzwischen international etablierten Gothic-Metal-Band, Hinweise darauf finden sich auch in dem überaus schön gestalteten Albumcover, auf dem an vielerlei Stellen die Zahl Sieben versteckt ist.

Den Anfang macht ein orchestrales Intro mitsamt Chorgesang. Noch nichts allzu Aufregendes, aber schön anzuhören. „Serpent“ lässt dann recht schnell erahnen, was die darauffolgende Stunde für den Hörer bereit hält: symphonischen und doch harten Gothic Metal mit mythologisch-sirenenhaft hohem Frauengesang, verfeinert durch verschieden hohe, eher heisere Growls. Der Track zeichnet sich durch einen mitreißenden, dynamischen Refrain aus und macht sogleich Lust auf mehr. „Once My Light“ klingt etwas depressiver und fällt vor allem durch die elektronisch anmutenden Synths auf, diesmal wird auf Growling komplett verzichtet. Das nachfolgende „Elixir“ ist die wohl packendste Nummer des Albums, hier besteht großes Ohrwurmpotential. In den Strophen durch stimmigen Gastgesang ergänzt, überzeugt der Song vor allem durch seinen energetischen Refrain und die gelungene Symbiose von Gitarren- und Synth-Melodien.
Inzwischen ist klar, dass SIRENIA auf ihrem siebenten Werk in erster Linie durch ihre Vielseitigkeit punkten. Praktisch jeder Track hat etwas, das ihn von den anderen abhebt, weshalb es auch nie langweilig wird. Sei es die elegante Walzerpassage in „Earendel“, die treibende Energie von „Insania“ oder das melodische Tremolo-Picking in „The Silver Eye“, all das und viel mehr sorgt für ein spannendes Hörerlebnis. Diesen verschiedenen Stilelementen wird immer genügend Raum geboten, denn die Songs sind zumeist über sechs Minuten lang. Der Frauengesang überwiegt gegenüber den Growls, das Verhältnis ist jedoch sehr songdienlich. Beides wird oft zwei- oder mehrstimmig eingesetzt, auch Backing Vocals und epische, jedoch nie peinlich klingende Chöre finden ihren passenden Platz in den Kompositionen.
Die Gitarren beschränken sich zum Teil auf die Rhythmusführung, warten aber doch immer wieder mit schönen Melodien und Soli auf und sorgen für die angemessene Dosis Härte, wenn auch auf nicht so elegante Art, wie es zum Rest der Musik passen würde. Das Schlagzeugspiel ist ebenso recht abwechslungsreich, es wird nicht selten auf Double-Bass zurückgegriffen. Weitgehend im Vordergrund steht aber die üppige Synthesizer-Orchestrierung, die in unterschiedlicher Weise angewendet und manchmal durch Pianoklänge ergänzt wird und somit den Großteil der majestätischen Atmosphäre ausmacht. Nichtsdestotrotz kommen auch die übrigen Instrumente gut zur Geltung. Die Texte sind recht depressiv und vergleichsweise simpel, fügen sich jedoch gut ins Gesamtbild ein. Erwähnenswert ist noch die Produktion, die im Hinblick auf die Erhabenheit der Musik etwas zu grob ausgefallen ist.

SIRENIA haben mit ihrem neuen Output ein wirklich schönes Kunstwerk mit minimalen Mängeln geschaffen, das auch die ewig-kritischen Fans ihrer älteren Alben vielleicht wieder ein Stück versöhnlicher stimmen kann, ohne dabei jedoch die bisherige Entwicklung zu verleugnen. Ein Paradebeispiel für symphonischen Gothic Metal, wie er klingen sollte.

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Bewertung: 8 / 10

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