CD-Review: Skálmöld - Börn Loka

Besetzung

Björgvin Sigurðsson – Gesang, Gitarre
Baldur Ragnarsson – Gitarre
Þráinn Árni Baldvinsson – Gitarre
Snæbjörn Ragnarsson – Bass
Jón Geir Jóhannsson – Schlagzeug
Gunnar Ben – Keyboards, Oboe

Tracklist

01. Óðinn
02. Sleipnir
03. Gleipnir
04. Fenrisúlfur
05. Hriminhrjóður
06. Miðgarðrsormur
07. Narfi
08. Hel
09. Váli
10. Loki


Was für ein Tempo – drei Jahre existieren SKÁLMÖLD nun, haben einen Plattenvertrag bei Napalm Records, mit dem Heidenfest getourt, auf dem Wacken Open Air gespielt und nun erscheint auch schon das zweite Album. Mit dem Debüt „Baldur“ konnten die Isländer durchaus einige vielversprechende Songs landen und sich Aufmerksamkeit verschaffen. Jetzt steht nach beachtlich kurzer Zeit schon „Börn Loka“ – die Kinder Lokis – ins Haus.

„Never change a winning team“, sagt der Engländer, und da man sich als Wikinger auf den britischen Inseln ein paar gute Dinge abgucken konnte, haben auch SKÁLMÖLD wenig verändert. Die Band ist noch vollständig und am Konzept wurde auch nicht gerüttelt. Songs in isländischer Zunge über die nordische Götter- und Sagenwelt, angefolkter Melodic Death Metal mit vereinzelten anspruchsvolleren Ausbrüchen – mal wird gekonnt-rotzig Bathory zitiert („Fenrisúlfur“), mal trifft eine Leadmelodie inklusive Wikingerchor so richtig ins Schwarze („Narfi“), mal singen Oboe und heisere Stimme ein melancholisches Duett („Hel“). „Börn Loka“ bietet auf über 50 Minuten Spielzeit einiges zu entdecken, die Songs sind durchaus abwechslungsreich. Das oder ähnliches gab’s alles auch schon auf „Baldur“.

Und auch schon auf dem Vorgänger fehlte das Meiste, was man positiv mit isländischem Metal verbindet. Nach wie vor klingen SKÁLMÖLD sehr bekannt-europäisch, wirkliche Charakteristika arbeitet der Sechser nur selten heraus („Miðgarðsormur“). Jüngst war zu lesen, dass die Band in ihrer Heimat durchaus Neuland betritt, weil dort kein Mensch über Óðinn und Co. singt. Doch im Vergleich mit kontinentalen Bands kommen die Isländer einfach zu spät.

Die altertümliche Sprache allein reißt es nicht raus, dass SKÁLMÖLD über weite Strecken einfach recht seicht dahin dudeln, ohne wirklich tiefe Spuren zu hinterlassen. Das, was die Band abliefert, ist durchweg gut bis sehr gut – aber wohl kaum gut genug, um beim Abklingen der Pagan Metal-Welle noch bestehen zu können.

Bewertung: 7 / 10

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