Das Cover von "All Lights On" von Smoking Snakes

Review Smoking Snakes – All Lights On

  • Label: Frontiers
  • Veröffentlicht: 2026
  • Spielart: Heavy Metal

Der Sleaze bzw. Glam Metal hat in Schweden Tradition: Neben HARDCORE SUPERSTAR sind vermutlich CRASHDIET die prominentesten Vertreter des Genres, aber auch dahinter gibt es unzählige Bands, die Vorbildern wie MÖTLEY CRÜE und BRITNY FOX nacheifern und dem klassischen Metal einen rotzigen Anstrich verpassen. So auch die aus Göteborg stammenden SMOKING SNAKES, die sich bereits zum Karrierestart einen Vertrag mit Frontiers Music sichern konnten und 2024 mit ihrem ersten Album „Danger Zone“ debütierten. Inzwischen wurden zwei von vier Positionen in der Band neu besetzt und die Truppe meldet sich mit „All Lights On“ zurück.

Trotz runderneuerter Besetzung hat sich am Stil der SMOKING SNAKES nicht viel geändert. Nach einem ganz niedlichen Hörspiel-Intro eröffnet „Don`t Touch“ die Platte mit typisch skandinavischem Glam Metal im Fahrwasser von Bands wie eben CRASHDIET oder härteren HARDCORE SUPERSTAR – ganz ähnlich verhält es sich in Nummern wie „Last Man Standing“ und „Pleasure And Pain“. Nach eigener Aussage sind die Schweden auch von den Genre-Vorreitern W.A.S.P. inspiriert, was sich auf „All Lights On“ vor allem im Gesang, aber auch in bombastischeren Stücken wie „All I Need“ oder „Broken Heart“ bemerkbar macht.

Nun hatte die Truppe ja schon auf ihrem Debüt verstanden, wie authentischer Glam Rock bzw. Metal funtktioniert, weshalb es kaum überraschend ist, dass ihr Rezept auch auf dieser Platte durchweg aufgeht. Die Songs auf „All Lights On“ haben allesamt Stadionformat, das Songwriting ist stimmig und in Titeln wie „Trick Or Treat“, „Screaming For More“ und „Nasty And Wild“ fahren die Göteborger richtig starke Riffs auf. Auch kann man der Mannschaft zunehmende Reife attestieren, denn während SMOKING SNAKES noch nie an Authentizität mangelte, treten sich doch in Tracks wie „Turn On The Lights“ noch selbstbewusster auf und eine ruhigere Nummer wie „Look In Your Eyes“ wäre noch vor zwei Jahren undenkbar gewesen.

Prinzipiell ist bei den Schweden also nach wie vor alles im Grünen Bereich – stimmige Songs, knackige Riffs und coole, songdienliche Leads. Allerdings schaffen es SMOKING SNAKES auch mit „All Lights On“ noch nicht, sich von anderen Bands ihrer Sparte abzuheben. Alles, was die Formation bietet, gibt es genauso bei CRASHDIET, SISTER oder TOXICROSE. Nun ist Glam Metal generell keine sehr individuelle Spielart, weshalb das die Leistung der Truppe gar nicht schmälern soll, aber das Genre ist dicht bevölkert und SMOKING SNAKES dürften Mühe haben, sich aus der Masse hervorzutun. Schwerer wiegt ohnehin die leise, dünne und unaufgeräumte Produktion des Albums, denn derart gelungene Songs haben besseren Sound verdient.

Wer „Danger Zone“ mochte, wird auch an „All Lights On“ seine helle Freude haben. SMOKING SNAKES sind sich in jeder Hinsicht treu geblieben und zeigen auf ihrem zweiten Album gleichzeitig genug Entwicklung, um nicht auf der Stelle zu treten. Dass sie sich dabei kaum von der Konkurrenz abheben – geschenkt! Das tun die meisten anderen Bands der Sparte auch nicht und ihre Musik macht trotzdem Spaß. Wenn die Schweden bei ihrem dritten Anlauf noch den unterirdischen Sound hinter sich lassen, sollte der Weg in die Oberliga frei sein.

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Wertung: 7 / 10

Thomas Meyns

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