Review Static-X – Shadow Zone

Mit einem neuen Drummer hat sich die wohl bekannteste Steckdosenfrisur samt Band ins Studio begeben, um mit „Shadow Zone“ das insgesamt dritte Static-X Album einzuspielen (nach „Wisconsin Death Trip“ und „Machine“).Schon im Vorfeld vor der Veröffentlichung dieses Albums hatte man schon so einiges in den einschlägigen Magazinen gelesen. Von Weiterentwicklung, mehr Melodien und richtigem Gesang war die Rede. Als ich dies so gelesen hatte, dachte ich mir nur „Oh Gott, ob das mal gut geht“. Trotzdem musste ich mir dieses Album einfach zulegen. Und meine Befürchtungen sollten sich als falsch erweisen. Denn das Album rockt richtig.

Doch nun zu den einzelnen Liedern:Beim Opener „Destroy All“ begrüssen einem zuerst die Gitarre und das Schlagzeug, die locker daherkommen. Doch nach nur kurzer Zeit steigt der Rest mit ein, und diese erste Riff Wand presst einen ersteinmal nieder (so gewaltig ist der Sound). Unterlegt wird der fette Riff von kleineren Samples, die aber keineswegs stören, sondern das ganze sogar eher verfeinern. Die Strophen donnern dann wie gewohnt mit dem typischen Gesang von Wayne auf einem ein. Das groovt schon einmal mächtig. Und im Refrain schreit dann Wayne wieder in alt gewohnter Manier. Insgesamt ein richtig harter und fetter Opener, der einem schonmal richtig Lust auf mehr macht.Ohne grosse Verschnaufspause geht es gleich mit „Control It“ weiter. Verzerrte Gitarren eröffnen den Song. Die Strophen grooven wieder richtig. Und im Refrain entwickelt sich der Song in einem wunderbaren Mitgrölsong, der live bestimmt sehr gut rüberkommen wird.
Nachdem die ersten beiden Lieder auch problemlos auf eines der ersten beiden Static-X Alben gepasst hätten, spürt man an „New Pain“ die angekündigte Weiterentwicklung der Band. Fast schon zurückhaltend begleiten die Gitarren Waynes Gesang (!). Man muss sich zwar erst darauf einlassen, aber danach kann man richtig schön „mitschunkeln“. Doch im Refrain wird man wieder aus den Träumen zurückgerissen. Denn dort findet sich wieder ein harter Kreischgesang wieder, der von tieferen Grunzen (fast schon wie im Death Metal) begleitet wird. Ein von vorne bis hinter sauber ausgearbeiteter Song, der von der Struktur deutlich abwechslungsreicher ist, als die ersten beiden Songs.
Danach steht auch schon gleich der Titeltrack in den Startlöchern. Und der soll sich als richtiger Hit entpuppen. Die Strophen grooven wieder mit dem gewohnten Gesangsstil von Wayne daher, doch der Refrain entpuppt sich als richtiger Ohrwurm, der zeigt, dass in Waynes Stimme wirklich mehr steckt. Für mich eine der Überraschungen dieses Albums, und mein persönlicher Geheimtipp, für diejenigen, denen Static-X sonst immer zu hart und direkt waren.Bei „Dead World“ hat man es dann aber wieder mit gewohntem Static-X Sound zu tun. Die Strophen donnern richtig, und im Refrain wird man praktisch dazu gezwungen „Dead World“ mitzuschreihen. Kein besonders hervorzuhebener Song, aber dennoch ein guter Song.
Bei „Monster“ wird man mit einem kurzen Intro begrüsst, welches wohl aus einem Horrorfilm stammt. In diesem Song packen Static-X dann endlich auch mal den altbekannten Presslufthammer aus, und donnern uns diesen Song mit einem hohen Tempo nur so um die Ohren. Der Song weiss zu gefallen, auch wenn er nur schwer in den Köpfen hängen bleiben wird.Jetzt folgt mit „The Only“ die erste Singleauskopplung aus „Shadow Zone“. Dieser Song ist genauso wie der Titeltrack zwar gewöhnungsbedürftig, da es in den Strophen und auch im Refrain eher ruhiger angeht. Doch dies macht diesen Song keinesfalls schlechter. Auch hier handelt es sich um einen Ohrwurm, der möglicherweise Hitpotential besitzt.
Genug mit Ruhe, dachten sich hier die Bandmitglieder wohl, und wuchten uns den Song „Kill Your Idols“ um die Ohren. Hier wird wieder Static-X Stoff der alten Tage präsentiert. Tief groovend kommen die Strophen daher, und im Refrain stehen neben dem Kreischgesang vor allem die Gitarren im Vordergrund. Auch dieser Song dürfte live sehr gut ankommen.Mit elektronischen Klängen wird man dann bei „All In Wait“ begrüsst, die in einem schnellen Gitarrenriff übergehen. Die Strophen fallen hier wieder um einiges langsamer und melodiöser aus. Auch im Refrain hält sich dieser Song vornehm zurück. Fast schon ein Chill Out Lied für Static-X Verhältnisse. Doch nach mehrmaligem Hören rockt auch dieser Song auf seine eigene Art und Weise. Bei „Otsegolectric“ wird uns nochmal ein schnelles Stück geboten. Herrlich kreischt Wayne im Refrain ins Mikro und der Rest der Band fügt sich wunderbar in den Song mit ein.

Danach erwartet einem der Song „So“. Dies ist wohl der bisher gewagteste und ruhigste Song der Band. „So“ hat schon fast Balladencharakter, ohne aber zu kitschig zu werden. Zu Beginn ist eine ruhige Atmosphäre zu finden mit ruhigen Gitarren und ein wenig lockerem Schlagzeug. In den Strophen meint man tatsächlich Akustikgitarren zu hören. Der Refrain faltet sich dann breit aus, und überwältigt einem, um sich danach wieder in die ruhige Strophe zurückzuziehen. Sehr gewöhnungsbedürftig, aber wenn man sich darauf einlässt, ein richtig schöner Song.Jetzt folgt mit „Transmission“ ein knapp anderthalb minütiges Instrumental Stück, welches auch ohne Gesang schön vor sich hin rockt. Dennoch bleib ich bei meiner Meinung, dass mir Instrumentale einfach nicht so gefallen wollen.Mit „Invincible“ steht nun der letzte Song der Platte auf dem Programm. Keyboards und Schlagzeug machen den Anfang und nur ganz langsam kommt der Rest dazu. Für mich ist dies der schlechteste Song auf dieser CD, da er bei mir den Anschein erweckt, sehr langatmig zu sein. Nur ganz langsam baut sich etwas in den Strophen auf, welches dann im Refrain wieder abfällt.

Insgesamt gesehen ist „Shadow Zone“ trotzdem ein richtig gutes Album. Die Weiterentwirklung steht der Band wirklich gut zu Gesicht. Das Album steht als eine Einheit, in der kein Song sonderlich heraussticht, aber auch keiner negativ herausfällt. Alles passt wunderbar zusammen und es gibt eigentlich keine richtigen Ausfälle. Mit „Destroy All“, „Control It“ und „Kill Your Idols“ hat man altbekanntes Static-X Material, und für mögliche Neueinsteiger hat man mit „Shadow Zone“ und „The Only“ zwei wahre Ohrwürmer.

Es gibt zusätzlich zu der normalen CD Version noch eine Digi Version mit einer Bonus DVD, die knapp 35 Minuten Material zur Band bietet (Von der Geschichte der Band, über Fanfragen bis hin zu Liveaufnahmen ist vieles geboten). Man muss allerdings gut englisch können, da alles auf englisch ist, und es zudem keine Untertitel gibt. Noch ein Negativpunkt an der DVD ist, dass man zwar Livebilder der Band hat, doch der Sound ist nicht live. Da handelt es sich einfach um die Studioversionen der jeweiligen Lieder. Trotzdem ist die DVD durchaus sehenswert.

Insgesamt werde ich dem Album 9 Punkte geben, da es sehr abwechslungsreich ist, und meiner Meinung nach bis auf den letzten Song nur wirklich gute und ausgereifte Songs hat. Trotzdem hoffe ich, dass Static-X es mit dem nächsten Album schaffen werden, noch ein Stück ausgereifter und verfeinerter klingen zu können.

(Dismembered)

Wertung: 9 / 10

Geschrieben am 5. April 2013 von Metal1.info

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert