CD-Review: Sterbhaus - Angels For Breakfast...And God For Lunch

  • Veröffentlichung: 2012
  • Label: Eigenproduktion
Besetzung

Marcus Hammarström – Gesang, Bass
Jimmy Ahovalli – Gitarre
Simon Olovsson – Gitarre
Viktor Bingselius – Schlagzeug

Tracklist

01. Insecticide
02. Ripping The Pope
03. Absolutely Do Not Die!
04. The Great Dreamsmasher Of Conformity
05. Tell Them I Hate Them
06. Retardival
07. Captain Bible In The Dome Of The Dead
08. Faceplant Armageddon
09. Frogboiler
10. Deathwizz
11. Project S.A.T.A.N.
12. Ministry


(Thrash Metal / Black Metal / Melodic Death Metal) Nicht etwa aus unseren Breitengraden, wie man aufgrund des Bandnamens vermuten könnte, sondern aus Schweden kommen die vier Jungs von STERBHAUS. Ein paar Jahre ist das Quartett bereits unterwegs und legt nun nach dem Debüt „Hits For Dead Kids“ erneut in Eigenregie den Nachfolger „Angels For Breakfast…And God For Lunch“ vor.
Wie sich bereits andeutet und bei der Lektüre von so manchem Songtitel weiter manifestiert, haben die Herren den einen oder anderen Clown gefrühstückt und gehen zum Lachen nicht in den Keller. Wer nun aber lustigen Li-La-Launebär-Metal der Marke J.B.O. erwartet, kriegt mit dem Opener „Insecticide“ erst mal ordentlich vors Schienbein getreten, denn der Track ist nur einer von zwölf ziemlich brachial gestalteten Knallern, die im Folgenden näher unter die Lupe genommen werden.

„Blackened Thrash Metal“ mit Death-Einflüssen haben sich STERBHAUS auf die Fahnen geschrieben, im Endeffekt könnte man es aber auch thrashigen Death Metal mit schwarzmetallischen Anleihen oder deathigen Black Metal mit Thrash-Note nennen. Kurzum und zum Mitschreiben für alle Schubladenfanatiker: Die Skandinavier profitieren davon und nutzen es aus, dass die stilistischen Grenzen zwischen den extremen Metal-Spielarten des Öfteren doch fließend sind. Dementsprechend kommt stellenweise der Thrash-Anstrich in den Vordergrund – etwa durch den charakteristischen Uptempo-Beat und das zackige Riffing. Andernorts gewinnt dann die recht dominante Black-Metal-Ausrichtung die Oberhand – zum Beispiel durch frostig-klirrende Gitarrenleads sowie die an Nattefrost und Dani Filth erinnernden, keifenden Vocals. Die Portion Todesblei, die „Angels For Breakfast…“ beigemischt wurde, ist wohl der Herkunft der Herren verschuldet, denn nicht selten klingt hier der Sound von Göteborger Melodeath durch.

Die Song-Strukturen auf der Platte reichen dabei von geradlinig über interessant bis hin zu unübersichtlich… oder sollte man es progressiv nennen? Auf jeden Fall schroten sich STERBHAUS nicht orientierungslos durch die Songs, sondern überzeugen durch flinke Hände an den Drumsticks und den Saiten, mit denen sie allerdings nicht nur schnell, sondern auch äußerst abwechslungsreich in Tempo und Stil zu Werke gehen. Von akustischem Geplätscher über schleppende, groovende Stampf-Passagen bis hin zu knallenden Doublebass-Attacken und Blastbeats zieht das Album so ziemlich alle Geschwindigkeits- und Härtegradsregister. Im Weiteren kommt die humoristische Ader der Gruppe auch in einigen Songs zum akustischen Vorschein – ein mediterraner Folkpart mitten im Doom-Bolzen „Retardival“, eine Redneck-Country-Einlage im Uptempo-Stürmer „Frogboiler“, ein jazziges Swing-Zwischenspiel im variablen „Deathwizz“ – STERBHAUS finden offenbar Gefallen daran, den Hörer zu überraschen.

Was als Gesamtbild hängen bleibt, ist ein gutes Stück Extreme Metal, das instrumental und gesangstechnisch zu gefallen weiß und stilistisch vielseitig ausgefallen ist. Langeweile wird dadurch weitgehend vermieden. Während man sich mit einer so variablen Ausrichtung auch mächtig zwischen die Stühle setzen kann, haben es STERBHAUS auf „Angels For Breakfast…And God For Lunch“ geschafft, ihren ganz eigenen Genre-Mix zu erschaffen und dadurch Wiedererkennungswert zu gewinnen. Wenn der Vierer jetzt noch etwas mehr Wert auf Eingängigkeit legt, damit sich die Songs stärker voneinander abheben, dürfte der verdiente Durchbruch ein Stück näher kommen.

Bewertung: 8 / 10

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