CD-Review: Steve Hackett - Metamorpheus

Besetzung

Steve Hackett – Akustikgitarre
Lucy Wilkins – Violine
Christine Townsend – Violine, Viola
Richard Stewart – Cello
Sarah Wilson – Cello
Dick Driver – Double Bass
John Hackett – Flöte, Piccoloflöte
Colin Clague – Trompete
Richard Kennedy – French Horn

Tracklist

01. The Pool Of Memory And The Pool Of Forgetfulness
02. To Earth Like Rain
03. Song To Nature
04. One Real Flower
05. The Dancing Ground
06. That Vast Life
07. Eurydice Taken
08. Charon's Call
09. Cerberus At Peace
10. Under The World – Orpheus Looks Back
11. The Broken Lyre
12. Severance
13. Elegy
14. Return To The Realm Of Eternal Renewal
15. Lyra


Manchmal ist es nicht ganz so einfach einem Album gerecht zu werden – erst recht dann nicht, wenn es von jemandem wie Steve Hackett, seines Zeichens Gitarrist bei Genesis während der glorreichen 70er Jahre, kommt. Denn zunächst steht er im Schatten von Genesis. Und dann auch im Schatten seiner zahlreichen eigenen Alben. „Metamorpheus“ bietet eben nicht schönen Progrock wie noch auf seiner letzten Veröffentlichung „To Watch Storms“. Hier herrscht eine rein akustische, instrumentale Stimmung vor. Hackett versucht sich als Komponist für klassische Gitarre und ergänzt diese um ein Kammerorchester, dem „Underworld Orchestra“, welches er selbst zusammenstellte. Für diejenigen, die die Solokarriere von Hackett jedoch beständig verfolgt haben, dürfte eine solche musikalische Umorientierung nicht allzu neu sein. „Metamorpheus“ ist schon sein fünftes Werk in dieser Stilrichtung, in der er 1997 mit „A Midsummer Night’s Dream“ große Erfolge verzeichnen konnte. Damals stieg er in die englischen Klassik-Top 10 ein.

Und so will ich es mir als Schreiberling für ein Rockmagazin auch nicht herausnehmen, „Metamorpheus“, insbesondere in der Komposition, qualitativ zu bewerten. Die spieltechnische Qualität ist, ebenso wie die Produktion und das schlichte, aber stilvolle Artwork über jeden Zweifel erhaben. Hackett gehört sicherlich zu den wenigen Gitarristen, die einen unverwechselbaren, eigenen Stil haben. Melodien irgendwo zwischen tiefer Melancholie, aber auch großer Hoffnung geben sich die Hand mit teils romantischen, teils bombastischen Passagen, um die Geschichte der Liebe zwischen Orpheus und Eurydike zu erzählen.

Vielmehr stellt sich die Frage, ob Steve Hackett damit den Großteil seiner Fans zufrieden stellen wird – trotz der Erfolge mit klassischen Werken, sehe ich seine Basis immer noch im Progressive Rock. Viele Rockmusikhörer werden das hier vorliegende Material schlicht und ergreifend als gute Einschlafhilfe und belanglos empfinden. Klassikhörer hingegen mögen Hackett bewundern. Es liegt nun am Leser, zu entscheiden, zu welcher Gruppe er sich zählen möchte.

Keine Wertung

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