Review Sun Of The Dying – A Throne Of Ashes

  • Label: AOP (Art Of Propaganda)
  • Veröffentlicht: 2025
  • Spielart: Doom Metal

Der Doom-Death-Metal hatte es zuletzt nicht ganz leicht. Erst kürzlich trennten sich MY DYING BRIDE von ihrem Sänger Aaron Stainthorpe (wir berichteten). Auch musikalisch ist aktuell nicht viel los im Bereich der schleichenden Melancholie. SWALLOW THE SUN versuchten im letzten Jahr mit „Shining“ den Sprung in die Moderne – mit mäßigem Erfolg. Währenddessen brauchen die großartigen DRACONIAN gefühlt zweimal eine Midlife-Crisis von einem zum nächsten Album.

Da ist es doch sehr erfreulich, sich hin und wieder mit etwas „jüngeren“ Bands des Genres zu befassen – zumindest, wenn man nach der Diskografie geht. Die Spanier von SUN OF THE DYING sind so ein Beispiel. 2013 gegründet, hat die Formation zwei Alben veröffentlicht. Geschlagene sechs Jahre nach „The Earth Is Silent“ schickt die Band nun ihr neues Album „A Throne Of Ashes“ in die große weite Welt der melancholischen Gemüter.

Das Album startet direkt mit drei großartigen Songs. Der Opener „Martyrs“ überzeugt mit seinem unheilvollen Einstieg, der sich schnell mit so markant tiefer wie sanfter Melancholie verbindet. Zarte Melodien in der Strophe wechseln mit einem kraftvollen Refrain. Das anschließende „Black Birds Beneath Your Sky“ erinnert mit seinem stampfenden Riffing und dem Wechselspiel aus Growls und Klargesang sehr stark an das frühe Schaffen von SWALLOW THE SUN. Apropos Klargesang: Die Stimme von Antinoë setzt in ihrer Zerbrechlichkeit auf „With Wings Aflame“ eine ebenso stimmige Atmosphäre wie die aufgebotenen Twin-Leads.

Im Allgemeinen kann man sagen, dass SUN OF THE DYING sehr genau wissen, wie sie ihren Sound nah an dessen großen Vertretern und dennoch eigenständig halten. Die düstere Erhabenheit, die „The Greatest Of Winters“ ausstrahlt, erinnert im besten Sinne an NOVEMBERS DOOM, und trotzdem fällt es den Spaniern nicht schwer klarzumachen, wofür sie selbst stehen. Denn nicht nur schafft es die Band, kleine kreative Nuancen wie eine Hammond-Orgel sinnstiftend in ihren Sound zu integrieren, auch die eingewobene Orchestration wirkt nie pathetisch, überladen oder fehl am Platz.

Am deutlichsten wird das bei „Of Absence“ – dem Schlusstrack von „A Throne Of Ashes“. Ein sanftes Klavier leitet diesen Titel ein und vermittelt sofort eine unglaubliche Schönheit und Schwermut, die unmittelbar in starke Lead-Melodien und treibendes Drumming übersetzt wird. Während die Strophe in typischer, schleppender Doom-Death-Manier daherkommt, stellt sich der Refrain dem mit viel Gefühl für Epik und Atmosphäre entgegen und kulminiert in einem hochmelodischen Finale.

SUN OF THE DYING haben mit „A Throne Of Ashes“ nicht das Rad neu erfunden. Aber sie haben sich mit ihrem neuen Album gegenüber „The Earth Is Silent“ klar behauptet. Auch wenn die Band mit ihrem Drittling ergreifende Melodien, brachiale Wucht und variablen Gesang in dynamisch spannenden Songs verbindet – ob sie mit dieser Rezeptur die Veteranen ihres Genres künftig nicht nur ehren, sondern vielleicht sogar übertreffen können, hat „A Throne Of Ashes“ nicht beantwortet.

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Wertung: 7 / 10

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