CD-Review: Swedish Death Candy - Are You Nervous?

  • Veröffentlichung: 2019
  • Label: Hassle
  • Spielart: Rock
Besetzung

Louis Perry - Gesang, Gitarre
Francesco Codardo - Gitarre, Gesang
Jiwoon Whang - Bass, Gesang
Marco Ninni - Schlagzeug

Tracklist

01. Interstellar Love Machine
02. Modern Child
03. A Date With Caligula
04. Always
05. Green
06. Space Holiday
07. Mother (Earth)
08. Slowly
09. Journey To The 13th Floor
10. Charismatic Authority
11. The Scream


Knapp zwei Jahre nach ihrem selbstbetitelten Debüt kehren die Psychedelic-Rocker SWEDISH DEATH CANDY mit dem zweiten Studioalbum „Are You Nervous?“ zurück. Als Einflüsse werden Black Sabbath, Queens Of The Stone Age, Can, The Beatles und Oasis genannt. Ein breites Spektrum also, dem man schlussendlich erst einmal gerecht werden muss. Vorab sei verraten, dass das Quartett diesen Spagat sehr gut absolvieren kann, wenn auch nicht alle Referenzen gleichermaßen zum Tragen kommen.

Der Opener „Interstellar Love Machine“ bietet wabernde Gitarren und einen über allen Dingen schwebenden Gesang, mit dem die Briten stark an die Landsleute Amplifier erinnern und somit einen wirklich starken Einstieg umsetzen konnten. Natürlich wäre es zu eintönig, bei diesem Stil zu bleiben, wie auch schon das Debüt unter Beweis stellte. Somit liefern SWEDISH DEATH CANDY in der Folge einige interessante und abwechslungsreiche Ansätze.

„Modern Child“ bekommt unerwartet funkige Licks spendiert, „A Date With Caligula“ schielt weit in den Indie-Rock-Sektor und „Always“ überrascht eingangs mit Synthesizer-Klängen im Stil der 80er Jahre. Produktionstechnisch kann man definitiv ein großes Plus vermerken, da wurde auf „Are You Nervous?“ ganze Arbeit geleistet. Die Gitarren sind entsprechend druckvoll oder melodiös, das Schlagzeug bildet ein solides und abwechslungsreiches Konstrukt und die Vocals schweben über dem Geschehen, sind aber trotzdem Teil des großen Ganzen.

Gerade von dieser Homogenität und der nahezu perfekten Abstimmung untereinander lebt „Are You Nervous?“ in weiten Teilen, aber auch von der Experimentierfreudigkeit, die immer wieder neue Facetten hervorbringt. „Space Holiday“ ist ein geradezu liebliches Stück Musik im Stil von Pink Floyd mit herausragendem Gitarrensolo, während „Journey To The 13th Floor“ in seinen knapp acht Minuten ein wahres Feuerwerk aus flotten Punk-Parts bis zu schleppenden Riffwänden abfeuert.

Geradezu jedes Stück wartet mit einer kleinen Überraschung auf, die das Gesamtbild trotz ähnlichen Stils deutlich auflockert und so haben sich SWEDISH DEATH CANDY im Vergleich zu ihrem Debüt mit „Are You Nervous?“ nochmal deutlich gesteigert. Die Einflüsse und Vorbilder scheinen zwar noch durch, sind aber nicht mehr omnipräsent und lassen somit Raum für einen eigenen Stil. Und dieser kann zwischen den Elementen aus Psychedelic Rock, Stoner Rock und Doom Metal zunehmend überzeugen. Für Fans ehrlicher Rockmusik mit einigen Spielereien definitiv zu empfehlen.

Bewertung: 7.5 / 10

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