DVD-Review: Sylvan - Posthumous Silence - The Show (DVD)

Besetzung

Marco Glühmann – Gesang
Jan Petersen – Gitarre
Volker Söhl – Keyboards
Sebastian Harnack – Bass
Matthias Harder – Schlagzeug

Gastmusiker:
Guido Bungenstock -Gitarre
Stefanie Richter - Cello
Stepahnie Hundertmark, Petra Schechter, Miriam Schell - Chor

Tracklist

01. Eternity Ends
02. Bequest Of Tears
03. In Chains
04. Bitter Symphony
05. Pane Of Truth
06. No Earthly Reason
07. Forgotten Virtue
08. The Colors Changed
09. A Sad Sympathy
10. Questions
11. Answer To Life
12. Message From The Past
13. The Last Embrace
14. A Kind Of Eden
15. Posthumous Silence

Bonusmaterial:
- Artificial Paradise
- In The Studio 2005-2006
- 34 Days
- Slide Show
- Audio Commentary
- Interviews


SYLVANs opulentes Konzeptwerk „Posthumous Silence“ verlangt nur so nach einer aufwendigen Bühnenproduktion. Das dachten sich die Hamburger Artrocker wohl auch, denn im September 2007 scheuten sie keine Kosten und Mühen, um ihr bis dato aufwendigstes Album einmal mehr als gelungen aufzuführen.

Passend zum zehnten Bandgeburtstag kredenzen die fünf Jungs uns eine äußerst professionell produzierte DVD, die eben jenen pompösen Konzertabend in der Heimatstadt von Sänger Marco Glühmann & Co. bereithält. Und was bleibt mir anders übrig als zu attestieren: Die „Do-It-Youself“-Weltmeister haben einmal mehr ganze Arbeit geleistet.

Das beginnt bereits beim stilvollen, ein wenig an das uralte „Point-And-Click“-Adventure „Myst“ angelehnten Menü und setzt sich bei dem eigentlichen Konzertmitschnitt und dem umfangreichen Bonusmaterial fort: Zu hören gibt es also das komplette, fünfzehn Tracks umfassende „Posthumous Silence“ in bestechender Bild- und Tonqualität. Soundfreaks wird es freuen, dass ein äußerst gelungener Dolby Digital 5.1.-Mix an Bord ist. Die Show an sich weiß mit liebevollen Details und einer aufwendigen Lightshow, sowie atmosphärischen Filmprojektionen zu begeistern, die genau auf die Musik abgestimmt sind. Besonders intelligent gelöst: Die Projektionen werden zu Beginn des Gigs auf einen durchsichtigen Vorhang geworfen, auf dem sie problemlos zu erkennen sind, der aber gleichzeitig nicht den Blick auf die Musiker dahinter verwehrt. Da hat sich jemand richtig Gedanken über das Bühnendesign gemacht. Klasse!

Musikalisch bewegen sich die Jungs sehr sicher und liefern gewohnt gute Qualität ab – und das, obwohl erst kurz vor der DVD-Aufnahme der neue Gitarrist Jan Petersen zu der Band gestoßen ist, der Mitgründer Kay Söhl ersetzt. Außerdem hat die Band speziell für diesen Auftritt einen zweiten Gitarristen, eine Cellistin und einen dreiköpfigen Backgroundchor engagiert. Hier wurde nicht dem Zufall überlassen. Das Ergebnis ist schlichtweg beeindruckend professionell. Spontan kommt die Show allerdings nicht rüber, schließlich verzichtet Sänger Marco Glühmann zugusten der Konzeptatmosphäre auf Ansagen. Die Band spielt die gut 80-minütige Platte an einem Stück.

Auch das Bonusmaterial weiß zu überzeugen: Allem voran die Aufführung des 20-minütigen Longtracks „Artificial Paradise“ – auf dem gleichen Konzert aufgenommen – sorgt für Gänsehautatmosphäre. Schlichtweg einer der besten Tracks der Jungs! Außerdem beinhaltet die DVD eine ausführliche, sehr persönliche und spaßige Dokumentation zu den Studioarbeiten an den letzten beiden Platten „Presets“ und „Posthumous Silence“, sowie mit „34 Days“ eine Zusammenfassung der Vorbereitungen für die DVD-Show, spannennd im Stil der Serie „24“ gehalten. Sehr gelungen! Außerdem gibt es Interviews mit der Band, einen Audiokommentar und die obligatorische Slideshow. Alles in allem noch einmal 96 Minuten Material.

Fazit: Die erste SYLVAN-DVD ist ein absolutes Muss für alle Fans und New Artrock-Anhänger! Sie beweist eindrucksvoll, dass auch mit einem verhältnismäßig kleinen Budget phantastische Ergebnisse erziehlt werden können, wenn sich die Beteiligten nur genug reinhängen und mit dem Projekt identifizieren. Insofern ist „Posthumous Silence – The Show“ soetwas wie eine Blaupause für eine gelungene Prog-DVD. Einziger bitterer Beigeschmack: Das komplette Konzert, mitsamt der restlichen an diesem Abend dargebotenen Songs, gibt es leider nur auf der dazugehörigen, extra erhältlichen Doppel-Live-CD „Leaving Backstage“. Fans werden sich hier eventuell auf die Füße getreten fühlen, denn um alle Tracks zu bekommen, müssen sie sowohl die DVD, als auch die CDs kaufen. Schade!

Ansonsten gilt: Meisterhaft!

Bewertung: 9 / 10

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