Review Testament – Live At The Fillmore (Re-Release)

  • Label: Prosthetic
  • Veröffentlicht: 2011
  • Spielart: Thrash Metal

TESTAMENT gehören zur den ältesten und bekanntesten Thrash Metal-Bands überhaupt, haben im Laufe ihrer Karriere neun Studioalben und unzählige Eps, Singles und Livemitschnitte veröffentlicht. Einer davon wurde 1995 in San Francisco im Fillmore West aufgezeichnet – und das passte wie die Faust aufs Auge, weil das Musiktheater, von dem es einen weiteren Ableger in New York City gibt, schon damals als legendäre Location galt und diesen Ruf auch heute noch hat.

„Live At The Fillmore“ wurde noch im Jahr der Aufzeichnung veröffentlicht und verkaufte sich wie kein Live-Album der US-Thrasher zuvor, die logische Konsequenz war, dass die Scheibe schon bald als vergriffen galt und vorerst auch nicht mehr gepresst wurde. Prosthetic Records haben in letzter Zeit schon einige TESTAMENT-Klassiker wie die beiden Studioalben „Demonic“ und „The Gathering“ aus den späten ’90ern und die Vintage-Scheibe „Live At Eindhoven“ (1987) wiederveröffentlicht – und nun glücklicherweise auch „Live At The Fillmore“. Im Gegensatz zu vielen anderen Wiederveröffentlichungen hat dieses Livezeugnis nicht nur eine Daseinsberechtigung, sondern gilt vielen zurecht als ein Stück musikalische Zeitgeschichte.
Den Opener macht dann auch direkt einer der TESTAMENT-Klassiker schlechthin, „The Preacher“, vom Zweitlingswerk „The New Order“. Frontmann Chuck Billy, damals in seiner Blütezeit, entführt den Hörer zurück in die ’80er, das legendäre Solo auf dem darauf folgenden „Alone In The Dark“ („The Legacy“ – 1987) hält ihn direkt in dieser Zeit fest. Der Sound ist schlichtweg genial, wer aber denkt, dass abschließend noch am Mischpult nachgeholfen wurde, fehlt weit – wie gesagt: The Fillmore gilt nicht zu Unrecht als einer der (auch akustisch) besten Veranstaltungsorte der Welt, eine Nachbearbeitung war schlicht nicht notwendig.
14 Songs lang wird man durch die frühen Meisterwerke der Thrash-Legende geführt, bekommt Gassenhauer wie „Low“ und „Souls Of Black“ präsentiert und wird von der ureigenen Wucht solcher Klassiker wie „Practice What You Preach“ und „Hail Mary“ fast von den Beinen geblasen. Ein besonderer Pluspunkt ist dabei auch, dass die spielerischen Meisterleistungen von Gitarrero James Murphy, die ganze Generationen nachfolgender Gitarristen geprägt haben, glasklar zu hören sind, die einzigartige Liveatmosphäre, die TESTAMENT bei jeder Show auf die Bühne zaubern, aber gleichzeitig atmet.
Abschließend folgen mit „Return To Serenity“, „The Legacy“ und „Trail Of Tears“ noch drei Akustikstücke, die zwar anschließend im Studio eingespielt wurden, aber auf direktem Wege unter die Haut gehen. Entstanden sind diese drei Akustikballaden für einen Benefizgig zu Gunsten in ihrer Existenz bedrohter Indianergrabstätten – eine Herzensangelegenheit für Frontmann Chuck Billy, der selbst indianische Wurzeln hat. Das sein Herzblut in den einzelnen Songs steckt, zeigt sich durch seine atemberaubende Gesangsdarbietung – Gänsehautgarantie!

Abschließend kann nur nochmal bekräftigt werden, dass dieser Re-Release einer der Sorte ist, die man im Regal stehen haben sollte. „Live At The Gillmore“ ist eine der beeindruckendsten Konzertaufnahmen, die es im Thrash Metal wohl jemals gab. Wer TESTAMENT in aller Frische während ihrer legendären Anfangstage hören möchte, sollte sich diese Wiederveröffentlichung holen – bevor sie wieder vergriffen ist. Grandiose Scheibe!

Keine Wertung

Geschrieben am 6. April 2013 von Metal1.info

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.