CD-Review: Testament - Brotherhood Of The Snake

Besetzung

Chuck Billy - Gesang
Alex Skolnick - Gitarre
Eric Peterson - Gitarre
Steve DiGiorgio - Bass
Gene Hoglan - Schlagzeug

Tracklist

01. Brotherhood Of The Snake
02. The Pale King
03. Stronghold
04. Seven Seals
05. Born In A Rut
06. Centuries Of Suffering
07. Neptune's Spear
08. Black Jack
09. Cana Business
10. The Number Game


Die Zeit nach der Jahrtausendwende war für TESTAMENT-Hörer alles andere als einfach: Nach dem 1999er Album „The Gathering“ pausierte die Band gesundheitsbedingt, sodass neun Jahre ins Land gingen, bis eine neue Platte erschien. Doch seit dem Comeback mit „The Formation Of Damnation“ im Jahr 2008 ist immerhin alle vier Jahre wieder mit einem neuen Album der US-Thrash-Giganten zu rechnen. Folgerichtig steht nun, wiederum vier Jahre nach dem 2012 erschienenen „Dark Roots Of Earth„, mit „Brotherhood Of The Snake“ ein neues und insgesamt elftes TESTAMENT-Album in den Läden, mit dem wir uns nach diesem kleinen geschichtlichen Exkurs befassen wollen.

Bereits das Cover der neuen Langrille steht im Widerspruch zum 2012er Vorgänger: Präsentierte man das vorige Album noch düster und in satten, relativ modern wirkenden Blautönen, könnte das Artwork zur neuen Platte glatt aus den 80ern oder 90ern stammen. Optisch geben TESTAMENT also ganz klar den Kurs in Richtung Old School vor und auch musikalisch dürfte der geneigte Hörer kaum etwas missen, das er seit jeher am Sound der Band schätzt. Nach dem keinesfalls schwachen, aber doch etwas sperrigen Einstieg anhand des Titelsongs lassen TESTAMENT eine knappe Dreiviertelstunde lang Thrash Metal auf hohem Niveau verlauten, der in erster Linie von gefälligen Riffs, kraftvollen Drum-Ausbrüchen und Chuck Billys variablem Gesang lebt, welcher sowohl harsche Vocals als auch sanftere Töne nach wie vor gekonnt darbietet. Gefühlt hat die Band in Sachen Geschwindigkeit eine Schippe im Vergleich zum 2012er Output draufgelegt, sodass mit Nummern wie „The Pale King“ oder dem Schlussdoppel „Canna Business“ und „The Number Game“ wahre Geschwindigkeits-Granaten in den Ohren des Hörers explodieren. Die etwas gemächlichere bis sogar, wie auf „Seven Seals“, verhältnismäßig sanfte Seite steht den Thrashern hierbei jedoch ebenfalls gut zu Gesicht.
Die Eingängigkeit, welche auf „Dark Roots Of Earth“ doch relativ oft zu Tage trat, bleibt dabei etwas auf der Strecke, ohne dass dies das Album schlechter machen würde. Wer zugängliches Material sucht, wird wohl am ehesten mit der dritten Nummer „Stronghold“ warm werden, welche Riffs bietet, die sich vergleichsweise rasch in die Gehörgänge arbeiten sowie mit einem Refrain ausgestattet ist, der zum Mitbrüllen animiert. Den Großteil der übrigen Songs muss man öfter durchlaufen lassen, bis sie einen wirklich bleibenden Eindruck hinterlassen – da sich TESTAMENT auf ihrer elften Platte qualitativ jedoch ohnehin kaum einen Ausrutscher erlauben, ist dies kein Problem und sorgt für die Entdeckung immer weiterer gelungener Momente.

Unterm Strich erweitern TESTAMENT ihren Katalog mit „Brotherhood Of The Snake“ um eine mehr als ordentliche Platte, die in Sachen Atmosphäre ihren Vorgänger vielleicht nicht ganz erreicht, aber voller Energie steckt und etliche sehr starke Songs zu bieten hat. Die Stammhörerschaft der US-Thrasher dürfte nicht enttäuscht werden, weitere Interessenten sollten in jedem Fall ein Ohr riskieren.

Bewertung: 8 / 10

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1 Kommentar zu “Testament – Brotherhood Of The Snake”

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