CD-Review: The Echelon Effect - Signals

Besetzung

David Walters - alle Instrumente

Gastmusiker:
Noah Champoux - Spoken Word
Steve "Motorbike" Tanton - Schlagzeug

Tracklist

01. Goodbye Sierra
02. End Transmission
03. Signals
04. Outbound
05. Scatter Of Hope
06. Late Night Shortwave
07. Souls And Stars
08. Distant Cities


Nach fast drei Jahren Pause meldet sich Multiinstrumentalist David Walters mit seinem Soloprojekt THE ECHELON EFFECT zurück. „Signals“ hat er sein sechstes Studioalbum getauft, das getreu seiner Philosophie wieder in Eigenregie erschienen ist und abermals nach dem „Zahl doch was du willst“-Prinzip über die Bandcamp-Seite verfügbar ist.

Thematisch startet „Signals“ dort, wo die letzte EP „Sierra“ endete und so ist es nur logisch, dass sich David Walters mit dem Opener „Goodbye Sierra“ vom Gebirge verabschiedet. Dies geschieht mit dezent sphärischen Klängen und einem führenden Piano, was unter dem Strich aber nur das Intro dieser knapp 46 Minuten darstellt. Bereits „End Transmission“ zeigt die rockige Seite von THE ECHELON EFFECT weitaus präziser: Das Schlagzeug zum Einstieg, das sich mit wabernden Gitarren verbindet und mal mehr, mal weniger im Vordergrund steht. Auch gesprochene Textpassagen treten auf, die in Verbindung mit der Musik an die deutschen Genre-Kollegen Frames erinnern. So bewegt sich Walters auch in den folgenden Songs zwischen rockigen Elementen und den Ambient-Anleihen in gekonnter Weise. Der Titelsong lebt von einer federführenden Piano-Melodie, während „Scatter Of Hope“ auf düstere Atmosphäre setzt und teilweise vertrackte, an Grime angelehnte Beats setzt. Das wohl typischste Stück ist „Souls And Stars“, das sich stark an frühere Werke anlehnt und doch sehr gut im vorliegenden Kontext verweilt. Mit dem neunminütigen „Distant Cities“ endet das Release mit einem der stärksten Songs, die Walters je geschrieben hat: Laute und leise Momente wechseln sich ab, hier ein paar Streicher, da ein Einsatz des Glockenspiels und die nahezu perfekte Symbiose aus Rockmusik und Ambient verschmelzen sich zu einem Ohrenschmaus. An der Produktion kann man wenig bis nichts aussetzen, so hat es David Walters wiederholt geschafft seinen Kompositionen den passenden Rahmen zu verleihen und allen Elementen den nötigen Freiraum zu bieten. Die neun Songs wurden 2016 und 2017 in London und Sacramento aufgenommen.

David Walters hat sich glücklicherweise besonnen und neben Random Forest auch sein Soloprojekt THE ECHELON EFFECT weitergeführt. Das trifft auch die auf „Signals“ enthaltene Musik ganz gut, denn er scheut sich nicht das typische Klangbild zwischen Post-Rock und Ambient um kleine Experimente zu erweitern, die jedes Release des Briten zu einem besonderen Moment machen. Insgesamt ist das neue Album deutlich rockiger und mit minimal düsterer Atmosphäre ausgestattet, als es die Vorgänger waren. Diese Herangehensweise steht den Songs sehr gut und kann in der Zukunft gerne ausgebaut werden.

Bewertung: 9 / 10

Geschrieben am

1 Kommentar zu “The Echelon Effect – Signals”

  1. Sebastian Mack

    Die Band ist mir schon oft bei einem bekannten Streaming-Dienst vorgeschlagen worden, weil ich auch viel »The American Dollar« höre. Beim Reinhören war mir die Musik aber meist zu leise, plätscherte zu sehr vor sich hin. Heute habe ich nach deiner Rezension »Signals« am Stück gehört und habe sofort gefallen daran gefunden. Vielleicht liegt das daran, dass der Sound nun etwas „kraftvoller“ daherkommt. Danke für den Tipp und die Rezi! :)

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