CD-Review: The Great Old Ones - EOD: A Tale Of Dark Legacy

Besetzung

Benjamin Guerry – Gitarre, Gesang
Jeff Grimal – Gitarre, Gesang
Aurélien Edouard – Gitarre
Jérôme Charbonnier – Bass
Léo Isnard – Schlagzeug

Tracklist

01. Searching For R. Olmstead (Introduction)
02. The Shadow Over Innsmouth
03. When The Stars Align
04. The Ritual
05. Wanderings
06. In Screams And Flames
07. Mare Infinitum


Aus Frankreichs kleiner, aber feiner Black-Metal-Szene finden immer wieder Bands ihren Weg zu internationaler Beachtung. Im Falle von THE GREAT OLD ONES führt dieser nun vom französischen Underground-Spartenlabel Les Acteurs De L’Ombre direkt zur Label-Instanz Season Of Mist, die „EOD: A Tale Of Dark Legacy“, dem nunmehr dritten Album der Band, nun auf die große Bühne helfen wollen.

Wie bereits sein Vorgänger, „Tekeli-Li“, ist auch „EOD: A Tale Of Dark Legacy“ als Fortführung der Horror-Geschichte „The Shadow Over Innsmouth“ aus dem H.-P.-Lovecraft-Universum zu verstehen, dem schon der Bandname THE GREAT OLD ONES entliehen ist. Während sich die Franzosen also thematisch treu bleiben, gehen sie sprachlich neue Wege: Statt in ihrer Muttersprache texten THE GREAT OLD ONES diesmal auf Englisch. Zur steigenden internationalen Bekanntheit mag das passen – etwas von ihrem mystischen Charme verlieren die Lyrics damit leider dennoch. Neu ist auch der Sound: Statt vollem, dichtem Klang erwartet den Hörer diesmal eine vergleichsweise moderne, differenzierte Produktion. Wenngleich die Instrumente davon einzeln betrachtet klar profitieren, büßt das Gesamtwerk dadurch doch zunächst etwas von seiner dichten, eindringlichen Atmosphäre ein.

Langweilige Sprache, moderner Sound – alles neu, alles nicht so toll? Beileibe nicht. Hat man sich nämlich an diese beiden Änderungen gewöhnt, stellt man fest, dass auch „EOD: A Tale Of Dark Legacy“ noch massig Atmosphäre zu bieten hat: Mal rasend schnell, mal wuchtig und stets durch an Finessen reiches Schlagzeug akzentuiert, liefern THE GREAT OLD ONES auch mit ihrem dritten Album extreme Tonkunst auf hohem Niveau. Dass das Werk mit 44 Minuten Spielzeit insgesamt etwas kürzer ausgefallen ist als sein Vorgänger, trotzdem aber fünf vollwertige Songs plus Intro und Interlude aufweist, tut dem Album gut: Von der Langatmigkeit, die noch auf „Tekeli-Li“ stellenweise durchschlug, ist hier kaum noch etwas zu spüren.

Wie schon seine Vorgänger, so ist auch „EOD: A Tale Of Dark Legacy“ ein Album für Liebhaber düsterster Klänge und durch die gepflegte Monotonie sicher auch hier nicht jedermanns Sache. Gönnt man sich und dem Werk jedoch die Zeit, die es benötigt, bis man die spröde Hülle geknackt und sich an die bisweilen zunächst unspektakuär wirkenden Songs herangetastet hat, vermag auch „EOD: A Tale Of Dark Legacy“ mitzureißen. Ohrwürmer oder Hits braucht man sich von diesem Koloss jedoch ebenso wenig zu erwarten wie „easy listening“.

Bewertung: 7.5 / 10

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