Interview mit Benjamin Guerry von The Great Old Ones

Seit ihrer Bandgründung 2009 widmen sich die Franzosen THE GREAT OLD ONES dem Erbe von H. P. Lovecraft. Auch ihr neues Album, EOD: A Tale Of Dark Legacy“ spielt im Universum des legendären Fantasy-Schriftstellers. Worum es konkret geht, und was ihn beim Songwriting inspiriert, berichtet Sänger und Gitarrist Benjamin Guerry.

Was findest du an eurem neuen Album, „EOD: A Tale Of Dark Legacy“ selbst am gelungendsten?
Es ist düsterer und brutaler als der Vorgänger, das mag ich. Wir waren sehr gut vorbereitet, als wir ins Studio gegangen sind und haben die Arrangements richtig ausgearbeitet. Das lässt das Album durchdacht klingen. Wir sind wirklich sehr zufrieden. Es ist direkter, aber enthält auch viele verschiedene Stimmungen.

Hast du einen Lieblingssong?
Ich mag „Mare Infinitum“ wirklich gerne, weil er viel echte „lovecraftsche“ Atmosphäre enthält. Er beendet das Album sehr schön, mit einer Mischung aus Melancholie und Erhabenheit. Das ist genau, was unsere Musik einzigartig macht.

Der Titel „EOD: A Tale Of Dark Legacy“ lässt ein weiteres Konzeptalbum vermuten?
Das Album ist als Nachfolger zu Lovecraft’s Kurzgeschichte „The Shadow Over Innsmouth“ konzipiert, EOD sind die Initialen des “Esoteric Order of Dagon”. Das Album erzählt die Geschichte eines Nachfahren des Protagonisten der Originalgeschichte, Robert Olmstead, der herausfinden will, was mit seinem Vorfahren passiert ist. Er bricht nach Innsmouth auf, erlebt ein Abenteuer, das so erschreckend wie übernatürlich ist, und muss sich seinem Schicksal stellen.

Was zeigt uns in diesem Kontext das Cover?
Jeff Grimal, unser anderer Gitarrist und Sänger, hat die Atmosphäre unserer Alben immer schon perfekt illustriert. Für dieses Werk hat er die Geschichte durchdrungen, um ein grandioses Artwork zu malen, um einen Ort, geprägt vom Wesen Lovecrofts, darzustellen. Er hat auch zwei beeindruckende Bilder pro Song für die limitierte Edition des Albums erschaffen. Die Wahl der Farben bildet die düsterere und aggressivere Seite von „EOD: A Tale Of Dark Legacy“, verglichen mit unseren bisherigen Alben, ab.

Was hat euch musikalisch inspiriert, wie entsteht ein typischer Song von THE GREAT OLD ONES?
Das ist alles Emotionssache. Seit dem Anfang der Band schreibe ich den Großteil der Songs. Ich lasse mich selbst von meinen Gefühlen leiten, und für mich ist ein Part gut, wenn ich dabei etwas in mir spüre. Jede Spur der drei Gitarren muss in mir eine starke Emotion wecken, die sich dann durch die übereinandergelegten Layer überschneiden. Natürlich muss der Rest der Gruppe das gleiche wie ich fühlen, wenn wir ihn zusammen spielen, damit wir den Song umsetzen. Aus diesem Grund ist der Beitrag der anderen Bandmitglieder extrem wichtig.

Wie lange dauert bei euch das Songwriting für ein Album?
Dieses Album zu komponieren hat mich von allen THE GREAT OLD ONES Alben bisher am meisten Zeit gekostet. Ich versuche immer, unser musikalisches Konzept weiterzuentwickeln – deswegen musste ich oft zu Fragmenten zurückkehren, Teile entfernen und so weiter. Wir arbeiten auch viel an den Arrangements, was zwangsläufig viel Zeit kostet. Aber das Wichtigste ist, unseren Ideen auf den Grund zu gehen – egal, wie lange das dauert.

Wo habt ihr „EOD: A Tale Of Dark Legacy“ aufgenommen und habt ihr dabei etwas anders gemacht als bei eurer letzten CD?
Wir haben die Songs mit Mabo im Conkrete Studio aufgenommen. Was die Studioarbeit angeht, hat sich seit dem letzten Album nicht viel geändert. Was sich geändert hat, ist Mobos modernere Herangehensweise an den Sound – das ist, was wir wollten. Er hat seinen Job echt gut gemacht, wir sind mit der Produktion wirklich zufrieden.

Plant ihr, das Album auch live zu promoten? Habt ihr schon Shows in Aussicht?
Wir wollen wirklich so viel als möglich live spielen, an so vielen Orten wie nur irgend möglich. Konzerte zu spielen ist für uns etwas sehr Wichtiges – wir wollen den Zuschauern eine echte Lovecraft-Erfahrung vermitteln. Wir arbeiten hart daran, die bestmögliche Show auf die Beine zu stellen, was Sound und Licht angeht. Eine erste Tour, allerdings vornehmlich durch Frankreich, ist für Ende Februar angesetzt – aber wir hoffen, schon bald viele gute Neuigkeiten verkünden zu können!

Was denkst du über die französische Black-Metal-Szene? Welche Bands aus deiner Heimat magst du am liebsten?
Die Szene hier in Frankreich wächst extrem, mit vielen sehr talentierten, interessanten Bands. So langsam haben wir eine echte internationale Reputation. Ich hoffe, das geht so weiter, dann können wir irgendwann überall auf der Welt spielen. Bands wie Deathspell Omega, Regarde Les Hommes Tomber, Déluge und so weiter mag ich sehr.

Vielen Dank für das Interview. Zum Abschluss ein kurzes Brainstorming:
Donald Trump: Eine Karikatur, aber real – und deswegen gefährlich.
Festivals: Wir mögen Festivals. Die Atmosphäre ist immer großartig.
Brexit: Ich bin da kein Experte, deswegen weiß ich nicht, ob das gut oder schlecht ist. Aber die Engländer haben sich entschieden, insofern…
Deutschland: Ein Land mit echten Metalheads und einem sehr guten Publikum
Marine Le Pen: Eine Bulldogge im Körper einer Frau.
TGOO in zehn Jahren: Im Studio und auf Tour, überall in der Welt.

Nochmal danke für deine Zeit und Antworten – die letzten Worte gehören dir:
Vielen Dank für die Unterstützung! Kommt zu unseren Shows und lasst Lovecrafts Erbe wachsen!

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