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Review The Risen Dread – Night Hag

THE RISEN DREAD, eine vier Mann starke Death-Metal-Band aus Irland, können seit ihrer Gründung 2018 einige Meilensteine verzeichnen. Mit ihrer EP „Delusions“ lieferten die Iren einen ersten Vorgeschmack auf ihren metallischen Sound und gingen anschließend als Support für Malevolent Creation auf Europatournee. Nun ist ihr Debüt, das elf Tracks umfassende Konzeptalbum „Night Hag“, erschienen. Psychische Störungen sind das zentrale Thema, wobei die einzelnen Songs eine Krankheit oder historische Person, die unter den zutreffenden Symptomen litt, aufgreifen und in den Fokus rücken.

Der Opener „Psychoses“ eröffnet das Album mit aggressiven Growls und massiven Blastbeats. Schnelle Drums und ein kurzes Gitarrensolo beenden den Song und leiten zu „Silent Disease“ und damit einem ebenso düsteren Thema über: THE RISEN DREAD nehmen sich dem Thema Depressionen an, wobei Sänger Marco Feltrin mit seinem kratzigen Gesang das Leiden depressiver Menschen effektiv zum Ausdruck bringt. Im Chorus betont er das innerliche Zerwürfnis und welche Belastung es für Betroffene darstellt, ihre Krankheit im Stillen zu ertragen und sie vor der Außenwelt zu verbergen, um den Hörer anschließend dazu aufzurufen, gegen seine inneren Dämonen anzukämpfen.

Mit „Sound Of The Unknown“ zeigen THE RISEN DREAD, dass sie auch im Melodic Death Metal bewandert sind. Mit wiederkehrenden kurzen Blastbeats kurbeln sie das gediegene Tempo an und runden den Track mit melodischen Elementen ab, bei denen sich die Iren an Insomnium orientieren. Die basslastige Midtempo-Nummer „Fallen“ führt den bisherigen Sound fort und stellt dabei den Gesang von Marco klar in den Vordergrund, während aggressive Drums und Hi-Hat-Klänge die Melodie abrunden.

„White Night“ startet mit leisen Feuerwehr-Sirenen, die von rhythmischen Drum-Schlägen unterbrochen werden und zusammen mit dem Einsatz von Bass und Gitarre das einminütige Intro vervollständigen. THE RISEN DREAD beschleunigen hier gekonnt das Tempo, nur um anschließend langsamer zu werden und damit ihr spielerisches Talent zu beweisen. Andreas Kisser (Sepultura, De La Tierra), der hier einmalig als Gastmusiker auftritt, veredelt den Song mit einem grandiosen Gitarrensolo. Mit „White Night“ erzählen die Iren anschließend über den Massensuizid der Gemeinschaft von Jonestown und stellen die historische Person des damaligen Anführers Jim Jones in den Vordergrund.

Der abschließende Titel „The Night Hag“ handelt von einer düsteren Kreatur, die Betroffenen einer Schlafparalyse erscheinen soll. Stellen sich allein bei dieser Vorstellung schon die Nackenhaare auf, so beginnt der Track mit einer unheilvollen Melodie. Selbst ein Horrorfilm könnte die Spannung nicht besser aufbauen – jede Sekunde rechnet man mit aggressiven Gitarren und durchschlagenden Drums, die die unheilvolle Stimmung durchschneiden. Entgegen dieser Erwartung wird der Hörer jedoch von einmaligem Klargesang überrascht, während sich „The Night Hag“ als ruhiger Melo-Death-Song entpuppt. Stellenweise einsetzende massive Riffs, die die nötige Härte liefern, vollenden den elften Track. In Anbetracht des Mitwirkens von Andreas Kisser erscheint die Wahl des italienischen Komponisten Renato Zanuto als Gastmusiker für dieses Stück wenig überraschend, haben doch die beiden im Zuge von Kissers Solo-Album „Hubris I & II“ und einigen Sepultura-Alben bereits zusammengearbeitet.

Die Songtexte bestätigen das, was THE RISEN DREAD bereits vor dem Release ihres Debüts angekündigt haben: „Night Hag“ ist ein Konzeptalbum mit musikalisch und inhaltlich abwechslungsreichen Tracks. Gleichzeitig zeigen die Iren, wie vielseitig der Mensch sein kann und vor welche harten Proben er im Leben gestellt wird. Dabei sind Depressionen, Alzheimer und Ähnliches nur ein Bruchteil davon. Diese sensiblen Themen setzen THE RISEN DREAD mit spielerischen Melo-Death-Elementen und mitreißenden Gitarrensolos musikalisch in Szene. Ihren modernen Death-Metal-Sound vervollständigt die Band mit prägnanten Blastbeats und aggressiven Drums. Folglich glänzt „Night Hag“ durch ein stimmiges Gesamtkonzept sowie eine gute musikalische Leistung und dürfte die noch junge Karriere der vierköpfigen Band auf ein neues Level heben.

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Wertung: 8 / 10

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