Review Thy Catafalque – Meta

Nach „Rengeteg“ (2011) mussten die Fans von THY CATAFALQUE geschlagene vier Jahre warten, ehe sich Tamás Kátai im vergangenen Jahr mitSgùrr“ zurückmeldete. Und nun, nur ein einziges Jahr später, legt der Wahl-Schotte bereits eine neue Platte vor. Getauft auf den Namen „Meta“ stellt das Album die siebte Full-Length dar und zeigt deutlicher als jemals zuvor, inwiefern sich Kátais Herzensprojekt THY CATAFALQUE in den letzten 17 Jahren gewandelt hat.

Zuletzt klang der gebürtige Ungare so düster und aufbrausend wie nie zuvor; der Grundtenor von Sgùrr“ besteht aus einer bedrohlichen Atmosphäre, die im Verlauf des Album allerlei Steigerungen erfährt und den aktuellen Standpunkt in einer langjährigen Entwicklung darstellt, der auf „Meta“ schon längst wieder überholt worden sein könnte. Womit THY CATAFALQUE diesmal überraschen werden, ist nämlich von vornherein gar nicht mal so leicht vorherzusagen.

Und somit ist bereits die Unförmigkeit zwischen den ersten beiden Tracks, dem harschen, im Tempo noch gedrosselten „Uránia“ sowie dem sanft mit Frauengesang unterlegten „Sirály“, zugleich überraschend und auch wieder nicht – Tamás Kátai hebt Schrödingers Katze auf ein neues Niveau. Es folgen wahrlich monumentale Intros („Ixión Düün“), verträumte Instrumentals („Ősszel Otthon“), schleppende („Mezolit“) und polternde Tracks („10⁻²⁰ Ångström“) und mit dem 21 Minuten dauernden „Malmok Járnak“ der wohl elektronischste Track, den THY CATAFALQUE je auf Platte gepresst haben. Eben jener Song deutet wohl an, was Tamás Kátai in einem seiner neusten Side Projects Neolunar fabriziert. Außerdem ist „Malmok Járnak“ der Inbegriff dessen, wofür das gesamte Album steht: für eine Ansammlung von Ideen, die auf „Meta“ vereint wurden. Dass die Umsetzung über allen Zweifeln erhaben ist, ist bei THY CATAFALQUE mittlerweile zu erwarten, allerdings schwingt bei diesem Album etwas mit bei, was sich erst nach zwei, drei Durchläufen feststellen lässt.

„Meta“ fehlt es an etwas, womit sein Vorgänger so hoch punkten konnte; mit Atmosphäre, mit Songs, die wie aus einem Guss wirken, mit einer homogenen Wirkung der einzelnen Tracks. Stattdessen kann jeder Song zwar mit seinem eigenen Charakter überzeugen und stellenweise auch begeistern, aber das Album an sich steht für kein klar erkennbares Konzept, der rote Faden ist nicht so recht auffindbar. Allzu passend ist es da nur, dass sechs Leute ihren Gesang auf „Meta“ beigetragen haben. THY CATAFALQUE mangelt es bei seinem aktuellen Output somit an den Stärken, welche das quirlige „Rengeteg“ und das düstere Sgùrr“ locker ausspielte.

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Wertung: 7.5 / 10

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