Review Triumph Of Death – Resurrection Of The Flesh

Die Bedeutung von HELLHAMMER für die Entwicklung des extremen Metal kann aus heutiger Sicht gar nicht hoch genug gehängt werden. Trotzdem war die aktive Zeit der Band Anfang der 1980er-Jahre (wie auch Teile der Karriere der Nachfolgeband Celtic Frost) von fehlender Wertschätzung bis hin zu Spott geprägt. Welch Genugtuung muss es da für einen Tom Gabriel Fischer bedeuten, dass HELLHAMMER nun, rund 40 Jahre spätert, in ihrer Reinkarnation TRIUMPH OF DEATH gewürdigt werden.

Um den ganzen Erdball herum konnten Tom Warrior und seine Mitstreiter:innen das Erbe von HELLHAMMER in den letzten Jahren zelebrieren, abgefeiert von Fans in Brasilien und Schweden, in den USA und auf Wacken. Mit „Resurrection Of The Flesh“ erscheint nun ein Live-Dokument, das die zweite Jugend der fast vergessenen Songs dokumentiert – und das so lebendig, wie Proto-Metal-Monster wie dies nur klingen können.

Mitgeschnitten auf drei Festivals – in Texas (USA), Barroselas (Portugal) und München – gibt es zwölf Klassiker aus dem gar nicht so viel mehr Tracks umfassenden Back-Katalog von HELLHAMMER zu hören: Anders als Max und Igor Cavalera bei deren Neuauflage der frühen Sepultura-Releases haben sich TRIUMPH OF DEATH nämlich (noch) nicht dazu durchgerungen, neue Songs zu schreiben. So reiht sich hier ein räudiger Oldschool-Track an den nächsten: „Massacra“ und „Maniac“ etwa dürfen natürlich ebensowenig fehlen wie „Revelations Of Doom“, „Messiah“ oder – als Abschluss – der namensgebende Hit „Triumph Of Death“.

Das ist, man kann es nicht anders sagen, natürlich ein ziemlich stumpfes Gemetzel – und das ist auch gut so. Denn sowohl der Band, deren Musiker zum Großteil noch nicht oder nur gerade so auf der Welt gewesen sein dürften, als diese Songs geschrieben wurden, gelingt es fantastisch, die rohe Ursprünglichkeit der bewusst primitiven Songs nicht zu verwässern. Dass die Tracks erstmalig in ihrer Geschichte druckvoll und mächtig klingen, ist spielerisch vor allem auf das kraftvolle, aber angemessen puristische Drumming von Tim Iso Wey zurückzuführen – in soundtechnischer Hinsicht aber natürlich auf die einmal mehr vorzügliche Arbeit von Produzent Victor Bullok: Dieser hat nicht nur die Atmosphäre der Shows zwischen den Tracks im richtigen Maße eingefangen, sondern auch für die Musik genau den richtigen Ton getroffen: „Resurrection Of The Flesh“ klingt so harsch, wie TRIUMPH OF DEATH es verlangen, aber zugleich auch „zeitgemäß“. Die einzige Frage, die sich an dieser Stelle aufdrängt: Warum gibt es von diesem Meistwerk keine Video-Fassung?

Mit „Resurrection Of The Flesh“ schlagen TRIUMPH OF DEATH gleich zwei Fliegen mit einer Klappe: Ohne das Sakrileg einer Neuaufnahme des HELLHAMMER-Materials zu begehen, gibt es die legendären Tracks aus der Frühgeschichte des Black Metal nun in einem im besten Sinne modernen Sound zu hören – gleichzeitig wird die großartige Atmosphäre bei den Shows dieser legendären Band perfekt für die Ewigkeit konserviert. Mögen TRIUMPH OF DEATH noch viele Shows spielen … doch wenn sie eines Tages abtreten, gibt es mit diesem Live-Album immerhin ein Zeugnis jener Urgewalt, die Tom Warrior und Konsorten auf den Bühnen dieser Welt entfesselt haben.

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Wertung: 9 / 10

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