CD-Review: Tyr - Valkyrja

Besetzung

Heri Joensen - Gesang, Gitarre
Terji Skibenæs - Gitarre
Gunnar H. Thomsen - Bass
George Kollias - Schlagzeug

Tracklist

01. Blood of Heroes
02. Mare of My Night
03. Hel Hath No Fury
04. The Lay of Our Love
05. Nation
06. Another Fallen Brother
07. Grindavísan
08. Into the Sky
09. Fánar Burtur Brandaljóð
10. Lady of the Slain
11. Valkyrja


Es ist eben immer die Qual der Wahl, begibt man sich auf die Suche nach einer neuen TYR. Das Vorgängermodell hat mittlerweile etliche Schrammen, gefällt nicht mehr ganz so gut wie damals beim Kauf, und auch unsere Gäste, die sie wohl oder übel öfter mal nutzen müssen, können der eigentlich sehr ansehnlichen TYR Marke „Lay Of Thrym“ nichts abgewinnen – sie war mit ihrem ungemein verwirrenden und recht komplex wirkenden Design eben doch nicht das Gelbe vom Ei. Nachdem ein Partygast dann auch noch einen Alestorm hatte (Suff) und den guten Gerstensaft gegen die betagte TYR werfen musste, war eins klar: Ab zum Metall-Händler, denn diesmal sollte die neue TYR schlicht und „heavy“ sein und sie sollte einiges aushalten können.

Nach einem recht anstrengenden Verkaufsgespräch mit dem Mitarbeiter Finn Troll, der wohl ein Problem damit hatte, mich nicht anzubrüllen, entschied ich mich letztendlich für das Modell „Valkyrja“. Es sei, so Troll, aus dem härtesten Stahl des Nordens geschmiedet und mit dem Blut tapferer Krieger glanzpoliert. Ich nehme an, er hatte einen an der Waffel – dennoch lies ich mir das gute Stück gleich in den Wagen laden, um es dann in den dritten Stock zu schleppen und die Gebrauchsanweisung durchzuackern. Auch hier hatte der Hersteller wohl den Schalk im Nacken. Anstatt einer praktischen Anleitung bekam ich eine Geschichte über einen Helden, der seine Frau verlassen hatte, um bei einer gewissen „Valkyrja“ Eindruck zu schinden. Ich bin zwar immer für „Hintergrundgeschichte“ aber diese empfinde ich irgendwie eher als nervig und, ja, fast schon lächerlich. Als geborener „Metalhead“, der schon viel mit Metallwaren jeglicher Art zu tun hatte, war die Montage dennoch ein leichtes.

Kommen wir nun also zu den Eckdaten, die eine Kundenrezension ja schließlich ausmachen: Die neue TYR hat ein praktisches und „straight“ wirkendes Äußeres. Der Öffnungs- und Schließmechanismus geht recht fix von der Hand, ist also eher im „Uptempo“-Bereich anzusiedeln. Im Gegensatz zu meiner alten TYR hat man hier viel Wert auf Geradlinigkeit gesetzt. Das verschnörkelte Design ist passee, allerdings merkt man, dass der Hersteller immer noch auf die selben Trademarks setzt, denn eine faszinierend verwirrende Note hat man der Gestaltung dennoch aufgedrückt. So öffne ich meine TYR immer noch mit Stil und auch meine Gäste empfinden das gute Stück als „absolut voll nicht Mainstream, Alter“. Zur Produktion kann ich nur sagen, dass jene absolut in Ordnung geht – harter Stahl, an dem man sich die Zähne ausbeißen kann.

Ob ich die neue TYR lange nutzen werde, lässt sich auch nach dem hundertsten mal Auf- und Zumachen nicht sagen. Einerseits spricht mich die fixe Nutzung an, auch die schnörkellose Gestaltung macht Spaß. Irgendwie vermisse ich aber die Einzigartigkeit meiner alten TYR, da diese doch „unangepasster“ und irgendwie „unfreundlicher“ wirkte, „räudiger“ eben. Mit diesen Modellen ist es eben wie beispielsweise mit meinen Ensifenstern – mal öffne ich sie gerne, mal stressen sie mich tierisch (oder: Mal sind sie glasklar, mal trüb wie Bohnensuppe). Macht euch selbst ein Bild – denn ganz ohne TYRen ist’s irgendwie auch doof.

 

Bewertung: 7 / 10

Geschrieben am

1 Kommentar zu “Tyr – Valkyrja”

Antworten

Your email address will not be published. Required fields are marked *

You may use these HTML tags and attributes: