Review Varathron – The Confessional Of The Black Pentinents (EP)

  • Label: Agonia
  • Veröffentlicht: 2015
  • Spielart: Black Metal

Extreme Metal aus Griechenland? Da denken die meisten wohl in erster Linie an Rotting Christ oder Septicflesh. Dass es in der Wiege der Demokratie auch noch andere vielversprechende, wenn auch weniger bekannte Metal-Bands gibt, sieht man unter anderem am Beispiel von VARATHRON. Ebenjene Melodic-Black-Metal-Truppe existiert bereits seit 1988 und hat im Verlauf von fast 30 Jahren zwar nur fünf Longplayer veröffentlicht, dafür aber zwischendurch immer mal wieder EPs, Splits und andere Veröffentlichungen, die einem die Wartezeit versüßen.

Die neue EP „The Confessional Of The Black Pentinents“ erfüllt diesen Zweck glücklicherweise ziemlich gut. Mit 40 Minuten Material, das sich aus drei komplett neuen Songs und vier Live-Mitschnitten zusammensetzt, fällt das Minialbum durchaus länger aus als der Durchschnitt. Die Live-Tracks entstammen alle verschiedenen Alben, sind also ein guter Querschnitt durch den Back-Katalog. Dabei ist die Sound-Qualität so hervorragend, dass man sie ohne den gelegentlichen Applaus kaum als Live-Nummern erkennen würde.
Lediglich die Vocals klingen im Studio etwas besser. Im Übrigen machen ebenjene durchaus ob ihrer Andersartigkeit auf sich aufmerksam, da sie irgendwo im Mittelfeld zwischen schwarzmetallischen Screams und Death-Growls angesiedelt sind. Manchmal klingen sie jedoch ein wenig erzwungen und leider sind sie nicht wirklich auf die Instrumente abgestimmt, sondern laufen quasi daneben her. Immerhin sind sie vergleichsweise gut artikuliert, wenn auch mit einem kleinen Akzent. Musikalisch besticht VARATHRON aber zweifelsohne, sei es durch geradlinige Härte in Verbindung mit düsterer Melodik („Utter Blackness“) oder kleine stilistische Experimente wie zum Beispiel die orientalisch angehauchten Chöre im eher schleppenden „Kabalistic Invocation Of Solomon“.
Die meisten Melodien brauchen eine Weile, bis sie den Weg ins Gedächtnis finden, die Ausnahme bildet dabei das gefällig groovende Haupt-Riff in „Unholy Funeral“. Der eröffnende Titeltrack kommt hingegen gänzlich ohne E-Gitarren aus, ist dabei aber mit seinen mysteriösen Akustik-Gitarren, Streichern und beschwörenden Screams nicht weniger unheilverkündend. VARATHRON setzen bei ihrer Interpretation des Black Metals also eindeutig auf Abwechslung anstatt des hundertfachen Wiederholens eines Main-Riffs.

Auf der neuen EP von VARATHRON bekommt man also das, was man von der Band erwartet: gut (aber nicht über-) produzierten Black Metal mit ungewöhnlichen Melodien, bei dem gelegentlich auch andere Stilelemente Einzug in die Kompositionen halten. Die üblichen Blast-Beat-Ausbrüche findet man hier zwar kaum, aber die Double-Bass haut dafür ordentlich rein und weichgespült ist die Musik keinesfalls. Wer VARATHRON noch nicht kennt, sollte sich also mal damit auseinandersetzen. Dafür eignet sich diese EP auf jeden Fall.

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