CD-Review: Venom Prison - Samsara

Besetzung

Larissa Stupar – Gesang
Ash Gray – Gitarre
Ben Thomas – Gitarre
Mike Jefferies – Bass
Jay Pipprell – Schlagzeug

Tracklist

01. Matriphagy
02. Megillus & Leana
03. Uterine Industrialisation
04. Self Inflicted Violence
05. Deva's Enemy
06. Asura's Realm
07. Sadistic Rituals
08. Implementing The Metaphysics Of Morals
09. Dukkha
10. Naraka


Als 2016 mit „Animus“ ihr Debüt erschien, sorgten VENOM PRISON für einiges Aufsehen. Mit Präzison und Brutalität blies die Band die Zuhörer weg und konnte jede Menge neuer Fans für sich gewinnen. Nach diversen Touren, u.a. im Vorprogramm von Trivium, steht nun das zweite Album in den Regalen, das auf den Namen „Samsara“ hört.

Der durschschlagende Erfolg von „Animus“ hat für den Nachfolger allerdings zur Folge, dass er sich zwei Fragen ausgesetzt sieht: Können VENOM PRISON auch auf ihrem zweiten Album wieder diese unfassbar hohe Qualität abliefern? Und wird die Band die Brutalität zurückfahren, um den Kreis der Anhänger noch weiter ziehen zu können?
Beantwortet wurden diese Fragen praktisch schon mit dem ersten veröffentlichten Song. Denn „Uterine Industrialisation“ ist unglaublich gut, dynamisch und gnadenlos brachial. Nach anfänglicher Prügelorgie walzt um die 30-Sekunden-Marke herum ein dermaßen heftiger Break den Hörer nieder, dass es diesem die Falten im Gesicht glatt zieht. Knapp 40 Sekunden später zerlegt der nächste Break alles, was noch kein Kleinholz ist, ehe ein melodisches Solo für etwas Entspannung sorgt. Dass diese nur kurz währt, versteht sich von selbst und so beglücken nur kurze Zeit später erneut satte Blasts die Brutalo-Jünger.

Alles beim Alten also im VENOM-PRISON-Camp? Nicht ganz, denn obwohl sich „Samsara“ in ähnlichen Sphären bewegt wie sein Vorgänger, hat die Band an den entscheidenden Stellen geschraubt, sodass der neue Output sowohl härter als auch melodischer als „Animus“ geraten ist.  Auf der technischen Seite der Musik haben sich VENOM PRSION ebenso gesteigert, sodass sie nun problemlos in einem Atemzug mit Genregrößen wie Cannibal Corpse oder Dying Fetus genannt werden können, während „Asura’s Realm“ an Carcass zu Zeiten von „Heart Work“ erinnert. Zudem ist das Songwriting vielschichtiger geworden und erkundet neue Facetten, ist zugleich aber auch in sich runder.

Eingefangen wurde das Ganze in einem modernen und zugleich zeitlosen Sound, den Arthur Rizzik kürzlich schon Poewer Trip’s „Nightmare Logic“ angedeihen ließ und der die zehn Tracks absolut monströs aus den Boxen hämmern lässt.
Auch lyrisch haben VENOM PRISON und besonders Sängerin Larissa weiter zugelegt und begeistert mit Texten, die den Finger in die Wunde soziopolitischer Ungerechtigkeiten legen. Napalm Death wären stolz. Zudem hat Frau Stupar ihrem bisherigen dunklen Hardcore-Bellen weitere Elemente wie düstere Growls und Trommelfell zerfetzende Schreie hinzugefügt, sodass besonders ihre Steigerung beeindruckt.

So steht im Ergebnis ein Album, das so gekonnt wie kaum ein anderes der Gegenwart Hardcore und Death Metal zu einem stimmigen Gesamtbild verbindet, ohne in belastend stupide Deathcore-Gefilde abzudriften. VENOM PRISON haben das Potential ihres Debüts genutzt und ein Album geschaffen, das um die Krone der Extreme-Metal-Alben diesen Jahres ein entscheidendes Wörtchen mitzureden haben wird. „Samsara“ ist ein Monster, das VENOM PRISON als eine der momentan führenden Death-Metal-Bands etabliert.

Bewertung: 9.5 / 10

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