CD-Review: Volker - Dead Doll

Besetzung

Jen Nyx - Gesang
Ulrich W. - Gitarre
M. Pliszke - Bass
John A. - Schlagzeug

Tracklist

01. Freaky Bride
02. Obey!
03. Negative Waves
04. Suicide Love Addict
05. Black Sunday
06. Yell
07. Voodoo Baby
08. In Black & White
09. Would You Play With Me
10. It Summons Me To Follow
11. Raven
12. Yell (CNX Remix)


Dass ihr Bandname im Deutschen einem Namen für überwiegend ältere Männer entspricht, war den Franzosen von VOLKER möglicherweise nicht bewusst. Altmodisch klingt ihr Death-Rock jedenfalls überhaupt nicht. Der Veröffentlichung einer ersten EP 2015 folgt nun ihr an den Horror Punk von Genre-Vorreitern wie den Misfits angelehntes Debütalbum „Dead Doll“.

Im Grunde spielt die Formation gewöhnlichen Hard Rock, jedoch verweigert sie sich dabei, dessen übliche, etablierte Akkordfolgen und Harmonieschemata zu verwenden. Das Ergebnis ist ein düsterer, stellenweise sogar schon fast bedrohlicher Klang. Dem steuert Fronterin Jen Nyx einen vielseitigen Gesang in ulkigem Akzent bei, der fließend von sanften Clean-Vocals über rockigere, kraftvolle Shouts in bitterböse Screams im Stile von Obscure Sphinx und Stolen Babies übergeht. Punk- und Hard-Rock-unüblich sind dagegen die immer wieder eingestreuten Doublebass-Attacken von Schlagzeuger John A., die beim doomigen Quasi-Abschlussstück „Raven“ ein Tempo erreichen, das man sonst eher aus dem Extreme Metal gewohnt ist.

Die Songs auf „Dead Doll“ sind überwiegend kurz und geradlinig gehalten. Das macht die hervorragend produzierte Platte einerseits schön fetzig und wuchtig, führt allerdings zum Hauptproblem, mit dem das Album zu kämpfen hat: In Sachen Tempo und vor allem Schlagzeugbeats bieten VOLKER hier nahezu keine Variation. Klickt man sich durch die Titel, könnte man meinen, man höre die ganze Zeit den gleichen Song. Dass dem so nicht ist, offenbart sich natürlich, wenn man die Stücke hintereinander hört, denn eben gerade in Sachen Riffing, Melodieführung und Akkordarbeit hat sich das Quintett einiges einfallen lassen. Songs wie „Negative Waves“, das mit einem spooky Synthesizer unterstützte „Voodoo Baby“ und „Suicide Love Addict“, bei dem Sänger Arno Strobl als Gast auftritt, wissen mit ihrer voranpreschenden Art und ihren ungewohnten und dennoch eingängigen Einfällen zu überzeugen. Auch die anderen Songs auf der Scheibe machen im Grunde für sich alleinstehend betrachtet alles richtig, was ein stimmiger Rock-Song richtigmachen kann. Insofern bereitet die Platte auch sehr viel Freude, denn wirkliche Durchhänger gibt es, abgesehen vom in sowohl der normalen als auch der Remix-Fassung etwas trägen „Yell“, nämlich gar keine.

Mit „Dead Doll“ haben VOLKER aus Frankreich ein tolles Death-Rock-Debüt vorgelegt, das endlich mal wieder etwas frischen Wind in die Hard-Rock-Szene zu bringen vermag. Dass die Songs fast durchgehend das gleiche Tempo und sehr ähnliche Schlagzeug-Beats nutzen, ist schade und verschenkt einiges an Potential, nichtsdestotrotz werden mit Sicherheit die meisten Fans dieser Musik großen Gefallen an diesem Werk finden. Wenn die Truppe da noch etwas mutiger wird, dann könnte sie das beim nächsten Album sehr weit bringen.

Bewertung: 7.5 / 10

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