
Das MIDGARDSBLOT ist eines der immersivsten Festivals seiner Art. Zwischen Nordic Folk und Extrem-Metal versammeln sich einmal im Jahr gut 4000 gleichgesinnte Seelen am norwegischen Oslofjord in Borre. Bereits vor dem ersten offiziellen Festivaltag war es möglich, sich die Bändchen beim sehr freundlichen Personal abzuholen. Die Aufbauten waren noch im vollen Gange, trotzdem konnte ein erster Gang über das Gelände gewagt werden. Am Oslofjord entlang kann bereits das Oseberg-Wikingerschiff erspäht werden, das im Verlauf des Festivals auch noch durch die Redaktion gerudert werden sollte. Am selben Abend hat die Auftaktparty zum MIDGARDSBLOT in der Bar „Horten Bors“ stattgefunden. Die Menschen, die Stimmung und Atmosphäre haben zu tollen Gesprächen eingeladen. Lediglich die Bierpreise sind bedingt durch die hohen Steuern für deutsche Verhältnisse schwer verkraftbar, was sich auch auf dem Festival selbst nicht ändern sollte, aber was erwartet man auch in Norwegen?
Mittwoch, 12.08.2026

Nach einem sehr entspannten Einlass hat das MIDGARDSBLOT mit dem obligatorischen Eröffnungsritual gestartet. Das ist definitiv nichts für Zartbeseitete oder Vegetarier. Hier wird noch mit echtem Blut gearbeitet. An der Schlange der Menschen sieht man schon, wie beliebt dieses Ritual ist. Auch wird es von denen, die daran teilnehmen, mit viel Herzblut und Leidenschaft vollzogen.

Ein wenig früher als geplant haben NEMUER gestartet. Die Stimmung war bei allen Beteiligten bestens. Neben den üblichen Klängen, die der Nordic Folk zu bieten hat, bauen NEMUER auch ägyptische Einflüsse und harte Gitarrenriffs in ihre Musik ein. Das gibt der Performance eine besondere Stimmung und steigert die Intensität und das Erlebnis vor der Bühne, was unter anderem Karl Sanders (NILE) zu einer Kooperation auf der letzten Veröffentlichung bewogen hat. Natürlich dürfen rituelle Komponenten nicht fehlen und zum Ende wird allen Musikern ein Gefäß zum Trinken gereicht. Was an der Stelle die Kehlen herunterfließt, muss der Fantasie überlassen werden.

In der Gildenhalle ging es danach mit SVARTILAAGEN weiter. Bei der wirklich noch blutjungen Band ist die Halle von Beginn an rappelvoll. Dass sie sich am Black Metal der 90er Jahre orientieren, ist klar zu hören. Ein Mayhem-Cover unterstreicht diesen Anspruch. Dabei versprühen SVARTILAAGEN eine Freude und Energie, die bei allen in der Halle ankommt. Die Stimmung könnte zum Start des MIDGARDSBLOT schwerlich besser sein. SVARTILAAGEN sind auch die erste einer umfangreichen Reihe an Nachwuchsbands, die auf dem MIDGARDSBLOT spielen. Die Initiative etablierter Bands wie ENSLAVED, junge Bands an die goldenen Zeiten des Black-Metals heranzuführen, trägt merklich Früchte.
- Tyrann Over Norge
- Hedningens Sorg
- Tröllaðalur
- Krigersinn
- Det Brenner!!
Auf der Main-Stage prangt bereits das imposante Backdrop von TAAKE: Ein Wald in Schwarz und Weiß gehalten soll es sein. Die Bühne wird durch einen gepfählten Pferdekopf geziert. So etwas sieht man heutzutage wohl nicht mehr so oft, schaudern lässt das aber auch niemanden mehr. Mit eindrucksvollem Corpspaint kommen TAAKE auf die Bühne und von Beginn an knallt es von der Bühne. Dadurch fangen auch die ersten Haare an zu fliegen, und der Pit geht auf. Von fehlender Leidenschaft kann bei allen Beteiligten nicht die Rede sein. Der Aufbau mit dem Pferdekopf ist nicht nur Deko, dieser dient auch als Getränkehalter für Ørjan „Høst“ Stedjeberg.

- Nordbundet
- Du ville ville Vestland
- Hordalands dødskvad I
- Fra vadested til våndesmed
- Nattestid ser porten vid (Part VI)
- September omsider
- Hordalands dødskvad III
- Nattestid ser porten vid (Part I)

Deutlich ruhiger und wieder im Nordic Folk verankert kommen SONGLEIKR auf die mit Bäumen verzierten Bühne. Nicht nur das lässt an HEILUNG erinnern, auch die Musik ist nicht weit weg von ihnen. Das ist auch nicht verwunderlich, ist doch Maria Franz die treibende Kraft hinter SONGLEIKR. Ihr animierender und tanzbarer Stil lädt zum Mitmachen ein, das wird auch vor der Bühne gut angenommen.
MUSIC IN LOW FREQUENCIES ziehen einen zurück in die Gildenhalle. Und was für eine Intensität strahlen sie aus. Mehr als ein Schlagzeug, eine Gitarre und Synthesizer braucht es nicht, um einen einmaligen Sound zu erzeugen. Dabei gibt Sängerin Mariana Faísca alles und schafft es, die Gildenhalle in ihren Bann zu ziehen.


Das, was auf der Helheim-Stage folgen soll, ist einfach eine Macht. SOLSTAFIR überstrahlen an Intensität und Atmosphäre alles, was zuvor geschehen ist und folgen soll. Dabei spielt Sänger Aðalbjörn Tryggvason seine Gitarre auch mit einem Geigenbogen. Das sorgt noch mal für ganz einzigartige Momente, die bei endlich eingetretener Dunkelheit durch die hervorragende Lichtsetzung unterstrichen werden. Alles, was einem entgegensströmt, bläst einen einfach um. Der Sound erzeugt eine vollkommen dichte Stimmung, bei einer musikalischen Qualität, die ihresgleichen sucht. Was für ein grandioser Abschluss des ersten Festivaltages auf dem MIDGARDSBLOT!
Wer zu diesem Zeitpunkt noch nicht genug auf die Ohren bekommen hat, kann sich die ersten beiden Singles des kommenden Albums von BRANNOS in der Gildenhalle anhören. Diese werden im Rahmen eines einmaligen Events zum ersten Mal auf dem MIDGARDSBLOT aufgeführt.
Donnerstag, 13.08.2026
Am zweiten Festivaltag startet die Redaktion nicht mit einem Konzert, sondern mit der „Vestfold Viking Tour“. Die Tour ist eine von mannigfaltigen Nebenbeschäftigungen rund um das Festival und führt zu drei historischen Orten. Diese wird von dem einheimischen Thor Elptirdalr durchgeführt. Die knapp 100 € extra muss man sich dafür leisten wollen. Dafür wird man aber auch gute vier Stunden zu Orten der Wikingergeschichte entführt, die durchaus relevant für das heutige Wissen über die damalige Kultur sind.

Erster Stopp ist das Hügelgrab zweier Frauen, mit denen das Oseberg-Wikingerschiff begraben liegt. Mit dem Nachbau ebendieses Schiffes stürzt sich metal1.info am folgenden Tag in die Fluten des Oslofjords. Neben verschiedenen Grabbeilagen erklärt Thor einige Hintergrundinformationen zu den beiden Frauen. Zum Schluss bekommt man noch mal Zeit, den Ort in sich aufzunehmen und zu erkunden. Als Nächstes und mit ähnlichem Vorgehen kommt man zum Hügelgrab von König Olaf, dessen Saga man vor Ort sehr gut nachvollziehen kann. Der Abschluss wird durch den Besuch des Museums zu dem alten Dorf Kaupang gebildet. Auch dort gibt es wieder Hügelgräber und eben das Museum mit allerhand Exponaten zu bestaunen. Zeitlich ist der Ausflug leider etwas ausgeufert, sodass die ersten Bands des Tages verpasst werden.

Mit ihren archaischen Klängen gehören NYTT LAND inzwischen fast schon zum Inventar des MIDGARDSBLOT. Das Duo entführt das Publikum erneut tief in die Welt des sibirischen Schamanismus, wo Kehlkopfgesang, rituelle Rhythmen und traditionelle Instrumente eine faszinierende Atmosphäre erzeugen. Routiniert und zugleich eindringlich liefern NYTT LAND einen gelungenen Auftritt ab, der viele Besucher in seinen hypnotischen Bann zieht. Zwischenzeitlich heizen DESPAIR schon mal die Gildenhalle für den Tag auf.
Der Tag ist zwar ruhig gestartet, mit MAWIZA wird die Ruhe aber vollends weggeblasen. Die Chilenen singen in der Sprache ihres angestammten Volkes, der Mapuche. Mit ihren eindrucksvollen Gewändern und den Holzmasken ist das Gesamtkonzept durchaus stimmig. Bedauerlicherweise kommen die urtümlichen Instrumente vom Band, der Energie und Härte, die sie verbreiten, tut das aber keinerlei Abbruch. Und das macht diesen Auftritt auch aus, denn bei bestem Wetter und Sonnenschein heizen MAWIZA dem Publikum richtig ein. Zwischendurch wird der Bass auch mal mit einem überdimensionalen Schlagstock malträtiert, das ändert am Sound aber nicht so viel. Auch bei den Südamerikanern finden sich Riten auf der Bühne wieder. So wird einmal mit einem Strauch umhergewedelt und der Gitarrist mit einer Flüssigkeit aus einer Holzschale versorgt. Überraschend kommt das „Battery“-Cover von METALLICA, bevor das Set mit einem emotionalen und ruhigeren Stück schließt.


Heute bekommen HEXXEN ihren großen Auftritt auf der Gildenhalle. Dabei verweben sie germanische, nordische und irische Traditionen miteinander. Dies sollte aber nicht ihr einziger Auftritt auf dem MIDGARDSBLOT sein. Schon am Mittwoch und auch am kommenden Samstag treten sie im deutlich kleineren Rahmen in der Helheim-Lounge auf.

Mit WOLVES IN THE THRONEROOM trifft amerikanischer Black Metal aus den Wäldern des pazifischen Nordwestens auf die historische Heimat des Genres, und erstaunlicherweise funktioniert diese Verbindung auch unter strahlender Nachmittagssonne hervorragend. Statt auf die für ihre Musik oft passende Dunkelheit angewiesen zu sein, erzeugt die Band allein durch ihre dichte Atmosphäre und die hypnotische Wirkung ihrer Songs eine eigene Welt auf der Bühne. Mit einem gelungenen Querschnitt durch das bisherige Schaffen beweisen WOLVES IN THE THRONE ROOM eindrucksvoll, dass ihr naturverbundener und epischer Black Metal längst einen festen Platz weit über die Grenzen der US-Szene hinaus besitzt.
In der norwegischen Underground-Szene bereits bekannt, spielen BAERZERK in der Gildenhalle. Die Anreise war für die vier Jungs eher nicht weit, stammen sie doch aus dem Nachbarort Horten. Auch mit ihnen gibt es rohen und ursprünglichen Black Metal, bevor es auf der Helheim-Stage weitergeht.

Zum 20-jährigen Jubiläum des I-Albums „Between Two Worlds“ gibt es unter dem Projektnamen BETWEEN TWO WORLDS ein besonderes Set auf dem MIDGARDSBLOT. Gemeinsam betreten Abbath, Ice Dale und Armagedda die Bühne, dann geht es auch schon direkt los. Ungewohnt für Abbath, diesmal ohne Corpsepaint und Lederrüstung, dafür ganz cool mit Sonnenbrille. Die ist auch vonnöten, denn die Sonne steht tief vor der Helheim-Stage. Vor der Bühne steht man noch sehr locker, in der dritten „Reihe“ kann man sogar noch im Gras liegen. Das soll aber weiter nicht stören. BETWEEN TWO WORLDS lassen es an Härte nicht vermissen und prügeln alles nach vorn, was sie haben. Das wird auch kurzerhand durch wildes Headbangen quittiert.

- Intro
- Mountains
- Between Two Worlds
- Battalions
- Days Of North Winds
- Far Beyond The Quiet
- Cursed We Are
- Bridges Of Fire
- Shadowed Realms
- The Storm I Ride
- Warriors

In der intimen Atmosphäre der Gildenhalle liefert MIRA CETI einen der emotionalsten Auftritte des gesamten MIDGARDSBLOT ab. Zwischen fragilen Melodien und tief empfundener Intensität entsteht eine beinahe intime Verbindung zum Publikum, die den Raum komplett ausfüllt. Zum besonderen Höhepunkt des Konzerts wird der Gastauftritt von Maria Franz (HEILUNG), der den ohnehin schon eindrucksvollen Auftritt noch einmal auf ein neues Niveau hebt und für einen der erinnerungswürdigsten Momente des Festivals sorgt.
Im Anschluss gibt es direkt das zweite Jubiläum: VENOM zelebrieren 45 Jahre „Welcome To Hell“. In diesem Fall ist es das VENOM von Mantas und Abaddon. Auch hier ist zu Beginn vor der Bühne bislang nicht so viel los. Für den dauerhaft offenen Circle Pit ist über die gesamte Zeit erstaunlich viel Platz, dafür kann man große Runden laufen und dabei in der Mitte noch headbangen. Das macht unglaublich viel Spaß und wird dankend angenommen. Als Gastsänger kommen Diva Satanica (BLOODHUNTER), Nergal (BEHEMOTH), Sakis Tolis (ROTTING CHRIST) und David Vincent (I AM MORBID) auf die Bühne, um die Songs am Mikro zu unterstützen. Weitere Unterstützung erhält die Band durch die junge Französin Ace der Band BOVARY, die als Hochzeitsgeschenk einen Song mit der Band spielen kann. Mit einem wirklich großartigen Set endet nunmehr auch der zweite Abend.

Die Zeremonienmeister des Eröffnungsrituals, FOLKET BORTAFOR NORDAVINDEN, liefern heute den Schlussakt in der Gildenhalle. Klassisch im Nordic Folk verankert sind sie inzwischen Stammgäste des MIDGARDSBLOT. Auch sie dürfen am folgenden Vormittag noch mal ran, dann aber vor etwas größerer Kulisse auf der Valhalle-Stage.
Freitag, 13.08.2026

An diesem Morgen startet der Tag wieder recht früh, um zum Oseberg-Wikingerschiff aufzubrechen. Gute 20 Minuten Fußweg werden vom Startpunkt, dem Historischen Zentrum Midgard, bis zum Schiff zurückgelegt. Dort wird man direkt von der Crew und dem Kapitän begrüßt. Nach einigen Anweisungen zu Rudertechniken und dem Verhalten auf See geht es auch schon los. Was zu Beginn der Fahrt noch als schwierig erscheint, wird nach einigen Minuten immer besser: im Gleichtakt zu rudern. So geht es mit Zug um Zug auf den Oslofjord hinaus.

Nach einem gut orchestrierten Wendemanöver gibt es von einem Crew-Mitglied eine Geschichtsstunde. Natürlich zu den Hintergründen und der Entstehung der nachgebauten Oseberg, die auch am Tag zuvor an der Fundstätte bereits aufgegriffen worden war. Im Anschluss geht es zurück in den Hafen, wo schon die nächsten Ruderer auf ihre Fahrt warten. Als schönes Andenken bekommt man vom Kapitän noch eine Urkunde zu dem wirklich gelungenen und einzigartigen Ausflug überreicht. Danach geht es wieder zurück zum MIDGARDSBLOT in die Gildenhalle.

Dort angekommen begeistert der erst 18-jährige ANGELL mit einer Mischung aus Black und Death Metal. Das Alter merkt man ihm und seinen Mitmusikern nicht an, sie wirken durchaus versiert. Dabei sind, bis auf den Sänger und Gründer Angell Solberg Tveitan, alle Bandmitglieder durch ein schwarzes Tuch vor dem Gesicht verhüllt. Die Show kann durchaus überzeugen, die rohen und ungeschliffenen Klänge sind authentisch. Das Publikum in der Gildenhalle hat dies zu würdigen gewusst und einiges an Bewegung für ANGELL vor die Bühne gebracht.
Zuvor haben bereits CUTTHROAT die Gildenhalle unsicher gemacht. Die Herren waren für die Uhrzeit schon eher ein älteres Semester, so auch ihr Death Metal, der sich an den Ursprüngen der frühen 90er orientiert. Etwas aus dem Muster des MIDGARDSBLOT fällt die Rock’n’Roll-Maschine BACKSTREET GIRLS auf der Helheim-Stage. Aufgrund ihres Kultstatus in Norwegen aber auch nicht verwunderlich, dass die Veteranen heute auf der Bühne stehen. Etwas versetzt dazu spielen NARGAROTH auf der Valhalla-Stage. Die deutsche Black-Metal-Instanz um René „Ash“ Wagner kontrastiert das Programm zu diesem Zeitpunkt deutlich. Parallel verflechten DANAFAE auf der Helheim-Stage modernen, progressiven Metal mit nordischen Mythen und Traditionen in der Gildenhalle.

Mit einem Old-School-Set trumpfen I AM MORBID auf der Helheim-Stage auf. Ohne große Umschweife geht es direkt zur Sache. Vor der Bühne bleibt es während des Konzerts recht licht. Gleichwohl schafft es der ein oder andere Crowdsurfer nach vorn, auch wenn dafür lediglich drei Reihen zu überwinden sind. Was den Jungs von I AM MORBID aber besonders gut gefällt, sind die vielen jungen Metaller mit Publikum. Das verdient eine besondere Würdigung von David Vincent.

Mit intensiven Nordic-Folk-Klängen können SKALD am frühen Abend begeistern. Die einzelnen Songs bauen sich vor dem beeindruckenden Bühnenbild besonders gut auf. Wie gewohnt ist auf der Bühne einiges los, vor allem die Trommler hauen ordentlich rein und lassen dabei die Haare fliegen. Dazu finden sich immer mehr Besucher im Publikum, die in den vorgegebenen Rhythmen mitschwingen. Aber auch die ruhigen Momente lassen SKALD pointiert in ihr Set einfließen.
- Heiemo Og Nykkjen
- Ódinn
- Ek Skal Riða
- Troll Kalla Mik
- Myrkviðr
- Mánin Líður
- Sækonungar
- Ó Valhalla
- Ljósálfur
- Draumakona
- Yggdrasill
- Himinbjörg
- Ratatoskr
- Gleipnir

Mit ihrer Mischung aus Black Metal, Rock-’n‘-Roll-Attitüde und nordischer Melancholie sorgen VREID für einen energiegeladenen Auftritt. Zwischen druckvollen Hymnen und epischen Momenten gelingt es VREID mit Songs wie „Pitch Black Brigade“ mühelos, die besondere Atmosphäre des MIDGARDSBLOT einzufangen und das Publikum geschlossen auf ihre Seite zu ziehen. Zur gleichen Zeit verdingt sich die aus Oslo stammende Atmospheric-Death-Metal-Band VOIDSPIRE in der Gildenhalle.
- A Second Death
- Pitch Black
- The Skies Turn Black
- The Others And The Look
- Speak Goddamnit
- Chaos
- Into The Mountains
- From These Woods
- Lifehunger
Als GEHENNA später die Valhalla-Stage betreten, ist das Gelände des MIDGARDSBLOT bereits gut gefüllt. Die einsetzende Abendstimmung bietet den passenden Rahmen für eine Reise in die frühen Tage des symphonischen Black Metal. Statt einen Querschnitt durch ihre gesamte Karriere zu präsentieren, konzentrierte sich die Band auf Material aus den Wiederveröffentlichungen von „First Spell“, „Seen Through The Veils Of Darkness“ und „Malice“. Diese Wahl erweist sich als gelungen: Songs wie „Mystical Play Of Shadows“, „Through The Veil Of Darkness“ und „Morning Star“ entfalteten eine Atmosphäre zwischen frostiger Melancholie und majestätischer Dunkelheit. Erinnerungen an frühe EMPEROR oder LIMBONIC ART wurden wach, ohne dass GEHENNA ihre eigene Identität verlieren.

- Touched And Left For Dead
- A Witch Is Born
- The Mystical Play Of Shadows
- Through The Veils Of Darkness
- Angelwings And Ravenclaws
- The Eyes Of The Sun
- The Shivering Voice Of The Ghost
- Lord Of The Flies
- Morningstar
- A Myth
- Unearthly Loose Palace
- Midvinter Forest

Mit TURBONEGRO werden die jungen Wilden auf das MIDGARDSBLOT losgelassen. Dass die Death-Punk-Norweger sehr beliebt sind, ist schwerlich zu übersehen: Der gesamte Platz vor der Main-Stage ist brechend voll. Schon den ganzen Tag ist auffällig, wie viel auf dem MIDGARDSBLOT los ist – auf dem Gelände sind die Shirts und typischen Hüte von TURBONEGRO stark vertreten.

Von Beginn an ist richtig Alarm vor der Bühne, die Pits gehen direkt auf und es kommt ein Crowdsurfer nach dem anderen nach vorn. Spätestens zu „City Of Satan“ oder „All My Friends Are Dead“ ist alles zu spät und der gesamte Platz vor der Bühne brennt vor Energie, die sich immer weiter entlädt. Den Slot des Headliners an diesem Abend haben TURBONEGRO würdig gefüllt.
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- Back To Dungaree High
- RNR Machine
- Hurry Up And Die
- Get It On
- Rendezvous With Anus
- Hot For Nietzsche
- Self Destructo Bust
- City Of Satan
- Black Rabbit
- Do You Dig Destruction?
- Boys From Nowhere
- All My Friends Are Dead
- Darkness
- Prince
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- FTW
- Erection
- The Age Of Pamparius
Für die richtige Atmosphäre sorgen VELU NAMAI zu später Stunde. Kurz vor Mitternacht ist bereits ein Altar vor der Bühne aufgebaut und lockt durch Kerzen beleuchtet die noch willigen Festivalgänger an. Ihre äußerst gekonnte Verknüpfung von Nordic-Folk-Klängen und elektronischen Komponenten erzeugt eine ganz besondere Stimmung auf dem MIDGARDSBLOT. Die Songs entwickeln sich rhythmisch und gleichförmig, das Publikum bewegt sich im Takt mit. Nach der Show bleibt auch noch genug Zeit, um einen kleinen Plausch mit der Band zu halten. Ein toller und stimmungsvoller Ausklang, den VELU NAMAI dem MIDGARDSBLOT geschenkt haben.

- Lizdeika
- Uždegkite Ugnį
- Krivio Krivaitis
Samstag, 12.08.2026

Auch der Samstag startet mit einer jungen norwegischen Black-Metal-Band: TYRANNY. Noch ist etwas Platz in der Gildenhalle, da sorgt jedoch für perfekte Sicht. Die Jungs machen einen guten Eindruck, ein wenig mehr Selbstsicherheit und Ausstrahlung auf der Bühne wären aber ganz gut. Das wird mit den Jahren aber mit Sicherheit besser. So wird es sich lohnen, TYRANNY auf dem Radar zu behalten. Das wissen die Hardcore-Fans bereits und haben vor der Bühne richtig viel Spaß.

Direkt danach geht es auf der Valhalle-Stage mit LEPERPEST weiter. Inspiriert ist ihr Sound von schwedischem und amerikanischem Death Metal. In Blut getauchte Gesichter und Körper schreiten auf die Bühne. Zu Beginn ist leider fast gar nichts los auf dem Platz. Das ändert sich jedoch im Verlauf des Konzerts. Locker steht man aber bis zum Ende. Den fünf Norwegern ist das offensichtlich reichlich egal und so wird ordentlich in die Gitarren und auf das Schlagzeug gehauen.
- Goregoyle
- Gored To The Mud
- Shotgun Lobotomy
- Toybox
- Carnage
- Cloyne
- Soulless (GRAVE-Cover)
- Trash T.C.
- Enter The Dead
Dem Drummer Vertum fliegt zwischendurch ein kleines Becken vom Podest. Das wird gekonnt weggelächelt, nachdem kurze Verwirrung auf der Bühne herrscht, was man jetzt wohl machen sollte. Man entscheidet sich dafür, die Instrumente und die Stimme weiter zu malträtieren. Die Jungs von LEPERPEST liefern ein stabiles und knackiges Set ab, das die Laune für den restlichen Tag deutlich nach oben gehen lässt. Direkt danach präsentieren MYSTERY ihre Mischung aus Hard Rock, Black Metal, Punk und Thrash Metal in der Gildenhalle.
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- Grimmen
- Blodmaane
- S.S.S (Sirenenes Siste Sand)
- Mørket
- Svart Lotus
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KOLDBRANN präsentierten sich auf der Festivalbühne energiegeladen, kompromisslos und mit einer bemerkenswerten Selbstverständlichkeit. Im Zentrum des Sets steht das aktuelle Album „Ingen Skånsel“, dessen Songs live ihre volle Wirkung entfalteten. Die neuen Stücke klingen bissig, direkt und druckvoll, fügten sich zugleich aber nahtlos in das Gesamtbild des Auftritts ein. Dass sie neben älteren Klassikern bestehen können, spricht für die Stärke des aktuellen Materials. Mit Nummern wie „Kaosmanifest“ und „Koldbrann“ schlägt die Band zudem gekonnt die Brücke zu früheren Schaffensphasen und sorgt so für einen stimmigen Spannungsbogen.

- Kaosmanifest
- Koldbrann
- Ingen
- Et Domt Visjonært Falqum
- I Eklipsens Skimmer
- Totalt Sjelelig Bankerott
- I Unaturens Vold
- Inhumanitæ Inhonipien
Mit Sonne satt geht es auf der Helheim-Stage am letzten Festivaltag weiter. EINHERJER schaffen es, am frühen Abend den Vorplatz der Bühne gut zu füllen. Das war nicht immer so in den letzten Tagen. In die Mitte vor der Bühne gesellt sich eine Gruppe von Kriegern, in voller Rüstung. Diese Schlacht wollen sie zusammen mit EINHERJER schlagen und somit ist der Moshpit auch schon offen. Mit vereinten Kräften schafft es der ein oder andere Krieger auch auf den Händen der Meute nach vorn.

Zum Ende gesellte sich die gesamte Mannschaft noch auf die Bühne, dazwischen spielen EINHERJER ihr Finale. Zu „Ironbound“ und „Far Far North“ ist das ein durchaus beeindruckendes Bühnenbild. Das kommt nicht ganz ohne kleine Scharmützel zwischen den offensichtlich verfeindeten Seiten aus. Davon hätte es heute gern noch mehr geben können.
- Nåde
- Bloodborn
- The Blood And The Iron
- Nidstong
- Gone
- Dei Så Ser
- Dreamstorm
- West Coast Groove
- Dragons Of The North
- Ironbound
- Far Far North
Dass MORTAL FEAR keine ganz unbekannte Truppe im norwegischen Untergrund ist, hat man schon den Tag über an den zahlreichen Shirts wahrnehmen können. Wie die meisten anderen jungen Bands zum MIDGARDSBLOT liefern sie in der Gildenhalle ab. Etwas Abwechslung bietet der Mix aus Thrash Metal mit Hardcore-Punk-Einflüssen.

FORNDOM liefern zunächst einen epischen und zutiefst bewegenden Auftritt, getragen von archaischen Klanglandschaften und einem emotionalen Gesang, der hervorragend zur besonderen Atmosphäre des MIDGARDSBLOT passt. Mitten im Set greift jedoch sinnbildlich Thor selbst ins Geschehen ein: Ein aufziehendes Gewitter zwingt die Veranstalter zum Abbruch und sorgt für einen ebenso unerwarteten wie dramatischen Einschnitt. Umso eindrucksvoller wirkt die spätere Fortsetzung des Konzerts in der Dunkelheit, denn was zuvor schon intensiv war, entfaltet unter dem nächtlichen Himmel eine noch größere Kraft und macht den zweiten Anlauf zu einem der denkwürdigsten Momente des Festivals.
- Jakten
- Yggdrasil
- Nio Nätters Led
- Den Grymma Hästen
- Resan
- Svitjod
- Och Med Vinden Ack De Gunga
- Moderstårar
- Disar
- Hemkomst
Nach ihrem ersten Besuch zum MIDGARDSBLOT 2022 kehren NEBALA in diesem Jahr mit ihrem neuen Album im Gepäck zurück. Mit „Rites Of Passage“ bringt der ehemalige Sänger von HEILUNG, Jonas Lorentzen, am Abend moderne Nordic Folk auf die Helheim-Stage.
Mit ARACHNO findet sich erneut norwegischer Nachwuchs im Line-Up. Diesmal regnet in der Gildenhalle jedoch ein Thrash-Gewitter nieder. Was die Jungs hier auf die Bretter bringen, ist zügel- und kompromisslose Energie. Mit ihrem rohen Thrash bringen ARACHNO die Gildenhallen im wahrsten Sinne des Wortes zum Beben. Nach diesem wilden Feuerwerk fliegen zum Schluss die Fäuste und Kehlen krächzen aus der letzten Ecke mit.

Danach entfesselt ARTHUR BROWN eine Macht auf dem MIDGARDSBLOT, die ihresgleichen sucht. Die Begeisterung kann mit jedem Song nur steigen. Mit bunten und äußerst einfallsreichen Kostümen, die nach fast jedem Song wechseln, wissen die alten Herren zu begeistern. In diesem Alter noch so eine derart intensive und hervorragende Performance hinzulegen, ist wohl einzigartig. Das schaffen neuere Bands heute so oft nicht. Bei der einen oder anderen Showeinlage merkt man ihm das Alter aber schon an. Das war sicherlich mal spritziger in den vergangenen Dekaden. Hier konnte Musikgeschichte live erlebt werden: Von Psychedelic bis Metal ist alles vertreten.
- Bubbles / Nature
- Prelude – Nightmare
- Fanfare – Fire Poem
- Fire
- Sunrise (Arthur-Brown’s-Kingdom-Come-Cover)
- Voice Of Love
- Touched By All
- Time Captives
Lediglich SAXON wissen an diesem Abend die Stimmung noch mal zu steigern. Sie machen alles richtig und feuern einen Hit nach dem anderen raus. Bei dem Backkatalog ist das aber auch nicht schwierig. Zu „Denim And Leather“ werden Kutten aus dem Publikum auf die Bühne geworfen. Diese sollten Biff Byford und seine Recken bis zum Schluss begleiten. Die Kutten haben es zum Schluss, natürlich von allen Bandmitgliedern signiert, zu ihren Besitzern zurückgefunden. Zu „Crusader“ kommen zwei Ritter in strahlender Rüstung nach vorn. Beim Übersteigen der Barrikaden wird das von Biff entsprechend gewürdigt. Als großes Finale servieren SAXON „Princes Of The Night“ und wie bei vielen Songs davor wird auch hier aus vollen Kehlen mitgesungen. Es versteht sich von selbst, dass zum Höhepunkt des MIDGARDSBLOTS das Feld vor der Bühne brechend voll war.

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- Hell Fire And Damnation
- Power And The Glory
- Dogs Of War
- Solid Ball Of Rock
- Sacrifice
- Motorcycle Man
- Dallas 1 Pm
- Heavy Metal Thunder
- Strong Arm Of The Law
- Denim And Leather
- Wheels Of Steel
— - Crusader
- 747 (Strangers In The Night)
- Princess Of The Night
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Wer nach vier Tagen Festival und kurz vor Mitternacht noch Lust hat, kann mit RUNAHILD die Eindrücke noch mal Revue passieren lassen. Mit gewohnten, rituellen und ruhigen Nordic-Folk-Klängen klingt der Abend aus. Zuckende Blitze am Nachthimmel lassen vermuten, Thor ist mit dem MIDGARDSBLOT.
Fazit
Vier Tage MIDGARDSBLOT sind verflogen – und einmal mehr hat das Festival eindrucksvoll bewiesen, dass es ein Gesamterlebnis aus Musik, nordischer Geschichte und Ritualen bietet. Die besondere Atmosphäre des historischen Veranstaltungsortes lässt die Eindrücke zu etwas ganz Eigenständigem verschmelzen.
Musikalisch bietet das MIDGARDSBLOT eine bemerkenswerte Bandbreite. Von Nordic Folk und rituellen Klängen über Black-, Death- und Thrash Metal bis hin zu Punk und klassischem Heavy-Metal ist nahezu jede Spielart vertreten. Dabei sind es nicht nur die großen Namen wie VENOM, SOLSTAFIR, TURBONEGRO, EINHERJER oder SAXON, die bleibende Eindrücke hinterließen. Gerade die zahlreichen jungen und aufstrebenden Bands zeigen, dass die norwegische Metal-Szene auch abseits der etablierten Größen viel zu bieten hat.

Besonders macht das MIDGARDSBLOT jedoch die Verbindung von Musik und Geschichte. Eine Wikingertour zu historischen Stätten, das Oseberg-Wikingerschiff, rituelle Elemente und das gesamte Ambiente rund um das Historische Zentrum Midgard sorgen dafür, dass die nordische Vergangenheit nicht lediglich als Dekoration dient, sondern zu einem festen Bestandteil des Festivals wird. Auch die Atmosphäre auf dem Gelände bleibt in Erinnerung. Aufgrund der rund 4000 Besucher ist das Festival familiär und entspannt. Die Mischung aus intensiver Musik, Geschichte und Gemeinschaft macht den besonderen Reiz des MIDGARDSBLOT aus.

Natürlich gibt es auch kleinere Wermutstropfen. Einige Nebenveranstaltungen sind preislich durchaus ambitioniert, zeitliche Überschneidungen können dazu führen, dass interessante Programmpunkte verpasst werden, und bei einzelnen Auftritten wäre noch etwas Luft nach oben gewesen. Angesichts des gesamten Festivalerlebnisses fallen diese Punkte jedoch kaum ins Gewicht.

Am Ende bleibt vor allem eines: Das MIDGARDSBLOT 2026 war ein Festival, das seine ganz eigene Identität konsequent lebt. Zwischen Wikingererbe, nordischer Folklore und kompromisslosem Metal entsteht eine Atmosphäre, die sich nur schwer mit anderen Festivals vergleichen lässt. Wer bereit ist, sich auf dieses besondere Konzept einzulassen, bekommt nicht einfach vier Tage Musik geboten, sondern eine Reise in eine vergangene Zeit.
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Ich möchte ungern klugscheißen … aber meines Wissens gibt es keine Band, die „Between Two Worlds“ heißt und in der Abbath und co. spielen. Habe das jetzt schon auf mehreren Seiten gelesen und frage mich, ob ich hier einen Hänger im Gehirn habe. :D
Das Bandprojekt hieß seit jeher „I“ … Between Two Worlds ist der Titel des ersten und einzig veröffentlichten Albums. :)
Hi! Es ist wohl Schrödingers Band, es gibt sie, und es gibt sie nicht. Du hast natürlich Recht, dass das I-Album so hieß und dieses hier gespielt wurde. Allerdings wurden für das Festival dezidiert nicht I als Band angekündigt, sondern Between Two Worlds: https://www.midgardsblot.no/lineup/between-two-worlds – eventuell ist das eine Rechte-Frage oder einfach künstlerische Entscheidung der Musiker gewesen, diese Show nicht als I zu spielen. Ich habe den Text an der Stelle dennoch zur Klärung geringfügig angepasst.
Die völlig kritiklose und ohne jegliche Einordnung stattfindende Erwähnung von Nargaroth ist aufgrund der Geschichte der Band bzgl. politischer Äußerungen schon…speziell.
Hi Suppenjupp, ich bin selbst nicht der Verfasser des Textes und gewiss kein Nargaroth-Fan – ehrlicherweise ist mir aber über die Band aus den letzten Jahrzehnten wirklich nichts eindeutig Negatives zu Ohren gekommen. Und dass Ash als Teenie jedes Register gezogen hat, um Aufmerksamkeit zu bekommen, dazuzugehören und cool zu sein, ist weithin bekannt. Ich weiß aber nicht, ob darauf basierend ein Boykott, der nichtmal einen einzelnen Satz in einem Festivalbericht zulässt, gerechtfertigt ist. Wenn du Beispiele aktueller Vor- beziehungsweise Ausfälle hast, schick mir gerne Informationen und wir werden das umgehend überdenken. Wie du weißt, versuchen wir tunlichst, unsere Seite sauber zu halten.