Interview mit Thomas Lindberg von At The Gates

Definitiv das Comeback des letzten Jahres und für nicht Wenige auch das Album des Jahres: „At War With Reality“ der schwedischen Legende AT THE GATES. Auf ihrer Tour mit Triptykon und Morbus Chron trafen wir Sänger Thomas Lindberg vor dem Konzert in Leipzig und sprachen mit ihm über magischen Realismus, die Band, das Album und das Altern.

At The Gates
Euer neues Album „At War With Reality“ ist seit ungefähr zwei Monaten auf dem Markt – wie wurde es von Fans und Medien aufgenommen?
Das Medienecho war vom ersten Tage an fantastisch – großartige Reviews und viele Erwähnungen in den Best-Of-2014-Listen. Aber der echte Test war natürlich, die Songs live für unsere Fans zu spielen, besonders auf einer Clubtour wie dieser. Denn da triffst du auf deine eigenen Fans und deren Erwartungen. Es war sehr erfüllend zu sehen, wie gut die neuen Songs im Set angenommen wurden. Manchmal siehst du wiedervereinte Bands und die Leute wollen nur die alten Sachen hören, aber hier hat alles sehr gut zusammengepasst und die Fans haben positiv auf die Songs reagiert.

Thomas Lindberg IVDas ist natürlich schön zu hören. Was bedeuten dir diese Fanreaktionen oder Reviews von Magazinen – liest du dir die durch?
Schon. Für mich war das Wichtigste, dass die Fans und die Medien dem Album die Chance gegeben haben, die es verdient hatte. Denn es ist ein anspruchsvolleres Album, nicht so einfach zu verstehen. Eigentlich ist es sogar ein ziemlich kompliziertes, ambitioniertes Album. Umso erfreuter bin ich, dass sich Leute die Zeit nahmen und versucht haben, zu verstehen, was wir da schufen und es erst dann beurteilt haben, anstatt es anhand unserer älteren Alben zu bewerten. Das war das Lohnendste. Ich versuche alle Reviews zu lesen und da die Leute wirklich versucht haben, das Album zu verstehen, sind einige der Rezensionen sehr interessant und bringen mich fast dazu, das Album neu zu begreifen.

Sicherlich bist du das schon hundertfach gefragt worden: Wann habt ihr euch dazu entschieden, ein neues Album aufzunehmen? Denn der Abspann von „The Flames Of The End“ war ja recht eindeutig…
Ich denke, als wir die DVD machten, hatten wir uns ja quasi schon wieder aufgelöst. Aber Anders und ich arbeiteten an der DVD und dem Livealbum und das brauchte eine ganze Weile. Also fuhren wir irgendwie damit fort, AT THE GATES zu leben – bis 2010. Dann bekamen wir Angebote, die Länder zu erreichen, die wir 2008 nicht geschafft hatten. Es war uns immer im Hinterkopf geblieben, dass wir z.B. nicht nach Südamerika, Australien usw. gekommen waren. Also entschieden wir uns das zu tun, oder es zumindest zu versuchen. Damit hatten wir schon ein Versprechen gebrochen. Am Ende waren wir fünf Freunde aus Kindertagen, die jede Menge Spaß hatten und live besser als je zuvor klangen. Es gab nur eins, das normale Bands tun, wir aber nicht taten – gemeinsam kreativ sein. Letztlich war es nur dieser kleine Moment, als Anders – unser Hauptsongwriter – einfach sagte. „Ich hab hier ein paar Riffs, vielleicht sogar einen Song. Wollt ihr euch das mal anhören und dann sehen wir, was passiert?“ Wir waren alle total aufgeregt und davon angetan. Nach einer Weile hatten wir eine ganze Menge Songs. Ungefähr ein Jahr lang haben Anders und ich uns öfter gesehen als unsere Ehefrauen. Deshalb ist das ja auch alles so lohnend, eben weil wir so lange und hart daran gearbeitet haben. Wir haben so viel Energie in dieses Album gesteckt und die Leute haben ihm eine faire Chance gegeben – das ist genial.

Die Texte und das Artwork sind stark vom Magischen Realismus geprägt. Kannst du erklären, worum es dabei geht und warum ihr viele Zitate von argentinischen Autoren verwendet habt?
Magischer Realismus ist eine Art Kunst-Genre, mir ging es aber hauptsächlich um die Literatur dieses Genres. Denn ich schreibe die Texte und lese in meiner Freizeit sehr viel. Ich habe viele der Autoren schon seit geraumer Zeit gelesen, die mich zu diesem Album inspiriert haben. Aber ich habe sie nie als Teile eines bestimmten Genres wahrgenommen – bis vor ein, zwei Jahren. Ich verstand, dass es da eine Verbindung gab, eine philosophische Verbindung hinter ihren Schriften. Die meisten Autoren des Magischen Realismus arbeiteten in Südamerika, den postkolonialen Ländern Südamerikas, während der 50er und 60er. Daher sind einige der bekanntesten Namen Argentinier, Chilenen, Paraguayer oder Peruaner. So kam es, dass viele der verwendeten Zitate aus Südamerika stammen. Die drei größten Namen sind wohl Ernesto Sabato, Jorge Luis Borges und Gabriel García Márquez. Mich inspirierte die Art, wie sie schrieben, da sie in Schichten schreiben, mit multiplen Bedeutungen, Facetten und Metaphern. Es gibt viele intertextuelle Referenzen zu anderen Texten und Autoren – sehr philosophisch. Diese Art zu schreiben inspirierte mich, denn sie erinnerte mich an meine frühen Arbeiten mit AT THE GATES, allerdings mit einem größeren theoretischen Hintergrund, akkurater ausgearbeitet. Nicht einfach nur Gefühle, sondern diese mehr durchdacht. Zudem gab es da auch noch die dahinterstehende Philosophie: Postmodern, fast poststrukturalistisch, hinterfragend, wie wir die Welt sehen und in unserem Alltag durch unsere Sprache erschaffen. All unsere Realitäten sind verschieden – das ist eines der Hauptmotive des Albums. Natürlich haben alle Songs in sich auch verschiedene Themen, aber das ist das Leitmotiv.

At The Gates Band
Du hast gerade schon erwähnt, dass du dich an eure Frühwerke erinnert hast. Liegt hier auch die Ursache dafür, dass einige der Songs wie Referenzen zu diesen Alben klingen?
Als wir mit den Aufnahmen anfingen, wollten wir keinen Masterplan, wir wollten nicht zu sehr durchplanen. Wir wollten direkt aus dem Herzen erschaffen, wie wir das immer getan haben. Wir hatten nicht die Intention zu erraten, was die Fans wollen, denn das wäre nicht nur für uns unmöglich, sondern auch falsch – das wäre Ausverkauf. Wir haben einfach versucht, ein At-The-Gates-Album zu schreiben, so wie AT THE GATES jetzt sind. Für uns ist es aber auch ein Mix aus all den alten Songs, die wir live spielen und wie sie jetzt klingen, wenn wir sie spielen. Das ist der Charakter der Band. Damit wird es natürlich irgendwie ein Mix all unserer Alben, da wir ja Songs aus unserer gesamten Karriere live spielen. Das Einzige, was wir uns wirklich vorgenommen hatten, war, von dieser stromlinienförmigen Formel von „Slaughter Of The Soul“ wegzukommen, denn sie war doch sehr eindimensional. Das ist pure Aggression mit sehr ähnlichen Songstrukturen und auf diesem Album wollten wir einfach mehr rüberbringen.

Was war für dich der zentrale Aspekt, der es ermöglichte AT THE GATES ins 21. Jahrhundert zu überführen, nachdem ihr knapp 20 Jahre weg wart?
Das hat viel damit zu tun, dass wir so viel live zusammen spielen. Wir haben jetzt als wiedervereinigte Band so viele Shows gespielt wie in den 90ern. Das sind wir, so sind wir drauf, verstehst du? Wir sind als Freunde sehr eng miteinander verbunden, wir wissen, wie die anderen sich mit bestimmten Elementen unseres Sounds fühlen und wie wir diese gemeinsam ausloten können. Ich denke, wir fühlen uns einfach sehr sicher in diesem Bandgfeeling. Es war in diesem Sinne kein großer Schritt für uns, aber uns war natürlich auch klar, dass die Leute das neue Album hören würden und das war eine Herausforderung: Etwas zu erschaffen, das mit unseren Standards mithalten kann. Aber letztlich war es einfach sehr interessant und inspirierend, dieses Album zu schreiben.

at  the gates - at war with realityEin weiterer offensichtlich sehr wichtiger, Punkt ist das Artwork, gibt es doch für jeden der Songs ein eigenes Bild. Wer war dafür verantwortlich und wie lief da die Zusammenarbeit ab?
Wir haben da einen rumänischen Freund, Kostin, ein Künstler, mit dem wir vorher schon zusammengearbeitet hatten – Artworks, T-Shirts, Poster-Designs und er hat auch das Design für Anders‘ Soloalbum gemacht. Er ist ein sehr talentierter Künstler, der nicht nur im Metalbereich arbeitet, sondern ein richtiger Künstler mit Ausstellungen usw. ist. Zudem wussten wir, dass er ein großer At-The-Gates-Fan ist und als wir ihn fragten, ob er Interesse daran hätte mit uns zusammenzuarbeiten, war er direkt Feuer und Flamme. Ich habe ihm dann das gesamte Konzept erklärt, etwas ausführlicher als dir jetzt, und er war total begeistert, da er zu der Zeit in ähnliche Richtungen dachte. Es war also sehr einfach, da eine Verbindung herzustellen. Er hat schon sehr frühzeitig gefragt, ob er alle Texte der Lieder bekommen könne, da er für jeden Song etwas schaffen wollte – seine Interpretation der Songs, also was die Tracks und die Texte für ihn bedeuteten. Im Prinzip ist es also ein weiterer Künstler, der seine Gefühle unserer Kunst gegenüber darstellt. Es war nicht so, dass ich ihm sagte: „Ich will zwei Hände aus Rauch, die den Titeltrack darstellen.“, das ist etwas, das ihm eingefallen ist, seine Vision des Songs. So kam das zustande und es ist sehr schmeichelnd, dass so ein großartiger Künstler sich so viel Arbeit für dich macht.

Habt ihr irgendwie in seine Arbeit eingegriffen oder habt ihr einfach das genommen, was er abgeliefert hat?
Nein, nicht wirklich. Wir haben über ein paar kleine Sachen diskutiert und über die Frage, ob es farbig oder nicht farbig sein sollte. So was in der Art. Aber im Prinzip sind seine Ideen genauso umgesetzt wurden. Er hat uns aber immer Skizzen geschickt, wir waren also schon sehr involviert.

Der Titel des Albums entstand ja bereits in den 90ern. Wie hat sich dessen Bedeutung seitdem gewandelt, da der Krieg innerhalb der letzten Dekade ja immer mehr zur Realität wurde?
Es geht uns gar nicht so sehr um physischen Krieg, es ist mehr ein philosophischer Krieg. Ich denke, darum ging es uns auch von Anfang an. Es war aber immer nur der Titel, kein Konzept dahinter. Das Konzept stammt von mir und dann erinnerte ich mich an diesen alten Titel und hatte das Gefühl, dass das zusammenpasste und dass etwas von damals vorhanden sein würde, um diese Verbindung herzustellen. Wir sind nicht im Krieg mit der Realität, wir sind im Krieg mit der Vorstellung, dass es nur eine Realität gibt. Wir glauben, dass wir alle verschiedene Realitäten haben.

at the gates tour 2014 header

Der Songtitel „Death And The Labyrinth“ ist zugleich der Titel eines Buches von Michael Foucault – sicher kein Zufall, oder? Ist das einer der Punkte, an der sich deine Berufe als Sänger und Soziologielehrer überschneiden?
Ich denke, das ganze Konzept ist sehr philosophisch grundiert und hat viel damit zu tun, wie wir Realität wahrnehmen und wie wir Realität mittels Sprache darstellen und wenn du Michael Foucault kennst, dann weißt du, dass die meisten seiner Studien sich mit der Struktur von Macht und dem Widerstand gegen diese beschäftigten. Ich habe all diese Bücher gelesen und ihn oft für meine Arbeit an der Universität benutzt, aber dies ist fast sein einziges Buch, das sich mit etwas anderem beschäftigt, nämlich mit Literatur. Es ist eine Literaturstudie, in der er aufzeigt, dass Sprache ein Machtfaktor ist, in der Art, wie wir Literatur oder Realität wahrnehmen. „Death And The Labyrinth“ ist eine Proklamation und eine Erklärung des ganzen Konzeptes des Albums. Da es zudem der Opener ist, beschreibt es, was noch folgen wird.

Wie schwer ist es, die beiden Seiten deines Lebens auszubalancieren? Auf der einen Seite professioneller Musiker, auf der anderen Seite Vater mit einem festen Job?
Da geht es mehr um Logistik als um alles andere. Ich konzentriere mich darauf, dieselbe Person zu sein, wo immer ich auch hingehe. Ich sage immer, dass meine Klasse in den Tourbus kommen könnte – die sind zwölf Jahre alt – und sie sollten nicht überrascht sein. Es sollte für sie normal sein. Genauso sollte es für meine Band kein Problem sein, in mein Klassenzimmer zu kommen – ich bin der gleiche Typ. Ich muss mich da nicht in verschiedene Persönlichkeiten hineindenken. Daher geht es tatsächlich mehr um die Termine. Ich habe wunderbare Kollegen und einen sehr guten Direktor, der versteht, was ich machen will und dass ich immer ein Profi bin, wenn ich dort bin. Es ist nicht ganz einfach, aber auch nicht so schwer, wie Leute sich das vorstellen. Und ich möchte auch keines von beidem aufgeben, da sie mir beide etwas geben, das mir ein gutes Gefühl gibt.

Die meisten deiner Schüler haben einen Migrations- und oft auch muslimischen Hintergrund. Wie hat sich die Atmosphäre im Klassenzimmer innerhalb der letzten ca. fünf Jahre verändert, mit allem, was in der Welt passiert, z.B. der arabische Frühling?
Es gibt auf dem Album sogar einen Song über den arabischen Frühling, bzw. über die Emotion des arabischen Frühlings oder mehr noch die Frustration nach dem arabischen Frühling, weil ja nichts passiert ist und nur eine Diktatur gegen eine andere ausgetauscht wurde – zumindest in den meisten Ländern. Aber unter der Oberfläche geht der Konflikt ja noch weiter. Natürlich treffe ich viele Eltern, die hier und da Hoffnung haben und die glauben, dass es eine Veränderung geben kann. Viele sind in unser Land gekommen, da sie das System nicht für besser, aber doch passender für ihr Leben erachten – demokratischer. Aber natürlich gibt es immer noch Sachen, die diskutiert werden müssen, etwa die Rechte der Frau in einigen dieser Religionen. Und das unterrichte ich und ich glaube, dass ich einige Türen und Augen öffne und dass diese sehr jungen Kinder mit offeneren Geistern durchs Leben gehen werden als ihre Eltern oder Großeltern. Dass sie beispielsweise selbst entscheiden, ob sie das Kopftuch tragen wollen oder nicht. Ich will aber auch nicht zu viele Probleme verursachen, denn dann verlöre ich nicht den Respekt der Menschen, aber doch deren Glauben. Sie müssen an mich glauben und wenn ich zu viel hinterfrage, schafft das einen unnötigen Konflikt. Außerdem setzen sie eine Menge Vertrauen in mich und ich respektiere umgekehrt sie und muss also bis zu einem gewissen Grad auch ihre Werte respektieren. Zumindest bis sie zu stark mit meinen eigenen Werten kollidieren.

Ester Segarra
Du bist natürlich schon eine Weile im Musikgeschäft unterwegs – was hat sich verändert, wenn du die Situation damals und heute vergleichst, beispielsweise wenn es ums Proben und Aufnehmen geht?
Für uns ist es ein bisschen schwierig, uns daran anzupassen. Es gibt viele Vorteile, aber AT THE GATES waren immer eine echte Band und die Leute würde es erkennen, wenn wir es jetzt nicht mehr wären. Fakt ist, dass wir die Setlist nicht mehr wirklich viel üben müssen, denn wir sind erfahrenere Musiker. Natürlich üben wir, aber wir müssen das nicht wochenlang jeden Tag machen. Wir gehen in einer Woche über alles drüber und dann wissen wir, was wir zu spielen haben. Das Schreiben war eine Mischung: Zum einen haben Anders und ich vorm Computer gesessen und Sachen herumgeschoben und zum Anderen haben wir als Band herumexperimentiert. Denn vorher mussten wir den ganzen Song spielen, um nachher zu sehen, ob wir etwas Bestimmtes ändern wollen. Jetzt kannst du einfach etwas herumschieben. Allerdings muss es dann genauso von einer Band gespielt werden, um zu hören, wie das klingt. Also haben wir auch alles geprobt – das war der letzte Filter des Schreibprozesses. Es gab auch tatsächlich einiges, was in diesem Schritt geändert wurde. Wir haben uns vier Mal für Vier-Tage-Wochenenden getroffen und sind alle Songs durchgegangen und haben versucht herauszufinden, welche Teile „wir“ waren und welche nicht. Das spürst du einfach, wenn du gemeinsam spielst. Das ist ein wichtiger Aspekt. Wir nutzen einige Vorteile der Technik, aber wir sind nicht davon abhängig – das ist der Unterschied.

Wie sieht es mit dem Touren aus? Ist das heute einfacher und komfortabler als vor 15 oder 20 Jahren?
Ich würde sagen, dass wir in der glücklichen Position sind ein gewisses Level erreicht zu haben, was bedeutet, dass wir auf Tour im Hotel schlafen können und einen schönen Bus haben und wir uns besser um uns kümmern können, als das mit 20 der Fall war. Zugleich sind wir natürlich auch keine 20 mehr, touren ist also rein physisch anstrengender. Du weißt schon: Der Rücken tut weh, du kannst dich nicht gnadenlos betrinken, weil das deine Show am nächsten Tag beeinträchtigt, weil du älter bist und mehr darunter leidest. Wir sind glücklich, dass es für uns einfacher ist, einfach aufgrund unseres Levels, denn wenn es anders wäre, wäre ich jetzt gerade echt müde.

at the gates tour 2014Wie viel Einfluss habt ihr auf eure Touren? Könnt ihr beispielsweise die Locations und die Supportbands selbst auswählen?
Wir haben da die Kontrolle, unser Agent hört sich all unsere Ideen an. Diese Tour beispielsweise habe ich selbst zusammengestellt, ich wollte diese beiden Supportbands. Ich glaube fest an dieses Line Up und denke, bisher war es auch super. Wir versuchen das so viel wie möglich, unsere Supportbands auszusuchen, meine ich. Es gibt aber auch einfach Leute, die besser wissen, wo man wann am besten spielt, deshalb heuern wir die ja auch an. Wenn wir aber eine bestimmte Idee haben, versuchen wir, auch die umzusetzen.

Wie sieht es mit der ganzen Pressearbeit aus: Ist das etwas, was halt sein muss, oder macht dir das auch Spaß?
Ein bisschen von beidem, würde ich sagen. Ein Interview kann immer interessant sein oder dir eine neue Perspektive auf deine Arbeit geben. Wenn du aber schon fast 200 Interviews gegeben hast, hast du manchmal das Gefühl, dass du anfängst dich zu wiederholen, was sich irgendwie falsch anfühlt. Unsere Arbeit ist es, musikalisch kreativ zu sein und dann als Band gemeinsam live zu spielen. Wenn ich also wählen müsste, entweder Interviews zu geben oder live zu spielen, würde ich immer live spielen wählen. Aber das passt schon, denn die Leute sind interessiert und wir sind froh, dass sie es sind. Es kostet auch nicht so viel Energie und die Leute wollen mit dir über etwas reden, das dir etwas bedeutet – absolut kein Problem.

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Was war das letzte Album, dass du gekauft oder gehört hast, das dich umgehauen hat?
Es gibt so viel, das permanent erscheint und ich höre auch echt eine Menge verschiedenes Zeug. Schwierig… ich würde den Leuten echt ans Herz legen loszuziehen und sich das aktuelle Morbus-Chron-Album anzuhören – ein fantastisches Album. Ich höre viele verschiedene Sachen, aber für deine Leser ist Morbus Chron ein Name, den sie schon mal gehört haben und es ist einfach ein starkes Album.

Alles klar. Dann lass uns zum Abschluss noch fix das traditionelle Metal1.Brainstorming spielen:

Deutsches Bier: Wie nennt man das gleich…Reinheits…Reinheitsgebot!
Grindcore: Oh… England (lacht). Das ist komisch, aber naja… kalt und regnerisch.
Kreator: Endless Pain.
Angela Merkel: Äh…wow… das erste, was mir einfiel, war dieses, wie nennt man das noch gleich… der Hosenanzug! Der Damenanzug! (lacht)
AT THE GATES in fünf Jahren: Ein Abenteuer.

Alles klar, dann nochmals vielen Dank, dass du dir die Zeit für dieses Interview genommen hast!
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