CD-Review: At The Gates - At War With Reality

Oktober 2014

Besetzung

Tomas Lindberg – Gesang
Anders Björler – Gitarre
Martin Larsson – Gitarre
Jonas Björler – Bass
Adrian Erlandsson – Schlagzeug

Tracklist

01. El Altar Del Dios Desconocido
02. Death And The Labyrinth
03. At War With Reality
04. The Circular Ruins
05. Heroes And Tombs
06. The Conspiracy Of The Blind
07. Order From Chaos
08. The Book Of Sand (The Abomination)
09. The Head Of The Hydra
10. City Of Mirrors
11. Eater Of Gods
12. Upon Pillars Of Dust
13. The Night Eternal


19 lange Jahre hat es gedauert. Seit vier Jahren sind sie wieder auf Tour und ein neues Album wurde stets kategorisch ausgeschlossen. Bis Anfang des Jahres die ersten kryptischen Teaser auftauchten und die Metalwelt in helle Aufregung versetzten. Konnte es wirklich sein, dass die Könige des Melodic Death Metal und Vorreiter des Metalcore, die Blaupause für Myriaden von Bands der 2000er wieder zuschlagen würden? Es kann sein und AT THE GATES veröffentlichen nun mit „At War With Reality“ das wohl am heißesten erwartete Album seit „Surgical Steel“.

Eines direkt vornweg: „At War With Reality“ ist alles was man sich wünscht und noch mehr. Es ist die triumphale Rückkehr der Melodic-Death-Metal-Pioniere und reiht sich problemlos in die mächtige Diskographie von AT THE GATES ein.
Dabei ist „At War With Reality“ zwar stilistisch nah an seinem Vorgänger „Slaughter Of The Soul“ dran, ohne dabei jedoch ins bloße Kopieren zu verfallen. Vielmehr rufen die Songs beim Hörer die gleiche Aufregung bzw. Begeisterung hervor, wie dies einst „Under A Serpent Sun“ oder „Blinded By Fear“ taten, zugleich haben AT THE GATES ihrem Comebackalbum jedoch eine Menge neue Finessen mitgegeben, die einen dieses Album in der Endlosschleife laufen lassen wollen. Paradebeispiel hierfür ist „The Conspiracy Of The Blind“, welches am stärksten an „Slaughter Of The Soul“ erinnert und doch eigenständig und neu klingt.
Am beeindruckendsten sind dabei die Riffs: Aus jeder Ecke kommen sie gesegelt, eins fetter und eingängiger als das andere. Egal an welcher Stelle man bei „At War With Reality“ die Stop-Taste drückt, die letzten Noten hallen einem weiter durch den Kopf und man wird sie nicht eher los, als dass man dem Album erneut sein Gehör schenkt.

Aber zurück zu den eigentlichen Songs. Nach kurzem atmosphärischem Intro knallt mit „Death And The Labyrinth“ der erste richtige Track dermaßen hart aus den Boxen, dass es den Hörer ab dem ersten Ton in seine Sitzgelegenheit nagelt. Vom Feeling her an „Cold“ erinnernd, prescht die Nummer mächtig nach vorn, ohne dabei die melodiösen Leads zu vernachlässigen und in der Bridge mit einem mächtigen Mid-Tempo-Groove aufwartend. „The Circular Ruins“ begeistert mit einem unglaublich treibendem Rhythmus, „The Head Of The Hydra“ platzt schier vor Energie und wartet zudem mit einem Beginn auf, der mächtig an das geniale „The Swarm“ erinnert.
„Order From Chaos“ hingegen ist stärker von den ersten beiden Alben beeinflusst, kommt entsprechend rauer rüber und ergänzt sich auf wunderbare Art und Weise mit dem melodischeren „Heroes And Tombs“, welches mit seinem ruhigeren Beginn und der Spoken-Word-Passage massiv an „The Burning Darkness“ erinnert (tatsächlich sagt Thomas diese Worte sogar). Dabei wirkt der Songs jedoch nicht wie ein Abklatsch, sondern vielmehr wie ein Tribut, ein sehr gelungenen wohlgemerkt.
Fast schon Epik kommt hingegen bei „The Book Of Sand (The Abomination)“ auf, ein Element mit dem AT THE GATES ja schon immer gern spielten, dass sie jedoch selten so gelungen umgesetzt haben. Mit „City Of Mirrors“ hat es auch ein gut zweiminütiges Instumental auf „At War With Reality“ geschafft, dass für echte Gänsehautatmosphäre sorgt, ehe das folgende „Eater Of Gods“ alles zu Kleinholz verarbeitet.
AT THE GATES beschließen die Platte mit dem stark melodischen „The Night Eternal“, welches gekonnt den Bogen zurück zum Anfang spannt und „At War With Reality“ somit zu einer in sich geschlossenen Angelegenheit macht.

Wie fasst man diese Scheibe zusammen? Wo steht „At War With Reality“ im Bezug zu den anderen Platten der Band? Sicher ist, dass dieses Album nicht denselben bahnbrechenden Einfluss haben wird, wie sein Vorgänger – kann es auch nicht. Trotzdem könnte „At War With Reality“ durchaus das beste Album sein, dass AT THE GATES bis jetzt geschrieben haben. Sicher eine steile These, die nur die Zeit verifizieren kann. Bis dahin jedoch, wird sich dieses Album – sicher für viele das Album des Jahres – auf jeden Fall noch unzähliger Umdrehungen erfreuen und das mehr als zu recht, denn „At War With Reality“ ist die musikgewordene Versuchung und besitzt aboslutes Suchtpotential. AT THE GATES sind zurück und keiner kann ihnen ihren Thron streitig machen. Melodic Death Metal muss genau so klingen, keine Diskussion.

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Bewertung: 10 / 10

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1 Kommentar zu “At The Gates – At War With Reality”

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