Interview mit Christian "Chrigel" Glanzmann von Eluveitie

Nach fast zwei Jahren Touren und Aufnahmen meldeten sich die Schweizer ELUVEITIE mit dem sechsten Studioalbum „Origins“ zurück, das gleichzeitig das erste Nummer-eins-Album der Band darstellt. Über das Release, dessen Entstehung, das Tourleben, Finanzielles und aktuelle Erfolge spricht Frontmann Chrigel im Interview.

eluveitie-504dd1dfbeb13Ihr seid erst vor kurzem mit dem Swiss Music Award als beste Live-Band ausgezeichnet worden und euer aktuelles Album „Origins“ ist in Deutschland direkt auf Platz sechs eingestiegen. Hast du jemals mit solchem Erfolg gerechnet?
Ja, habe ich. Na, das klingt jetzt vermutlich unglaublich hochnäsig und vermessen. So ist es überhaupt nicht gemeint. Aber sagen wir es so: Damals vor 12 Jahren, als ich ELUVEITIE gründete, machte ich es von Anfang an klar, dass wir hart arbeiten werden, mit dem Ziel als Band zu wachsen und so weit zu kommen wie man mit dieser Art von Musik eben kommen kann. Ich wollte auch immer schon meine Leidenschaft, die Musik, zu meinem Beruf machen. Ja, und insofern hatten wir unsere Ziele, von Anfang an. Und selbstverständlich kann man nie wissen, was die Zukunft bringt, noch darf man jemals auch nur das kleinste Bisschen als selbstverständlich oder gegeben sehen. Aber man kann hoffen, an seinen Zielen festhalten und unbeirrt Schrittchen für Schrittchen gehen. Und das taten wir.

eluveitieWie fühlt es sich an, es so hoch in die Charts geschafft zu haben?
Wie es sich anfühlt? Nun, ganz ehrlich – wir fühlen uns gleich wie immer. Natürlich sind wir unseren Fans für ihren unglaublichen Support auf ewig dankbar und freuen uns! Aber man muss auch sehen: Irgendwelche Trophäen oder Charts-Positionen sind nicht der Grund, weshalb man Musik macht. Zumindest für uns nicht. Alles was wir wollen ist unsere Musik zu machen und uns ihr uneingeschränkt widmen zu können. Der „Swiss Music Award“ freute uns zwar schon sehr, aber eigentlich nicht wegen dem Award, der dient heute als Buchstütze in irgendeinem meiner Bücherregale, aber weil Metal in der Schweiz – gerade medial – halt schon immer so als „Randerscheinung“ gehandelt wurde und wird. In der Schweizer Musikgeschichte war das nun das erste Mal, dass eine Metal-Band den höchsten Musik-Award der Schweiz gewann. Und das freute uns schon diebisch. Und wir kommunizierten es öffentlich auch so: Wir holten diesen Award nicht für uns! Wir holten ihn für den Metal und die Metal-Szene in der Schweiz. Für uns war das ein Statement.

Nachdem auf „Helvetios“ die gallischen Kriege thematisiert wurden, taucht ihr mit „Origins“ in die Mythologie ein und beschäftigt euch vorrangig mit ätiologischen Sagen aus Gallien. Vor allem ist die Gottheit Succellos präsent, an dessen „Heiligenschein“ auch das Artwork angelehnt ist. Bist du selbst spirituell oder was fasziniert dich an diesen Themen?
Was heisst schon „spirituell“, das ist ein verdammt dehnbarer Begriff. Vielleicht bin ich das, ja. Sagen wir so, ich beschäftige mich intensiv mit der Materie und sie bedeutet mir persönlich viel. Aber irgendwie esoterisch bin ich gar nicht drauf. Mit irgendwelchem esoterischen oder neo-heidnischen Zeug kannst Du mich jagen! Meine Beschäftigung mit der Materie ist immer sehr historisch und auch wissenschaftlich geprägt. Aber das persönliche Interesse ist eigentlich nicht primär der Grund, weshalb ich diese Thematik für das Album wählte. Punkt ist einfach: Eluveitie an sich dreht sich um keltische Kultur und Geschichte. Und Mythologie ist einfach auch ein wichtiger Aspekt davon.

eluveitieFür das Artwork des Albums hast du wieder mit Experten der Universität Zürich zusammengearbeitet. Was war hier der Hintergrund?
Bei dieser Zusammenarbeit ging es primär um Kunststile. Das Cover – wir wollten etwas symbolisches und abstraktes – sollte auch gestalterisch in einem authentischen Kunststil gehalten sein. Halt so, wie es damals, vor gut 2000 Jahren, in Gallien „in“ war. Aber die sonstige wissenschaftliche Zusammenarbeit umfasste primär die Universität in Cambridge und ich stützte mich auch stark auf ein (2000-seitiges) Kompendium zum Thema, welches in der heutigen Wissenschaft ein Standardwerk ist.

Wie entsteht denn das lyrische Konzept zu einem ELUVEITIE-Album?
Im Prinzip arbeitete ich bei jedem Album gleich. Es ist intensive Recherche auf wissenschaftlicher Ebene und eben auch mit Unterstützung von Wissenschaftlern. „Origins“ war insofern einfach sehr viel intensiver als bei den bisherigen Alben. Noch nie investierte ich so viel Zeit und Aufwand in das lyrische Konzept eines Albums. Es nahm gut ein Jahr in Anspruch. Das liegt primär daran, dass die Thematik äusserst vielschichtig und komplex ist und auch daran, dass man grösstenteils auf antike literarische Zeugnisse aus zweiter und dritter Hand, sprich aus andern Kulturen, angewiesen ist.

Wieso habt ihr euch dazu entschieden Videos speziell zu „Call Of The Mountains“ und „King“ zu drehen? Seht ihr diese beiden Songs als besonders charakteristisch für die musikalische Bandbreite auf „Origins“?
Genau, darum ging es primär. Als erstes veröffentlichten wir ja den Clip zu „King“. Da wollten wir einen Song, der das Album als ganzes möglichst gut repräsentiert. Und „King“ hat irgendwie ein „bisschen von allem“ drin was „Origins“ ausmacht. Darum fiel unsre Wahl auf diesen Song. Mit dem zweiten Clip wollten wir dann auch auf die musikalische Bandbreite des Albums aufmerksam machen.

Ihr habt für Eluveitie vor Jahren eure Jobs gekündigt und in sehr viel Geld investiert, um dort hin zu kommen, wo ihr heute steht. Würdest du diesen Weg aus heutiger Sicht wieder so gehen, und seid ihr mit dem Status Quo zufrieden?
eluveitieNun ja, also das mit dem „Geld investieren“ stimmt so nicht ganz. Also es ist nicht so, dass wir nun irgendwie Kohle hatten und dann die Band einfach „gross-gekauft“ bzw. „gross-finanziert“ hätten. Wir sind keine Lotto-Spieler (lacht). So läuft das ja auch nicht. Vieles ist käuflich, aber die Dinge, die wirklich zählen, glücklicherweise eben nicht!
Aber wir investierten insofern schon viel, sodass wir, wie Du richtig sagst, eben unsere Jobs, sprich unsere persönliche, private finanzielle Sicherheit an den Nagel hängten, um uns eben voll der Band hinzugeben. Das taten wir bereits zu einem Zeitpunkt, als die Band eben bei weitem nicht genug Geld generierte, um auch nur ansatzweise davon Leben zu können. Wir gingen da ein paar Jahre schon echt unten durch. Zum Beispiel lebte einer von uns über ein Jahr illegal im Proberaum ohne fliessend Wasser. Wir gaben eigentlich fast alles auf für die Musik.
Aber ja, es war es wert und wir sind zufrieden mit unserm Weg! Und da geht es eigentlich nicht mal primär um irgendeinen aktuellen Status Qu
o, auch wenn es natürlich schön ist zu sehen, dass viele gebrachte Opfer und intensive Arbeit auch Früchte tragen. Nein, es geht primär um die Sache an sich: Um Musik! Und ja, insofern würde ich diesen Weg wieder gehen. Immer, ohne eine Sekunde zu zögern. Musik ist unser Leben und dafür lohnt es sich alles andere aufzugeben.


Wie stehst du generell zu der Entwicklung, dass der Karriereweg für aufstrebende Bands heute immer über hohen finanziellen Einsatz wie Pay-To-Play und dergleichen führt? Werden Talente von der (Independent-)Musik-Industrie zu wenig gefördert?
Theoretisch ja, sie werden zu wenig gefördert. Aber ein bisschen ist das auch ein „Schöngerede“. Der Punkt ist, mit den heutigen Entwicklungen geht es auch der Musikindustrie nicht so gut wie z.B. vor 30 Jahren. Der Musikindustrie, zumindest so wie sie eben aufgebaut ist, wäre es anders eben gar nicht so sehr möglich. Unter dm Strich muss man sagen: Jeder hat eine Chance. Es liegt immer auch an jedem selbst. Nichts, was es wirklich wert zu haben ist, fällt einem einfach so zu und nichts wird einem einfach so in den Arsch geschoben. Das ist nun mal einfach so, und ich glaube, das ist auch gut so.
Das bedeutet nicht, dass ich jetzt ein Fan von Pay-To-Play-Geschichten bin. Das bin ich nämlich nicht. Pay-To-Play-Angebote sind grundsätzlich Chancen für junge Bands sich einem grösseren Publikum zu präsentieren, welche sie ohne diese Option niemals gehabt hätten. Insofern eine legitime Sache. Ob der Preis zu hoch ist, das vermag ich nicht zu sagen. Vielleicht schon, vielleicht ist es manchmal auch eine Abschröpfe. Handkehrum wird ja auch niemand gezwungen sowas zu machen.
Nevertheless – ein grosser Fan bin ich persönlich nicht von solchen Dingen. Aber trotzdem, es hilft niemandem einfach zu jammern und sich darüber zu ärgern, wie viel zu wenig doch die böse böse Musikindustrie einen unterstützt. Das ist letztlich nur ein Abschieben der eigenen Verantwortung. Jeder hat letztlich die Zügel seiner Kutsche in der eigenen Hand!Eluveitie-Presse

Was denkst du über alternative Modelle wie Albumfinanzierung durch Crowdfunding?
Ich denke das hat, wie eigentlich alles, Vor- und Nachteile. Persönlich ist mir das nicht sonderlich sympathisch, ehrlich gesagt. Aber jedem das seine. Ist ein neuartiges Konzept, und das ist ja auch okay so. Warum auch nicht?

Ab dem Moment, von dem an man seinen Lebensunterhalt mit Musik verdient, ist man ja auch vom Erfolg abhängig. Fühlst du dich in diesem Kontext noch künstlerisch frei, oder führt diese Abängigkeit auch zu künstlerischen Einschränkungen, da das gesamte Konzept ja darauf basiert, eine breite Fanschar anzusprechen und zufrieden zu stellen? Verkneift man sich also eventuell die eine oder andere vielleicht „unpopuläre“ Idee zu Gunsten des Erfolges?
Ja, selbstverständlich fühle ich mich frei. Man hat immer selbst die Entscheidungsgewalt darüber, ob man sich künstlerisch frei bewegt oder sich eben von Erfolg abhängig macht. Letzteres ist etwas, was meiner Meinung nach ziemlich scheisse ist. Ich finde, dass der Tag an dem Du beginnst dein künstlerisches Schaffen von irgendwelchen Erwartungen oder Meinungen anderer beschneiden lässt, der Tag ist an dem Du aufhören solltest künstlerisch tätig zu sein. Und das machen wir auch nicht. Wir würden uns nicht von irgendwem reinreden lassen. Ganz egal ob es nun Plattenfirmen, Managements, Fans oder sogar private Freunde sind.
Und eigentlich zeigt sich das auch in der Entwicklung unserer Alben. Ohne, dass das nun irgendwie eine bewusste Entscheidung gewesen wäre – das war es nämlich nicht – wenn ich unsere Songs schreibe passiert das immer sehr intuitiv, sind wir in den letzten Jahren von Album zu Album ein Stück härter und insofern eigentlich „unkomerzieller“ geworden. Gerade auf „Origins“ sind ein paar Stücke drauf, die deutlich härter, düsterer und musikalisch vor allem auch sehr viel komplexer und weniger eingängig sind als alles, was wir zuvor machten (z.B. „The Nameless“, „Sucellos“, „Inception“, „The Silver Sister“).

1146453_10151639848891647_257351658_nHast du in diesem Kontext so etwas wie Erfolgsdruck gespürt und belastet das ein Bandgefüge wie das von ELUVEITIE?
Ne, eigentlich nicht. Vielleicht gibt es sowas, so einen Erfolgsdruck. Aber ich weiss nichts davon, weil ich mich schlicht einen Dreck darum schere. Na ja, es interessiert mich einfach nicht. Ich kümmere mich nicht darum und denke schlicht nicht über solche Fragen nach.

Ihr habt 2012 und 2013 jeweils einen Gitarristen und den Platz an der Violine neu besetzen müssen. Wie habt ihr die neuen Bandmitglieder gefunden und welche Auswirkungen hatte der Wechsel für ELUVEITIE?
Rafael fanden wir über die Soundfarm Studios, wo Anna tätig ist, als er dort mehrmals als Studiogitarrist gebucht wurde. Auf Nicole wurden wir durch einen Freund aufmerksam. Musikalische Auswirkungen… nun, auf das Songwriting nicht wirklich. Aber jeder Musiker/jede Musikerin hat natürlich seinen/ihren eigenen Stil und Spielweise. Die beiden haben uns schon gut getan, finde ich. Ein Besetzungswechsel ist nie was einfaches. Aber er ist immer eine Chance – wenn man ihn als solche erkennt und nutzt. Rafi und Nicole haben sich inzwischen super eingelebt bei uns. Ist richtig geil mit den beiden – persönlich, aber auch musikalisch. Sie sind beide echt grossartige und unglaublich leidenschaftliche Musiker!

Laufen Albumproduktionen bei euch mittlerweile absolut routiniert, oder habt ihr dieses Mal etwas anders gemacht als bei den Alben davor?
Grundsätzlich schon, ja. Aber eine Albumproduktion ist aber dennoch auch immer etwas chaotisches, weil immer diverse unvorhergesehene Dinge passieren!
Was wir dieses Mal anders machten, war eine Herangehensweise, wie wir sie schon bei „Helvetios“ verfolgten, nun aber noch viel radikaler umsetzten. Es geht um Authentizität. Auch wenn wir es nicht gerne hören: Heutzutage bedeutet eine Albumproduktion, gerade im Metal, einfach Chirurgie – klinisches Arbeiten. Songparts werden einzeln Part für Part eingespielt und dann zu Tode editiert. Jeder kleinste Drumschlag, jeder Saitenanschlag etc. wird zurechtgerückt, bis am Schluss alles „perfekt“ klingt. Und das war etwas, was uns über die Jahre immer mehr ein Dorn im Auge war. Wir möchten das nicht. Meine Güte, es geht um fucking Rock’nRoll hier! Wir wollten nicht die fetteste, perfekteste Metalgitarre der Welt, sondern wir wollten eine Gitarre auf dem Album, die nach Ivo Henzi klingt. Und so weiter. Long Story Short: Wir arbeiteten so viel wie möglich am Sound bevor wir aufnahmen, sodass im Mix eigentlich nicht mehr so viel daran gemacht werden muss. Und wir beließen das Material ziemlich roh, was das Editieren angeht. Das kann man natürlich nur dann so machen, wenn man sich spielerisch auf einem gewissen Niveau bewegt. Es muss alles schon sehr perfekt gespielt sein. Wir haben uns die letzten 3 Jahre dafür auch unglaublich die Ärsche abgeübt (lacht). Wir sind nun echt zufrieden mit dem Resultat. Klar, diese Vorgehensweise bedeutet auch, dass auch manch eine „Unperfektheit“ auf dem Album drauf ist. Nicht jeder einzelne Schlag ist auf die Millisekunde genau, nicht jeder gesungene Ton absolut perfekt rein. Das muss er unserer Meinung nach auch nicht. Aber wir finden, dass es so einfach mehr rockt! Es ist ehrlicher. Und echter.

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Ihr seid viel unterwegs – trennt ihr Songwriting und Touren klar, oder entstehen die Songs eher nebenher?
Ja, schon. Ich habe zwar oft versucht auf Tour zu komponieren, aber ich bin jedes Mal kläglich gescheitert (lacht). Geht einfach nicht. Ich brauche die Ruhe und auch etwas Abgeschiedenheit dazu. Was allerdings auf Tour für mich gut funktioniert ist das Ausarbeiten eines Albumkonzeptes! Das grundsätzliche Konzept von „Origins“ habe ich auch auf Tour geschrieben. Und wer weiss, vielleicht wird auch auf dem kommenden Tour-Zyklus etwas neues, zukünftiges entstehen!

Hat touren für dich noch den Charme jugendlicher Rockstar-Phantasien, oder hast du, wie wohl wie jeder mit einem „bürgerlichen“ Job auch, Tage, an denen dich dein Job, die Herumfahrerei und das Tourleben nervt?
(lacht) Ich glaube diesen „jugendlichen Rockstar-Phantasien“ hat das wirkliche Tourleben noch niemals entsprochen! Aber den Charme hat das Touren für uns niemals verloren! Wir sind einfach Musikjunkies. Unsre Musik spielen zu können, das bedeutet für uns das Leben. Als wir letztes Jahr den gut zweieinhalb Jahre langen „Helvetios World Tour“-Zyklus beendeten unterhielten wir uns über diese Tour und blickten darauf zurück. Und wir mussten da ganz ehrlich sagen, dass wir jedes der über 400 Konzerte dieser Tour genossen haben! Seither hatten wir ja wegen der Schaffensphase von „Origins“ Tourpause, mal abgesehen von einigen einzelnen Shows und Festivals natürlich, und inzwischen sind wir echt auf Entzug und freuen uns total endlich wieder in die Tourbusse einzusteigen!
Das bedeutet freilich nicht, dass es nicht Tage gibt an denen einen das Touren nervt. Natürlich gibt es das! Touren kann schon auch mal sehr anstrengend und belastend sein. Besonders weil man immer funktionieren muss, egal es einem grad geht. Jeder hat mal einen Tag, an dem er sich einfach beschissen fühlt oder krank ist oder whatever. Aber auch dann muss man einfach funktionieren. Finden wir jedenfalls. Weil wir wissen: Jeder Konzertbesucher hat für ein fucking Ticket bezahlt und verdient es somit, dass wir auf der Bühne unser bestes geben. Das darf man nie vergessen! Eine Band ist dank ihrer Fans da wo sie ist und kann dank ihrer Fans tun was sie tut.  Aber eben, solche Tage, an denen mal alles etwas schwierig ist, gibt es natürlich immer. Aber das ist ja einfach normal. Deshalb lieben wir das Touren trotzdem.

eluveitieDer Tourplan für das restliche Jahr 2014 führt euch unter anderem mal wieder in die USA und Kanada. Europäische Bands haben es dort ja oft schwer – habt ihr dort mittlerweile eine fest Fanschar, hat der Markt dort also das Potential, ein Standbein für euch zu werden?
Ja, auf jeden Fall. Eigentlich ist er schon länger ein Standbein für uns. Seit 2010, glaube ich, fahren wir in Nordamerika Headliner-Tourneen und die laufen auch gut. Die letzten beiden waren, mit Ausnahmen von ganz wenigen Shows, immer restlos ausverkauft. Das ist natürlich erfreulich! Unsere Ami-Fanbase rockt schon!

Von zentraler Bedeutung im Livesektor in Europa sind die immer größer werdenden Festivals. Bist du ein Fan solcher Großevents oder spielst du persönlich lieber kleinere Auftritte?
Grundsätzlich lieben wir es einfach, zu spielen. Ganz egal ob für 50 oder 50.000 Leute. Ich persönlich mag aber große Festivals schon sehr bzw. fühle mich auf solchen großen Bühnen wohler. Primär und ganz pragmatischerweise einfach aus dem Grund, dass man wesentlich mehr Platz hat und sich bewegen kann wie man will, ohne Gefahr zu laufen einander versehentlich über den Haufen zu rennen (lacht).

Im Rahmen einiger Konzerte wart ihr auch schon in Ländern wie Asien und Südamerika. Für welche Reiseerfahrung mit ELUVEITIE hat dich am meisten beeindruckt?
Am aller eindrücklichsten war bis jetzt wohl Indien. Das war schon ein absoluter Brainfuck – aber im positivsten Sinne, den man sich nur vorstellen kann! Asien oder Südamerika spielen wir auch immer gerne. Unsere südamerikanischen Fans sind echt der Hammer! Und ebenso sind auch Asien-Shows immer sehr geil. Es ist grundsätzlich etwas schönes, beeindruckendes und auch wertvolles auf diese Weise verschiedene Kulturen kennen lernen zu dürfen! Das ist ein Privileg für das wir sehr dankbar sind!

Zum Abschluss ein Blick in die Zukunft: Wohin soll die Reise mit Eluveitie noch gehen? Gibt es bei all den bisherigen Erfolgen Ziele, die du unbedingt noch erreichen möchtest?
Nicht wirklich. Grundsätzlich möchten wir einfach weitermachen mit dem, was wir schon die ganze Zeit machen – viele Konzerte spielen und neue Musik schaffen. Und dann sehen wir wo uns die Reise noch hinführt! Allerdings gibt es durchaus noch ein paar Orte auf dieser Welt, wo wir noch nie spielten, aber sehr gerne spielen würden und hoffentlich werden. Neuseeland beispielsweise.
Ein persönlicher Traum von mir – von dem ich weiss, dass er niemals wahr werden wird – wäre eine Arktis-Tour! (lacht) Stell Dir mal vor, wie geil das wäre – Grönland, Island, Spitzbergen, etc.! Ich würde auch vor fucking Eisbären spielen! (lacht) Ok, ich bin ein Spinner. Ich weiß es und gebe es auch zu.
IMG_7237Vielen Dank für das Interview. Wenn du nichts dagegen hast, würde ich es an dieser Stelle gerne mit dem traditionellen Metal1.info-Brainstorming beenden. Was fällt dir spontan zu folgenden Begriffen ein:
Religion: Natürliche Sache der Menschheit, mit oft fatalen Folgen für die Menschheit.
Pagan Metal: Ein Musikstil, der aber nicht so meins ist und den ich mir, bis auf wenige Bands, nicht groß anhöre.
Moonsorrow: Gute Freunde, tolle Leute, grossartige Kompositionen und fantastische Live-Band.
Winterthurer Jahrbuch: Eine irgendwo interessante und witzige, aber vor allem sehr merkwürdige Sache. Ich wollte jetzt auf das Adjektiv „sinnfrei“ verzichten.
Politik: Wohl ein irgendwo notwendiges Übel der Menschheit.
Lieblingssong: Da gibt es viele. Einer davon ist sicher „Chaos Breed“ von Entombed.

Ok, dann danke ich dir an dieser Stelle nochmals. Die letzten Worte gehören dir – gibt es noch etwas, was du unseren Lesern mitteilen möchtest?
Ich habe mich bei Dir zu bedanken – und vor allem bei allen Lesern für Euer Interesse! Wir sehen uns „On The Road“! Cheers!

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