
Immerhin ein Tag Pause ist den Anwohnern am Münchner Olympiapark vergönnt, ehe der Konzertmarathon von Rammstein weitergeht. Trotzdem prägen im Park auch am Freitagabend Freund:innen harter Gitarrenmusik das Bild: ln der Olympiahalle sind die BROILERS zu Gast.
Als um 19:30 Uhr THE MENZINGERS loslegen, wirkt die Halle mit ihren 15.500 Plätzen allerdings noch reichlich überdimensioniert: die Arena ist zwar halbwegs voll, auf den Rängen der hinten zudem abgehängten Halle herrscht hingegen gähnende Leere. Gut möglich, dass sich viele Broilers-Fans ganz gezielt um die Vorband drücken – denn musikalisch passt der recht einfältige US-Punk der MENZINGERS nicht zum Haupt-Act. Auch auf die anwesenden Gäste springt der Funke gar nicht über. Da hilft es auch nicht, dass sich die vier Männer auf der Bühne redlich bemühen und dabei zumindest selbst auch sichtlich Spaß haben: Vom Broilers-Publikum gibt es heute maximal Höflichkeitsapplaus.
Das müssen sich THE MENZIGERS allerdings ganz selbst zuschreiben – ganz grundsätzlich ist das Publikums nämlich definitiv in Feierlaune: Als um 20:45 Uhr zum Aufwärmen Pennywise („Bro Hymn“), Sham 69 („If The Kids Are United“) und Agnostic Front („Gotta Go“) aus den Boxen schallen, ist sofort Stimmung in der Halle.
Die nehmen die BROILERS dann auch gekonnt auf: Als zu den ersten Tönen des obligatorischen Openers „Zurück zum Beton“ der Vorhang fällt, bricht die nunmehr nicht auf den letzten Platz, aber doch gut gefüllte Halle in lauten Jubel aus. Was soll da noch schiefgehen – schließlich haben die BROILERS mit Sammy Amara einen Fronter, der mit Charme und Energie gleichermaßen mitzureißen vermag: Mal bauchpinselt er die allenfalls 12.000 Fans als „die 90.000 hier in der Halle“, mal lässt er zwischen lokalen Getränkespezialitäten (Paulaner Spezi gegen Augustiner Helles) abstimmen und sich zum Exen des letztgenannten überreden („München, wir haben jetzt noch sieben gute Minuten zusammen“). Vor allem aber merkt man ihm – wie auch dem Rest der Band – zu jeder Sekunde an, wie sehr sie die Show genießen.
Das gilt für die fröhlichen wie auch die traurigen Momente – denn natürlich gehören zu einer BROILERS-Show auch emotionale Nummern wie „Nach Hause kommen/Zurück zu mir“ oder „Ihr da oben“. Ehe die Stimmung jedoch allzu betrüblich wird, fangen die BROILERS ihre Fans mit „Alles wird wieder OK“ und einem wilden Oldschool-Medley („Anti, Anti, Anti“/“Alles, was ich tat“/“(Ich bin) bei Dir“/“Dumm und glücklich“/“Zusammen“) wieder auf. Gemeinsam begehrt man gegen die „Diktatur der Lerchen“ auf, zu „Held in unserer Mitte“ organisiert Sammy wie gewohnt gleich mehrere Circlepits um zu Held:innen auserkorene Fans … und allerspätestens beim Anti-AFD-Song „Alice und Sarah“ kocht die Stimmung in der Olympiahalle endgültig. Wie gut, dass die BROILERS da noch lange nicht am Ende ihrer Show angekommen sind: Insgesamt 27 Songs werden es am Ende der zweiten Zugabe sein.
Als nach „Blume“ – dem ersten BROILERS-Song überhaupt schließlich „Don’t Stop Believin'“ von Journey aus den Boxen schallt, liegen sich nicht nur die Fans vor, sondern auch die Musiker auf der Bühne selig in den Armen: Mehr Rock’n’Roll, mehr gute Laune und eine bessere Stimmung als hier und heute bekommt man in München in dieser Woche nicht geboten.
- Zurück zum Beton
- Schwer verliebter Hooligan
- Ruby Light & Dark
- Paul der Hooligan
- Bitteres Manifest
- Meine Familie
- Wo es hingeht
- Gib das Schiff nicht auf!
- Harter Weg (Go!)
- Nach Hause kommen/Zurück zu mir
- Ihr da oben
- Alles wird wieder OK!
- Medley Anti, Anti, Anti / Alles, was ich tat / (Ich bin) bei Dir / Dumm und glücklich / Zusammen
- Diktatur der Lerchen
- Held in unserer Mitte
- Alice und Sarah
- Wie weit wir gehen
- 33 rpm
- Meine Sache
— - Singe, seufze & saufe
- In 80 Tagen um die Welt
- Tanzt du noch einmal mit mir
- Nur nach vorne gehen
— - Walking On Sunshine (Katrina-And-The-Waves-Cover)
- Nicht alles endet irgendwann
- Ist da jemand?
- Blume

