Judas Priest w/ Annihilator

  • Frauenfeld, Schweiz
  • 06. Juni 2004

Halford zurück bei Priest. Das machte mich etwas skeptisch, was kann dieser Mann noch? Nachdem ich beim Bang Your Head!!! 2002 sehr enttäuscht von seinen Auftritt war, machte mich dieser Gig besonders neugierig.

In der gut gefüllten Halle in Frauenfeld legten aber erst mal Annihilator los. Leider war es in der Halle noch sehr hell und die Stimmung schwankte etwas. Das hielt aber Jeff Waters und Co. Nicht davon ab eine gute Show abzuliefern. Natürlich spielten sie Klassiker wie die Titeltracks der Alben „King of the Kill“, „Never Nerverland“ „Set the World on Fire“ oder „Refresh the Demon“. Zum Abschluss das obligatorische „Alison Hell“. Sie haben mir nicht so gut gefallen wie die letzten beiden male, aber durchaus eine gelungene Performance der Kanadier.

Nach einer etwas langen Pause hörte man die ersten Töne von „Hellion“, jeder Fan wusste natürlich das die Show nun starten und es mit „Electric Eye“ beginnen würde. Leider war es immer noch sehr hell in der mittlerweile vollen Halle. Als man Halford singen hörte, fragten sich die meisten wo er wohl wäre…..und siehe da nach einer gewissen Zeit habe ich ihn dann auf einem Podest von dem es zwei gab entdeckt. Die Leute gingen wirklich tierisch ab, teilweise fast zu grob, ich hasse es Ellenbogen im Nacken zu spüren und schwitzende Leute die erst noch ihr T-Shirt ausziehen, aber was solls….angeblich soll das ja Heavy Metal sein.
Mit „Metal Gods“ ging es weiter und während des Songs kam Rob, der einen schweren Ledermantel und eine Sonnenbrille trug, auf den unteren Teil der Bühne. Die Stimmung war schon mal sehr gut bei den Fans….bei „Heading out to the Hightway“ wurde ordentlich mitgegrölt…..ein „whats my name?“ gab es natürlich von Halford nicht, aber der Song „The Ripper“ wurde trotzdem gespielt. Für „Touch of Evil“ tauschte Rob seinen Mantel gegen einen rötlichen Goth-Mantel, sah wirklich gut aus….den Song performte er gut. Man konnte ja in Interviews lesen, dass Halford seine Songs von einem Monitor ablesen müsse, davon merkte man eigentlich nicht viel, sein Auftritt war wirklich gut und er ging cool mit dem Publikum um, das er schnell in seiner Tasche hatte. „The Sentinel“ durfte natürlich auch nicht fehlen, das etwas softe „Turbo Lover“ kam auch nicht schlecht an. Nun wurde das Zeitrad ordentlich zurück gedreht und „Victim of Chance“ erhellte den Saal. Stimmlich war Halford absolut auf der Höhe, teilweise drangen die Schreie fast schon zerstörerisch ins Ohr ein, Wahnsinn wie hoch dieser alte Mann noch kommt (mit seiner Stimme). Die schöne Ballade „Diamonds and Rust“, welche wie schon auf den letzten Touren halbakustisch performt wurde) kühlte ein wenig ab…aber mit „Breaking the Law“ wurde die Hitze wieder aktiviert und die Halle war aus dem Häuschen. „Beyond the Realms of Death”, welches von den Lyrics her gesehen zu meinen Favoriten zählt, gab’s als nächstes, gefolgt von „The Green Manalishi“. Erneut eine Top-Leistung vom „Metal God“. Seine Outfits waren teilweise etwas zu übertrue für meinen Geschmack… Leder Leder Leder…..

Oh ja…“Painkiller“, der Lieblings Song vieler Metaller, die genialen Drums zu Beginn, dann setzten die Gitarren ein… Wow. Und keiner singt den Song besser als Rob, außer dem Ripper würde wohl auch niemand nur in die Nähe einer passablen Darbietung kommen. Der lange Schrei, wurde von Halford aber in einer Version mit drei kurzen Screams dargeboten, hörte sich nicht übel an, aber ich hätte lieber die lange Version gehört.Nach einer kleinen Pause spielen die Jungs noch vier Zugaben…bei „Hell Bent For Leather“ fuhr Rob mit einer Harley auf die Bühne…das Spiel kennt ein Fan natürlich…auf die Szenen-Mütze hätte er meiner Meinung nach verzichten können, aber es ist halt irgendwie obligatorisch. Bei „Living after Midnight“ brodelte die Halle, nein sie bebte, die Fans waren außer Rand und Band, ich bekam übrigens mit wie sich einer die Nase gebrochen hat, eine unschöne Szene an diesem schönen Abend. „United“ animierte erneut zum mitsingen und „You Got Another Thing Coming” beendete einen tollen Auftritt der Briten. Zuvor heizte Halford die Leute übrigens noch mit “Oh Yeah” an, was ein Fan noch von der “Priest…Live“-CD her kennt. Auch wenn die Leute noch Minutenlang Priest-Rufe anstimmten…sie kamen nicht mehr.

Fazit: Musikalisch wie immer klasse…Halford war irgendwie cooler als der Ripper, er kam auch besser an und gesangstechnisch war er an diesem Abend eine Klasse für sich. Ich hätte mir vielleicht den ein oder anderen Song gewünscht aber nach dem neuen Album kommen die Priester angeblich wieder auf Tour. Die Lightshow war übrigens auch nicht von schlechtern Eltern und die Bühne sah cool aus mit den beiden Podesten, Scott Travis warf die Sticks wie immer Dutzende male in die Höhe und kein einziges mal lies er sie fallen, ich liebe diesen Typen. Ein klasse Konzert und eine super Show, ich freu mich auf die nächste Tour.

Setlist
01. Hellion
02. Electric Eye
03. Metal Gods
04. Heading Out to the Highway
05. The Ripper
06. Touch of Evil
07. The Sentinel
08. Turbo Lover
09. Victim of Changes
10. Diamonds and Rust
11. Breaking the Law
12. Beyond the Realms of Death
13. The Green Manalishi
14. Painkiller
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15. Hell Bent For Leather
16. Living After Midnight
17. United
Ohh Yeah!!
18. You Got Another Thing Coming


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