Review Anaal Nathrakh – Passion

  • Label: Candlelight
  • Veröffentlicht: 2011
  • Spielart: Extreme Metal

Birmingham. Bei der Untersuchung der Unruhen im August 2011 stießen die zuständigen Beamten auf einen interessanten Fund: Auf einem Foto aus Manchester wurde ein Randalierer entdeckt, der ein T-Shirt der extremen Heavy Metal-Band „ANAAL NATHRAKH“ trug. Einige Arbeit war notwendig, um den fast unleserlichen Schriftzug zu entschlüsseln, schließlich aber führte die Spur in die zweitgrößte Stadt Englands, nach Birmingham.

Von dort stammt die Gruppe, bestehend aus den beiden Mitgliedern „V.I.T.R.O.L.“ und „Irrumator“ – bezeichnenderweise verstecken sie sich hinter Pseudonymen, um ihre durch lauten Krach verschleierte vermeintliche Hassprogpaganda zu verbreiten. Wir konnten den deutschen Musikexperten Stefan Popp erreichen, der zur Musik folgendes sagt: „ANAAL NATHRAKH ist mit Sicherheit eine der extremsten und schnellsten Bands dieses Planeten, vielleicht sogar DIE extremste. Technisch gesehen sind andere Bands vielleicht beeindruckender, dafür setzen die Beiden voll auf Brutalität und Härte und erzeugen aggressive Riffgewitter, zerstörende Drumsalven und einfach kranke Klänge, dass es eine wahre Freude ist. Organisiertes Chaos auf allerbestem Niveau. Mit Sänger V.I.T.R.O.L. ist dazu noch ein Virtuose am Werk, der nur so ins Mikrofon kotzt, schreit, brüllt und röchelt, die teilweise extrem verzerrten Vocals kommen noch dazu. Ebenso auch der großartige Klargesang, der für hymnische Momente und damit einen krassen Kontrast sorgt.“

Chaos, Brutalität, Aggression: Stichworte, die sich mit unseren Ermittlungen decken und uns bestätigen, dass diese Gruppierung schlechten Einfluss auf die jungen Randalierer hat. Ein mutmaßlicher Wutbürger – lange dunkle Haare, Bart, schwarze Kleidung, grimmiger Blick – der sich als Hans Sarpei* zu erkennen gab, sagte uns folgendes zum Thema: „Auf dem neuen Album kann nur „Paragon Pariah“ wirklich was, der Rest ist krass langweilig und das gleiche wie davor, und das war das gleiche wie davor…“Unsere Recherchen ergaben, dass ANAAL NATHRAKH bereits seit einem Jahrzehnt ihr Unwesen treiben und 2011 bereits ihre sechste Veröffentlichung brachte. Dazu unser Musikexperte: „Der Meinung von Hans Sarpei kann ich nicht zustimmen. Auf „Passion“ haben ANAAL NATHRAKH ihren Sound weiter geöffnet, gehen jetzt crustiger und rockiger zu Werke. Ich würde sogar so weit gehen und behaupten, das Album ist harmonischer und strukturierter als alles Bisherige, was die Brutalität aber keineswegs mindert, auch die altbekannte Anarchie herrscht weiterhin vor. „Paragon Pariah“ ist doch den hervorragenden Klargesang natürlich hervorstechend, aber etwa auch „Tod Huetet Uebel“ mit der kranken Leistung des deutschen Gastsängers geht tief unter die Haut. That’s what she said.“

„Passion“. Wie blanker Hohn wirkt der Albumtitel, sieht man auf der Front der CD in technisch-kalter Weise schließlich eine Frau, die eben zersägt wird. Neben der Gewalt scheint die Lust an sexueller Perversion ein weiteres Steckenpferd der Band zu sein. Schockierend. Wir beauftragten daraufhin einen Verhaltensforscher, der folgendes zu berichten weiß: „Während durchschnittliche Testpersonen auf die Musik mit Unverständnis und Ablehnung reagieren und das gehörte als nicht identifizierbaren Krach bezeichneten, bot sich bei potentiellen Krawallmachern und potentiell gemeingefährlichen Rockern ein erstaunliches Bild: Sofern diese bereits eine Grundaggression zeigten, sorgten die Klänge von ANAAL NATHRAKH offensichtlich für eine Beruhigung der Nerven. Ein Partizipant sagte, bei Konzerten könne er dabei total die Sau rauslassen, während er beim Hören im privaten Raum Wut und negative Gefühle beiseiteschieben könne.“

Interessant, hier werden aber weitere Studien nötig sein. Mit Bestimmtheit kann man den schlechten Einfluss dieses als Musik titulierten Lärmes auf die englische Jugend zum aktuellen Zeitpunkt weder beweisen noch bestreiten. Zum Abschluss des Berichtes kommt nochmal Musikexperte Stefan Popp zu Wort: „„Passion“ ist durch seine Vielfalt und vergleichsweise hohe Struktur das am leichtesten zu hörende Album von ANAAL NATHRAKH. An das Meisterwerk „Domine Non Es Dignus“ sowie den ebenfalls großartigen Vorgänger „In The Constellation Of The Black Widow“ kommt es nicht ganz heran, ist aber trotzdem richtig stark. Auf die Briten ist einfach Verlass, was extreme Klänge angeht, mal wieder eine klare Empfehlung!“

(* Name von der Redaktion geändert)

Wertung: 8.5 / 10

Geschrieben am 6. April 2013 von Metal1.info

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