CD-Review: Anaal Nathrakh - Total Fucking Necro

Besetzung

V.I.T.R.I.O.L. – Gesang
Irrumator – Gitarre, Bass, Programmierung

Tracklist

01. Anaal Nathrakh
02. Necrodeath
03. Ice Blasting Stormwinds
04. Carnage (Mayhem-Cover)
05. The Supreme Necrotic Audnance
06. Satanarchrist
07. Lethal, D.I.A.B.O.L.I.C.
08. De Mysteriis Dom Sathanas (Mayhem-Cover)
09. The Technogoat
10. Necrogeddon


Necro“ waren ANAAL NATHRAKH schon vor ihrem Debüt „The Code Necro“ – sogar „Total Fucking Necro“: So betitelte das britische Duo 1999 sein zweites Demo-Tape sowie eine Demo-Compilation, die 2000, 2003 und 2011 über unterschiedliche Labels mit leicht variierender Tracklist herausgebracht wurde. Im Rahmen des Re-Releases von „The Code Necro“ erscheint nun auf Metal Blade Records eine weitere Neuauflage der Song-Sammlung mit der Tracklist der 2003er-Version, die neben den Songs der beiden Demos auch den Track „Necrogeddon“ der unveröffentlichten Demo „We Will Fucking Kill You“ enthält.

Während „The Codex Necro“ in seiner Rabiatheit bereits sehr viel vom späteren Stil der Band erkennen ließ, ist die Schlagrichtung des britischen Duos auf diesen Demo-Songs noch eher „ungerichtet“: Hardcore-Punk, Grindcore und Black Metal sind aus dem extremen Sound gleichermaßen herauszuhören, dazu kommen das schon damals ultra-brutale Screaming von V.I.T.R.I.O.L., wilde Gitarrensoli von Irrumator und ein etwas chaotisches Songwriting. Dass sich in diesem kruden Stilmix auch zwei Cover der Black-Metal-Pioniere Mayhem („Carnage“ und „De Mysteriis Dom Satans“) verstecken lassen, ohne dass diese stilistisch aus dem Rahmen fallen würden, sagt einiges. Nicht zuletzt darüber, wie erfrischend wenig ehrfürchtig die jungen ANAAL NATHRAKH mit diesen (schon damals) alt-ehrwürdigen Songs verfahren haben.

Aus heutiger Sicht gewöhnungsbedürftig ist vor allem der Sound, der im Fall der „Anaal Nathrakh“-Demo-Songs etwas dumpf, bei den „Total Fucking Necro“-Songs hingegen ziemlich kratzig-flach ausgefallen ist. Gerade letztere klingen im Ultra-High-Gain-Modus natürlich maximal fies – gehen aber auch ziemlich an die Substanz. „Necrogeddon“ hingegen klingt schlussendlich schlicht, als sei er auf ein kaputtes Tape aufgenommen und unbearbeitet auf CD gepresst worden. Spannend ist es natürlich, die Wurzeln dieser heute so einzigartigen wie künstlerisch wertvollen Band zu erkunden – einmal reicht aber vollkommen. „Hörgenuss“ ist jedenfalls kein Wort, das sich zur Beschreibung dieser „Recherchearbeit“ aufdrängt.

Verglichen mit „The Codex Necro“ ist „Total Fucking Necro“ nicht gut gealtert: Während das Album-Debüt – musikalisch wie auch den Sound betreffend – auch aus heutiger Sicht noch hörenswert ist, klingt das Material auf „Total Fucking Necro“ soundtechnisch undergroundig und technisch noch sehr unausgereift. Das ist natürlich vollkommen in Ordnung – immerhin handelt es sich um die allerersten musikalischen Experimente damals kaum 20-jähiger Musiker. Für diese mögen die Songs bis heute große Bedeutung haben. Für den Fan jedoch lohnt die Anschaffung kaum: Für „Studienzwecke“ sei auf Youtube verwiesen, und gegen den Komplettierungszwang kann man sich immernoch einreden, dass „Total Fucking Necro“ kein „ordentlicher“ Release, sondern „bloß“ eine Compilation ist.

Keine Wertung

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