CD-Review: Anthrax - We've Come For You All

Besetzung

John Bush - Gesang
Scott Ian - Rhythmusgitarre
Rob Caggiano - Leadgitarre
Frank Bello - Bass
Charlie Benante - Schlagzeug

Tracklist

01. Contact (Intro)
02. What doesn´t die
03. Superhero
04. Refuse to be denied
05. Safe home
06. Any place but here
07. Nobody knows anything
08. Strap it on
09. Black Dahlia
10. Cadillac Rock Box
11. Taking the music back
12. Crash
13. Think about an end
14. We´ve come for you all
15.Safe home (acoustic)
16. We´re a happy family (Ramones Cover)


Das Warten hat ein Ende. Nach über 4 1/2 Jahren bringenAnthrax endlich ihre neue Scheibe raus, die recht gespannt erwartet wurde, da von denHerren etwas ganz besonderes versprochen wurde. Zunächst mal fällt einem dasansprechend gestaltete Coverartwork auf, das zudem auf einem besonderen, nachvier Seiten aufklappbaren Digipack prangt. So, genug zu denÄußerlichkeiten, lassen wir die Musik sprechen…

Nachdem das langsame Intro abgeklungen ist, ist man zunächstüberrascht von den harten Tönen, die da aus dem Lautsprecher respektive Kopfhörerdröhnen. Der erste Eindruck täuscht nicht: What doesn´t die ist ein ziemlichesBrett, zwar anders als die alten Sachen mit Joey Belladonna, aber dennoch durchausimposant. Besonders im Refrain weiß der Song zu gefallen. Danach kommt einSong, der Besuchern der Anthrax/Motörhead-Gigs im Winter bekannt sein wird:Superhero. Dieser Titel ist auch ein eher gemächlicher, grooviger Song, der zunächstetwas ungewöhnlich klingt, im Refrain aber an die Härte des vorherigen Stücksanknüpft. Sicherlich super zum Mitsingen. Refuse to be denied ist ein wenighärter, schlägt aber in die gleiche Kerbe. Danach kommt ein zumindest etwasüberraschender Song. Safe Home ist ein wirklich schöner Rocksong, der zwar die nötigeHärte nicht vermissen lässt, aber dennoch fast schon radiokompatibelerscheint. Einer der besten Songs des Albums. Any Place But here zieht es dann doch eherin Metal-Gefilde, was der folgende Song noch bekräftigt: Nobody knowsantything ist einer der schnelleren Songs, der zudem teilweise das80er-Anthrax-typische Hackgeriffe aufweist. Tolles Stück! Strap It on ist dann eher wiederruhiger, mit schönem Refrain. Danach folgt mit Black Dahlia ein wirklicherHammersong. Schon von Anfang an vergleichsweise düster und böse wirkend, wird er imRefrain durch den Einsatz von Blastbeats und einem typischen Black Metal-Riff samtGeschrei von John Bush stark düstermetallisch angehaucht, was sich zwar etwasseltsam anhört, aber meiner Meinung sehr gut in den restlichen Song eingebautwurde. Cadillac Rock Box steht wiederum in ziemlich starkem Kontrasthierzu. Der Song wirkt wie eine Mischung aus Lynyrd Skynyrd, den modernen Anthrax undPantera, was sich durch die Teilnahme von Dimebag Darrell erklärt, der auch einfür ihn typisches Solo abliefert (übrigens ebenso bei Strap it on).Einwaschechter Rocksong! Taking the music back fällt vor allem dadurch auf, dass derehemalige The Who-Sänger Roger Daltrey teilweise mitsingt bzw -schreit. Auch eherein groovigerer Song, der zwar zum Teil Elemente des 70er (Hard)Rockbeinhaltet, aber dennoch modern wirkt.Nach dem Medley Crash folgen zwei absolute Wahnsinnssongs. Think about an endeher melodiös, doch dennoch recht hart und mit Mitsing-Refrain. Der Titelsongist ein echter Hammer, ein Stück, das zunächst mit leisem Gesang und Gitarrenüberrascht, im Refrain dann ein wahres Groove-Monster wird. Abermals ideal zumMitsingen.

Die zwei Bonus-Songs sind zwar recht unterhaltsam, doch nicht unbedingtnotwendig.

Instrumentierung: Alle Musiker zeigen auf ihrem jeweiligen Gebiet gute bissehr gute Leistung, der Drummer Charlie Benante zeigt gerade bei BlackDahlia, was in ihm steckt, und spielt auf einigen Songs sogar die Gitarrensoli.

Texte: Zum Teil sind sie relativ sozialkritisch, handeln vom Anschlag vom11.September (für Anthrax als überwiegend New Yorker sicherlich ein wichtigesThema; das Erscheinen eines derartigen Titels auf dieser CD anderthalb Jahrenach dem Anschlag erklärt sich durch die mehrmalige Verschiebung des Albums)oder handeln vom schlechten Zustand der heutigen Musikkultur.

Fazit: Anthrax haben mit ihrer neunten Studioscheibe ein einfach gutes Albumabgeliefert. Es wirkt modern, ohne sich dem NuMetal anzubiedern. Es hat einigeRockelemente an Bord, ohne dadurch an Härte zu verlieren. Manche Songs taugendurchaus zum Klassiker. Meiner Meinung wird spätestens nach dieser Plattekeiner mehr nach Joey Belladonna schreien müssen. Die heutigen Anthrax sind zwaranders, aber nicht schlechter. Für mich das beste Anthrax-Album seit Persistenceof Time.

(Colin)

Bewertung: 9 / 10

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