CD-Review: Arch Enemy - Khaos Legions

Besetzung

Angela Gossow – Gesang
Christopher Amott - Gitarre
Michael Amott - Gitarre
Sharlee D'Angelo - Bass
Daniel Erlandsson - Schlagzeug

Tracklist

01. Khaos Overture (Instrumental)
02. Yesterday Is Dead And Gone
03. Bloodstained Cross
04. Under Black Flags We March
05. No Gods, No Masters
06. City Of The Dead
07. Through The Eyes Of A Raven
08. Cruelty Without Beauty
09. We Are A Godless Entity (Instrumental)
10. Cult Of Chaos
11. Thorns In My Flesh
12. Turn To Dust
13. Vengeance Is Mine
14. Secrets


Aus dem Melodic Death Metal sind sie mittlerweile gar nicht mehr wegzudenken – und ARCH ENEMY haben auch keine Pläne, sich bald daraus zurückzuziehen. Mit ihrem aktuellen und inzwischen achten Langspieler „Khaos Legions“ beweisen die Mannen um Frontfrau Angela Gossow ein Mal mehr, wie verträglich Melodie und Brachialität eigentlich sein können.

An den Anfang haben sie mit „Khaos Overture“ ein saftiges Instrumental mit genialem Lead gepflanzt, mit dem vor allem die Amott-Brüder schon zu Beginn vorgeben, was bei den kommenden 13 Tracks Sache sein wird. Im Folgenden fungieren die beiden Gitarren schon mal als schrille Sirenen („Yesterday Is Dead And Gone“), während sich Gossow in gewohnter Manier die Seele aus dem Leib growlt., ehe ihr mit der nächsten Tapping-Attacke der Amott-Fraktion ein Maulkorb verpasst wird.
Das eher nachdenklich wirkende „Bloodstained Cross“ greift mit dem Solo und darauffolgenden Lead das Thema des Intros auf, ehe „Under Black Flags We March“ das Tempo runterschraubt und mit seinem Groove schnell zu einem der kommenden Festival-Mitsingbrenner avancieren wird. Tatsächlich haben sich ARCH ENEMY seit ihrem letzten Album, „Rise Of The Tyrant“, hörbar weiterentwickelt. Die beinahe schon plakativ eingängigen Parts wurden zurückgeschraubt, dafür am Songaufbau – und teilweise auch an dessen Komplexität selbst – gearbeitet. Resultat: Die Songs unterscheiden sich extrem voneinander, funktionieren im Grunde nur als Gesamtwerk „Khaos Legions“. Und das ist auch gut so, denn der hohe Grad an Abwechslungsbereitschaft beschert den Hörern Highspeed-Licks wie bei „City Of The Dead“ und gleichzeitig nordisch-melancholische Titel wie „Through The Eyes Of A Raven“, die von ihrer Klangfarbe und Kälte schon an Amorphis erinnern.
Nach dieser Nummer, die meiner Meinung nach zu den besten der gesamten Scheibe gehört und deren Lyrics auch sehr lesens- und hörenswert sind, fährt „Cruelty Without Beauty“ wieder die Brutaloschiene, wird darin nur vom Instrumental „We Are Godless Entity“ unterbrochen, ehe es ihm „Cult Of Chaos“ gleich tut. Die Instrumentals sind generell klug platziert, locker die Stimmung auf und sorgen gleichermaßen für einen gewissen Spannungsaufbau, ehe sich die Atmosphäre mit dem nächsten Track wieder dem Chaos hingibt.

„Khaos Legions“ ist ein verdammt durchdachtes Album, dem die verhältnismäßig lange Entstehungszeit wirklich gut getan hat. Über die technische Klasse aller Beteiligten wurde schon lange alles gesagt, vor allem die Amott-Brüder spielen wieder wie von einem anderen Stern. Dem einen oder anderen Fan wird möglicherweise ein wenig sauer aufstoßen, dass die Songs einen Teil ihrer Eingängigkeit eingebüßt haben – dem Album selbst tut das aber ganz gut, wie ich finde. ARCH ENEMY haben sich eindrucksvoll zurückgemeldet. Uneingeschränkte Kaufempfehlung!

Bewertung: 8 / 10

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