CD-Review: Aura Noir - Hades Rise

Besetzung

Aggressor - Gesang, Gitarre, Bass
Apollyon - Gesang, Gitarre, Bass, Schlagzeug

Gastmusiker:

Danny Coralles - Gitarre bei "Gaping Grave Awaits"
Blasphemer - Gitarre bei "Iron Night/Torment Storm", "Death Mask" und "Unleash the Demon"

Tracklist

01. Hades Rise
02. Gaping Grave Awaits
03. Unleash The Demon
04. Pestilent Streams
05. Schitzoid Paranoid
06. Death-Mask
07. Shadows Of Death
08. Iron Night / Torment Storm
09. South American Death
10. The Stalker


Als gestandener Musikredakteur ist man doch dankbar, wenn man hin und wieder noch auf Überraschungen stößt. Da kam das schicke schwarze Digipack mit dem unleserlichen Albumstitel und dem roten Pentagram darauf doch gerade recht. AURA NOIR nennen sich die Norweger, „Hades Rise“ ihr mittlerweile vierter Langspieler. Mit Fenriz sollen sie ganz gut befreundet sein, zumindest waren sie die erste Band, die bei seinem „Tyrant Syndicate“-Label, einem Tochterlabel von Peaceville, unterschrieb. Und auch wenn rot nicht so die Farbe von Darkthrone ist, irgendwie hatte ich schon das ungute Gefühl, dass mir hier genau solche Musik auflauerte. Mit einem Seufzer auf den Lippen ging ich an die Scheibe rann, denn die norwegischen Urgesteine, die ich hier als großen Paten vermutete, konnten mich bislang noch nie so recht überzeugen…

Aber holla, da hatte ich mich bei AURA NOIR aber direkt mal dick und fett getäuscht. Die zwei Jungs aus Oslo haben ihre Vorbilder zwar im klassischen Black Metal der 80er Jahre, aber weniger orientieren sie sich an Darkthrone, sondern eher an deren Vorreitern. Jede Pore von AURA NOIR atmet diesen Geist, den Spirit von Bands wie Celtic Frost und vor allem den Briten Venom, die die Norweger scheinbar ganz kräftig gebüffelt haben. Die sehr altbacken wirkende Musik wird noch angereichert mit einer Portion kräftigem Rotzrock et voilà, fertig ist „Hades Rise“.

Und verdammt noch mal, es funktioniert blendend. Man möchte gar nicht meinen, dass man im 21 Jahrhundert noch ein Album aufnehmen könnte, dass so dermaßen nach den 80ern klingt. Aber von der extrem erdigen, unmodernen Produktion über die sehr klassischen Riffs bis hin zum Cronos/Tom G. Warrior-halb-Sprechgesang… Man hört sogar glasklar heraus, wie Apollyons Finger über das Griffbrett seiner Gitarre rutschen. Das alles klingt so, als ob das Material die letzten zwanzig Jahre hermetisch abgeriegelt in irgendeinem Bunker gelegen hätte. Und jetzt, wo es rauskommt, ist es erst mal entsprechend angepisst. Umso schöner natürlich für die Zielgruppe, die Old-School-Metal-Fans. Denn die dürften mit dieser Scheibe ihre helle Freude haben.

Natürlich will ich „Hades Rise“ jetzt nicht direkt heilig sprechen. Objektiv betrachtet ist die Musik absolut nichts besonderes, alles, was man hier hört, wurde schon in den 80ern zu Tode zelebriert. Diese CD wird die Welt nicht verändern. Nicht mal ein klitzekleines Bisschen. Aber sie ist eben tolle Retro-Partymusik, ein großartiges Revival des thrash-durchsetzten Black Metals und mit ein paar Dosen Bier gleich noch mal so schön. Jeder, der damit was anfangen kann, kann bedenkenlos zuschlagen.

Bewertung: 8 / 10

Geschrieben am

Antworten

Your email address will not be published. Required fields are marked *

You may use these HTML tags and attributes: