CD-Review: Axxis - Paradise In Flames

Besetzung

Bernhard Weiß - Gesang
Guido Wehmeyer - Gitarre
Rob Schomaker - Bass
Harry Oellers - Keyboard
André Hilgers - Schlagzeug

Tracklist

01. Paradise In Flames (Intro)
02. Dance With The Dead
03. Tales Of Glory Island
04. Take My Hand
05. Will God Remember Me?
06. Talisman
07. Don't Leave Me
08. Lady Moon
09. Ice Wind
10. Stay By Me
11. Gods Of Rain
12. Passion For Rock


Als absoluter AXXIS Neuling bin ich auf das neueste Release dieser Hard Rock Kombo gestoßen, die sich schon lange vor meiner Metal-Zeit einen Namen gemacht hat. Das neuste Werk der fünf Jungs aus Dortmund hört auf den vielsagenden Namen „Paradise in Flames“ und wartet mit einer lupenreinen Produktion auf. Als besonderes Schmankerl findet sich auf diesem Silberling Sängerin Lakonia mit einigen Gastauftritten, die auch schon auf „Time Machine“ zu hören war.

„Paradise in Flames“ beginnt überraschenderweise mit sehr orchestralen Klängen und Chorgesang, was bei einer Hard Rock Band doch noch als Besonderheit durchgeht. Nach dieser kurzen Spielerei geht die Sause aber direkt mit „Dance with the Dead“ los, was sich als sehr gradliniger Rocksong mit klasse Refrain entpuppt. Genau so etwas hat man ja erwartet, es zeichnet sich also schon ab, dass man es hier eher mit einfachen Songs zu tun bekommt. Als nächstes wartet dann schon eines der Highlights: „Tales of Glory Island“, ein klasse Song, der durch und durch überzeugen kann und nicht nur aus Strophe-Refrain-Strophe besteht, wie ein Großteil des Albums. Er entwickelt jedenfalls eine grandiose Atmosphäre und bietet viel Abwechslung.
Natürlich gibt es auf diesem Release auch was fürs Herz. Dafür sorgen Tracks wie „Take my Hand“, „Stay by me“ und „Dont leave me“, wobei letzterer ein wunderschönes Duett (Bernhard Weiß und Lakonia) ist, das allerdings extrem schmalzig rüberkommt und keinerlei rockige Wurzeln aufzeigt. Die Melodie zieht einen dennoch in ihren Bann und gefällt einfach. Diese drei langsamen Nummern drücken jedoch den Gesamt-Härtegrad des Albums ziemlich nach unten. Bei „Icewind“ handelt es sich dann um einen der härteren und schnelleren Songs den die Jungs wirklich solide meistern, auch wenn der Refrain etwas abgedroschen wirkt. Hier geht es zumindest richtig voran und wem der Rest des Albums zu langsam ist sollte unbedingt mal reinhören. Die Powerstimme (Achtung: gewöhnungsbedürftig) von Bernhard kommt hier endlich mal zur vollen Entfaltung und er kann zeigen, was er drauf hat. Mit dem durchschnittlichen „Passion for Rock“ und einem extremen Old-School-Text findet dieses Album dann seinen Abschluss. Aber hey, dem kann man sich zumindest anschließen: „I feel no control, undying drug called „rock’n’roll““.

Alles in allem also eine schöne CD, auf der vor allem die „Mitsing-Refrains“ herausstechen, die streckenweise jedoch viel zu glatt sind. Es fehlen leider völlig die Ecken und Kanten. Das „Hard“ im Rock ist hier nur stellenweise zu erkennen, oder zumindest sehr klein geschrieben, da alles doch sehr soft, brav und eingängig daherkommt. Headbang-Laune entwickelt sich also eher selten. Zum Mitsingen und Abfeiern finden sich allerdings eine menge Tracks, womit dem kurzweiligen Rock-Snack für zwischendurch also nichts im Wege steht.

Redakteur: Sebastian Döring

Bewertung: 7 / 10

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