Noch nicht ganz trocken hinter den Ohren und schon ein Plattenvertrag: BLOODSTAIN gründeten sich erst 2023 im schönen Stockholm und machten das erste Mal vor zwei Jahren mit ihrer EP „I Am Death“ von sich Reden. Seither konnte sich das Quartett einen Vertrag mit Threeman Recordings sichern und bastelte fleißig an seinem ersten vollen Album. Das trägt schlicht den Bandnamen und offenbar waren die Burschen tatsächlich alles andere als untätig, denn die Platte bietet nebem dem Titeltrack besagter EP stolze neun brandneue Songs.
Man möchte zunächst den Eindruck bekommen, BLOODSTAIN wären eine typisch skandinavische Glam-Metal-Band. Nach einem bombastischen Intro eröffnet „Annihilation Line“ mit treibendem Heavy Metal, der nicht nur im Refrain stark an ihre Landsleute SISTER und CRASHDIET erinnert. Zwar sind die Jungens aus Stockholm etwas rifflastiger unterwegs, aber die generelle Richtung scheint klar zu sein. Ganz so einfach ist es jedoch nicht, denn obschon sich sich dieses Programm später in „Conspiracy“ wiederholt, erlebt man dazwischen einige Überraschungen.
Denn schon das wuchtig stampfende „Something Sinister“ ist für Glam-Verhältnisse ungewohnt hart und spätestens mit „I Am Death“ schhlagen BLOODSTAIN eine vollkommen andere Richtung ein. Die Nummer ist eindeutig von METALLICA zu Zeiten von „Reload“ inspiriert und wer nun denkt, dass es sich dabei um einen Ausreißer handelt, könnte falscher nicht liegen. Dank thrashiger Brecher wie „Taint Me“, „Lies Bleeding Through“ und „Banner Of Supremacy“ erweisen sich die kalifornischen Genre-Vorreiter sogar als größtes Vorbild dieser Band aus Schweden.
Und egal, wem sie gerade nacheifern, BLOODSTAIN machen dabei sehr vieles richtig: Die Glam-Nummern überzeugen mit mitreißenden Refrains und die Thrash-Abrissbirnen punkten mit messerscharfen Riffs und starken Leads, wobei Frontmann Oskar Lindroos obendrein ziemlich erfolgreich den Hetfield macht. Überhaupt haben die Jungs das effektive Songwriting schon ziemlich gut raus und schaffen es auch, reine Instrumentalparts schlüssig in ihren ansonsten recht kompakten Songs unterzubringen – man höre hierzu auch die großartige Power Ballade „Carved Into Stone“.
Glam Metal oder Thrash? Vermutlich wissen es BLOODSTAIN selbst noch nicht genau. Wie viele Bands am Anfang ihrer Karriere befindet sich auch das schwedisch Quartett auf seinem Debüt noch in der Selbstfindungsphase. Damit ist die Platte zwar stilistisch ein wenig inkonsistent, offenbart aber auch in jedem Song das enorme Talent der Truppe. Somit fungiert dieses Erstlingswerk vor allem als lautstarker Startschuss zu etwas mutmaßlich Großartigem, denn bis zum zweiten Album dürften sich BLOODSTAIN bereits deutlich mehr eigenes Profil angeignet haben. Unbedingt auschecken!
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Wertung: 7 / 10


