CD-Review: Brymir - Breathe Fire To The Sun

  • Veröffentlichung: 2011
  • Label: Spinefarm
Besetzung

Viktor Gullichsen - Gesang
Sean Haslam - Gitarre
Joona Björkroth - Gitarre
Jarkko Niemi - Bass
Sami Hänninen - Schlagzeug
Janne Björkroth - Keyboard

Tracklist

01. Intro
02. Unconquerable
03. In Silence
04. A Free Man's Path
05. Burning Within
06. Withering Past
07. Cycle Of Flame
08. Ragnarök
09. Retribution
10. Breathe Fire To The Sun


Die Vereinigung aus Metal und Soundtrack-artigen Elementen scheint im Moment ein ziemlicher Trend zu sein. Reinxeed fügen Moviescores und Melodic Power Metal zusammen, Xerath tun dasselbe mit Extreme Metal, Crimfall verknüpfen Pagan Metal mit Filmmelodien, während das jüngste Turisas-Album in Punkto Epik ohnehin die meisten Soundtracks in den Schatten stellt.
Mit BRYMIR macht sich eine junge finnische Band auf, auch ihren Beitrag zur Vermengung von Metal und Moviescores zu leisten. „Breathe Fire To The Sun“ heißt ihr Debutalbum, auf welchem sie Folk Metal und episch-symphonische Elemente zusammenführen.

Und es ist schon ziemlich beeindruckend, was die bislang unbekannte Truppe hier auf die Beine stellt. Sie könnten mit „Breathe Fire To The Sun“ ebenso durchstarten wie ihre Landsleute von Crimfall vor zwei Jahren mit ihrem Debut. Denn qualitativ brauchen sich BRYMIR vor großen Vergleichen nicht zu verstecken.
Ich bin nicht sicher, ob ich solch eine stimmige Vereinigung aus Metal und Moviescore-liken Gebilden schon ein mal gehört habe. Dabei umschiffen BRYMIR gekonnt kitschige Passagen, sondern fügen Folk Metal und symphonische Untermalungen und Umrahmungen zu einer wirklichen Einheit zusammen. Sie erschaffen eine durchgehend spannende Atmosphäre mit dramatischen Höhepunkten und mitreißenden Melodielinien.
„Breathe Fire To The Sun“ ist ein Album, bei dem man sich zurücklehnen sollte, um die Musik vollständig in sich aufnehmen zu können und dem Kopfkino freien Lauf zu lassen. Was BRYMIR hier vom Stapel lassen, ist nur bedingt Headbanger-Material, obwohl der Groove schon treibend ist und die Riffs für Dynamik sorgen. In erster Linie ist die Musik aber auf die Entwicklung der Atmosphäre ausgelegt, und wenn man sich darauf einlassen kann, spielt sich in Gedanken ein aufregender Fantasy-Streifen ab.
Dabei gibt es nur selten Erholungsphasen. Die Melodien übertreffen sich gegenseitig in Epik und Erhabenheit und steigern sich immer wieder monumentalen, orchestralen Höhepunkten. Wechsel aus Growls und epischen, cleanen Chorälen unterstützen diese symphonischen Plots. Einzelne Anspieltipps kann man sich sparen, denn die Musik funktioniert vor allen Dingen in ihrer Gesamtheit und entwickelt auch erst so die unheimlich epische und berauschende Atmosphäre.
Technisch ist der Auftritt ebenso stark wie kompositorisch. Nur durch das perfekte Zusammenspiel aller beteiligten Künstler kann sich solch eine monumentale Musikkulisse entwickeln. Selbstverständlich ist der musikalische Anteil des Keyboard schon hoch und dürfte Feinde dieses Instruments auf den Plan rufen. Doch werden sich diese „Breathe Fire To The Sun“ sicherlich auch gar nicht anhören wollen. Für die Zusammenarbeit mit einem richtigen Orchester wie es Turisas bei „Stand Up And Fight“ getan haben, fehlen BRYMIR momentan sicherlich noch die finanziellen Mittel. Aber für die Zukunft könnte diese Maßnahme die beeindruckende Vorstellung der Finnen auf eine Stufe hieven, die noch keine andere Band in dem Sektor erreicht hat.

Dies würde dann vermutlich meinen Bewertungsrahmen sprengen, denn „Breathe Fire To The Sun“ ist so schon ein Album, dass die Höchstnote streift. Man könnte mit dem Material dieses Werks eine ganze Reihe Fantasy- und Heroen-Streifen musikalisch umrahmen, ohne dass die Ideen ausgehen. Wer mit solchen symphonischen Metal-Open nichts anfangen kann, wird das natürlich ganz anders sehen. Aber wer sich für eine gelungene Vereinigung aus Folk Metal und spannendem epischen Soundtracks begeistern kann, sollte sich dieses Werk auf keinen Fall entgehen lassen.

Bewertung: 9.5 / 10

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