CD-Review: Cân Bardd - Devoured By The Oak

Besetzung

Malo Civelli – Gesang, Gitarre, Bass, Keyboard, Orchestrierung
Dylan Watson – Schlagzeug

Gastmusiker:
Linnéa Lindqvist – Gesang (Track 08)
Lambert Segura – Violine (Track 08)
Matthieu Favre – Chorgesang
Nicolas Bise – Chorsgesang
Romarick Gendre – Chorgesang
Yoann Giacomelli – Chorgesang

Tracklist

01. Echoes Of The Moss
02. Une Couronne De Branches
03. Devoured By The Oak Pt. I
04. Devoured By The Oak Pt. II
05. Crépuscule
06. Spleen By The Pond
07. Autumn Shore
08. Blomsterkransen


Cân Bardd - Devoured By The Oak Cover

CÂN BARDD bei ihren frühen Gehversuchen als Band zuzuhören, war vor allem eines: frustrierend. Obwohl die Schweizer auf ihren ersten beiden Alben ein beachtliches Potential vermuten ließen, wollte dieses doch nicht so recht zum Vorschein kommen. „Nature Stays Silent“ (2018) litt ganz fürchterlich an seiner amateurhaften Produktion und „The Last Rain“ (2019) klang zwar angenehmer, quoll aber geradezu über vor Kitsch und wenig eleganten Arrangements. Gemeinhin gilt jedoch ohnehin erst das dritte Album als entscheidende Bewährungsprobe für aufstrebende Musikgruppen. Und siehe da: Auf „Devoured By The Oak“ haben CÂN BARDD doch noch ihren Sound gefunden.

Auf den Kopf stellen mussten CÂN BARDD sich für ihre Kurskorrektur nicht. Weder das taufrischen Ambient und eine etwas zu dick aufgetragene Orchestrierung mischende Intro „Echoes Of The Moss“ noch die darauffolgenden, ausgedehnten Stücke an der Gabelung zwischen Black, Folk und Symphonic Metal sind im Schaffen des Duos ein klangliches Novum. Verändert hat sich lediglich die Form, die CÂN BARDD ihrem Stil geben.

Die melodischen Black-Metal-Hymnen der Band sind nun weniger überladen und der nicht selten an die Stelle der kernigen Screams tretende Klargesang nicht mehr so ungelenk in die Songs hineingepresst. Sogar der Umstand, dass die elegante Harfen, die pompösen Streicher und Bläser und die besänftigenden Flöten erkennbar bloß vom Keyboard kommen, stört auf „Devoured By The Oak“ nur an wenigen Stellen. Subtilität können CÂN BARDD zwar nach wie vor nicht zu ihren Stärken zählen, erstmals rutscht die plakative Epik ihrer Musik aber nicht mehr ständig ins Alberne ab.

Wie mitreißend die mal in sanften Clean- und Akustikgitarren-Parts schwelgenden, mal mit intensiven Tremolo-Riffs und Blast-Beats überschäumenden Tracks sein können, wenn CÂN BARDD alles aus sich herausholen, zeigt sich vor allem in „Autumn Shore“. Zu den Highlights des Albums gehören außerdem das atmosphärische, dem Keyboard besonders viel Raum zugestehende „Crépuscule“ sowie die liebliche Folk-Ballade „Blomsterkransen“, die das ansonsten so energiegeladene und opulente Album auf angenehm ruhige Weise ausklingen lässt.

Wer schon Saor oder Sojourner wegen ihres Bombasts zum Fremdschämen findet, wird mit CÂN BARDD weiterhin erst recht keine Freude haben. Für Black-Metal-Fans, die auch an bodenständigem Folk und üppig-symphonischen Klängen Gefallen finden, haben die Schweizer sich hingegen endlich zu einer soliden Alternative zu den obigen Bands entwickelt. Nach ein paar Fehltritten haben CÂN BARDD nun doch noch einen gangbaren Weg zu künstlerischer Größe gefunden. Um den Gipfel ihrer Stilrichtung zu erreichen, werden die Naturromatiker zwar noch den letzten Rest an überschüssigem Pathos loswerden und sich um eine noch besser definierte Produktion bemühen müssen. Dennoch ist „Devoured By The Oak“ ihr erstes Album, das man bedenkenlos weiterempfehlen kann.

Bewertung: 7.5 / 10

Geschrieben am

Antworten

Your email address will not be published. Required fields are marked *

You may use these HTML tags and attributes: