CD-Review: Caligula’s Horse - Rise Radiant

Besetzung

Jim Grey – Gesang
Sam Vallen – Gitarre
Adrian Goleby – Gitarre
Dale Prinsse – Bass
Josh Griffin – Schlagzeug

Tracklist

01. The Tempest
02. Slow Violence
03. Salt
04. Resonate
05. Oceanrise
06. Valkyrie
07. Autumn
08. The Ascent


Mit ihrem letzten Album „In Contact“ (2017) konnten die australischen Progger CALIGULA’S HORSE endgültig von sich reden machen. Sie haben zwar noch keine solch große Gefolgschaft wie ihre Genre-Kollegen Haken oder Leprous, die Zeichen stehen aber eindeutig auf Erfolg. Warum? Kurzform: Die Brisbaner schreiben starke Songs, sind sympathisch und wissen, was eine energetische Rockshow voller Spielfreude ist.

Langform: „Rise Radiant“ schließt nahtlos an „In Contact“ an und führt dessen Stil fort. Eine überaus homogene Mischung aus klassischem Progmetal, einem guten Schuss Djent und einigen Spritzern Alternative Rock – garniert mit Melodien, die durchaus von Popmusik inspiriert sind. Schon der Opener „The Tempest“ ist ein wunderbares Beispiel dafür.

Die Musik der fünf Jungs lebt vor allem von Kontrasten: Messerscharfe und energetische Riffs auf der einen, samtig-weicher und hymnischer Gesang auf der anderen Seite. Diese Gegensätze ziehen sich an, sind wie füreinander gemacht, zumal sich CALIGULA’S HORSE spätestens mit den unverschämt eingängigen Refrains immer wieder aufs neue im Ohr festsetzen. Die Band kann sich wirklich glücklich schätzen, einen solch starken Sänger wie Jim Grey in ihren Reihen zu haben. Denn gerade im Prog, wo alle auf ihren Instrumenten zocken können, macht der Vokalist den Unterschied.

Nicht nur aufgrund des Gesangs und der starken Melodien sind CALIGULA’S HORSE dabei eine Empfehlung für Fans von Haken oder Leprous. Vor allem mit Ersteren gibt es die eine oder andere musikalische Überschneidung. Beide Combos bedienen sich ähnlicher musikalischer Mittel, haben ein vergleichbares Verständnis davon, was einen guten Song ausmacht und wie er zu klingen hat. Die Australier stecken allerdings noch nicht in der Zwickmühle des „höher, schneller, weiter“, in die sich Haken mit „Vector“ bugsiert haben. Davon abgesehen klingen Jim Grey & Co. auch ein gutes Stück wärmer.
Nein, CALIGULA’S HORSE haben ein Kräftemessen mit Haken nicht nötig. Der Vergleich beider Bands zeigt aber sehr gut auf, wie bodenständig und selbstsicher die fünf Herren von der anderen Erdhalbkugel auftreten. „Rise Radiant“ erinnert mich in seinem Selbstverständnis an Hakens „Affinity“. Eine Platte, die in jeder Sekunde fokussiert ist und Selbstvertrauen ausstrahlt. Eingespielt von einer Band, die ganz genau weiß, was sie kann und es niemandem beweisen muss. Das ist wirklich erfrischend. Denn genau wie damals bei Haken ist das Ergebnis einfach gute Musik. Songs, die sich kurz fassen, aber eine lange Halbwertszeit haben; die genau so und nicht anders sein sollten. Hier heißen diese Nummern zum Beispiel „Oceanrise“, „Resonate“ oder „Valkyrie“.

Schön ist auch, dass CALIGULA’S HORSE im abschließenden Longtrack „The Ascent“ nicht noch eine Schippe von allem drauflegen müssen. Genau das Gegenteil ist der Fall: Trotz des knüppelnden Einstiegs und harter Passagen ist der Song im Grunde eine lange Halbballade. Und der auf Prog-Alben übliche, episch-pathetische Schluss bleibt völlig aus. Ihre wahren Stärken spielt die Nummer trotz allem erst nach mehreren Durchgängen aus.

Kurzum: „Rise Radiant“ ist eine coole, moderne Progmetal-Platte. CALIGULA’S HORSE positionieren sich damit – zumindest musikalisch – an der Spitze des Genres. Wer Haken, Pain Of Salvation, Leprous oder auch Tesseract mag, den werden Tracks wie „Salt“ oder „Valkyrie“ nicht kaltlassen. Definitiv reinhören!

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Bewertung: 9 / 10

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