Das Cover von "Art Of Chaos" von Crashdiet

Review Crashdiet – Art Of Chaos

  • Label: Eigenproduktion
  • Veröffentlicht: 2026
  • Spielart: Hard Rock

Wenn man es richtig machen will, muss man es selbst machen: Nach einem Gastspiel bei Frontiers Music und später Golden Robot haben sich die schwedischen Sleaze Rocker CRASHDIET offenbar dazu entschlossen, künftig komplett in Eigenregie zu veröffentlichen. Aus Bandsicht mag das heutzutage nachvollziehbar sein, den (internationalen) Fan stellt es aber vor einige Herausforderungen. Abseits ihrer Shows ist das neue Album „Art Of Chaos“ nämlich nur im Online-Shop der Truppe erhältlich und verfügt man über das passende Zahlungsmittel, fallen zumindest bei Kauf aus Deutschland noch stolze 20 Euro Versandkosten an – zahlen Sie zwei, bekommen sie eins. An der Qualität der Platte ändert die Preisgestaltung von PostNord natürlich nichts.

Angesichts des eher gewöhnlichen Einstiegs „Satizfaction“, der zwar an die frühen Alben der Truppe erinnert, CRASHDIET aber anderweitig kaum von anderen skandinavischen Sleaze-Bands abhebt, möchte man noch befürchten, die Burschen hätten ihr Pulver seit dem überragenden „Automaton“ verschossen. Auch das folgende „Sick Enough For Me“, in dem die Schweden ebenso unerwartete wie unaufdringliche College-Rock-Vibes erzeugen, zeigt die Formation zwar von einer anderen Seite als bisher, will aber nicht so recht zünden. „Art Of Chaos“ ist aber ein starkes Album, das ab dem dritten Song durchgehend Fahrt aufnimmt.

Mit dem mitreißenden „Chaos Magnetic“ laufen CRASHDIET nämlich nicht nur zu alter Form auf, sondern liefern mit der hitverdächtigen Nummer einen der besten Songs ihrer Karriere ab, der dringend ins künftige Live-Programm gehört. Mit dem abschließenden „Edge Of A Knife“ verhält es sich genauso, aber auch dazwischen hat „Art Of Chaos“ noch einiges zu bieten. Die rotzige Bissigkeit, die man in den ersten beiden Songs vermisst hat, findet sich im breitbeinigen Riffing von Titeln wie „Can Of Worms“ und dem schiebenden „Killing It Now“ und das coole „Get Out“ wird vor allem Fans von RATT ein Lächeln ins Gesicht zaubern.

Und obwohl man die Truppe aus Stockholm hier und da noch immer mit den Großen des Genres vergleichen kann – das gelungene „Silent Place“ etwa erinnern an CINDERELLA -,  war sie es wohl doch leid, ständig mit MÖTLEY CRÜE oder SKID ROW verglichen zu werden. Entsprechend sind diese Parallelen auf ihrem neuesten Album auch seltener möglich bzw. nötig als auf den beiden Vorgängern. Stattdessen ist „Art Of Chaos“ ein weniger metallisches und dafür rockigeres Album, auf dem sich CRASHDIET hörbar gereift zeigen. Passend dazu ist das ruhigere, nachdenkliche „Loveblind“ auch einer der stimmigsten Songs der Platte.

„Art Of Chaos“ ist ein klassischer „Grower“: Nach einem eher verhaltenen Einstieg offenbart die Platte enormes Potenzial und gleicht ihren unauffälligen Auftakt mit ebenso abwechslungs- wie facettenreichen Songs aus. Einige davon gehören zum Besten, was CRASHDIET im Laufe ihrer Karriere zustande gebracht haben und alle offenbaren die enorme Erfahrung, die sich die Schweden in den letzten 25 Jahren erspielt haben. „Automaton“ und auch „Rust“ mögen zwar aufs erste Hören die konstanteren Alben sein, aber auch „Art Of Chaos“ hat von jedem Sleaze-Fan eine Chance verdient. Schade nur, dass die Platte so schwer zu bekommen ist …

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Wertung: 7.5 / 10

Thomas Meyns

Publiziert am von

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