CD-Review: Danzig - The Lost Tracks Of Danzig

Besetzung

Glenn Danzig - Sänger, teilweise Gitarre & Keyboards
Kenny Hickey - Gitarre
Steve Zing - Bass
Johnny Kelly - Schlagzeug

Tracklist

CD1
01. Pain Is Like An Animal
02. When Death Had No Name
03. Angel Of The 7th Dawn
04. You Should Be Dying
05. Cold, Cold Rain
06. Buick McKane
07. When Death Had No Name
08. Satans Crucifiction
09. The Mandrake's Cry
10. White Devil Rise
11. Come To Silver (Acoustic)
12. Deep
13. Warlok

CD2
01. Lick The Blood Off My Hands
02. Crawl Across Your Killing Floor
03. I Know Your Lie
04. Caught In My Eye
05. Cat People
06. Bound By Blood
07. Who Claims The Soulless
08. Malefical
09. Soul Eater
10. Dying Seraph
11. Lady Lucifera
12. Under Belly Of The Beast
13. Unspeakable (Shango Mix)


Ein Doppelalbum voller unveröffentlichter Stücke? Das ganze auch noch vom zuletzt in diversen Reviews so gebeutelten Glenn Danzig? Verwunderlich oder nicht; DANZIG liefern 26 Songs von insgesamt 9 verschiedenen Album- oder EP-Aufnahme Sessions, die es entweder bisher nur zu B-Seiten geschafft hatten, als Raritäten galten oder bisher gar nicht veröffentlicht wurden.

Interessante Voraussetzungen für ein interessantes Album?Ich möchte meinen: Ja.Die Songs spielen sich vorwiegend im Bereich des Hard Rock mit unüberhörbaren Blues-Anleihen ab, bei denen ein gewisser Horror-Charme, der dem ganzen einen gewissen Goth-Touch verleiht, allgegenwärtig ist. Kaum erstaunlich, wenn man bedenkt, dass Glenn Danzig auch Comics zeichnet, die sich eher auf die Unterhaltung Erwachsener konzentrieren.

Mit dem Opener „Pain Is Like An Animal” steht (oh Wunder) auch gleich einer der stärksten Songs der ersten CD an Platz 1. Eine Nummer mit Drive und Vocals, die den Misfits nach Glenn Danzigs Weggang klar fehlten. Nicht schön, aber absolut passig für die gebotene Musik. Doppelt vertreten ist der Folgesong „When Death Had No Name“, dessen Riffing und Produktion an einen dünner Produzierten Zwilling von Candlemass’ „Seven Silver Keys“ erinnert. Die als solche bezeichnete „1992 Version“ von „When Death Had No Name“ an siebter Stelle ist lediglich eine tiefer eingespielte Variante des zuerst beschriebenen Songs und könnte in dieser Variante tatsächlich von Candlemass stammen.
„You Should Be Dying“ und „Cold, Cold Rain” liefern für mich im Doppelpack den Höhepunkt der ersten CD. Ersterer wartet ab etwa 2:30 ca. 1 Minute lang mit einem arschgeilen, getragenen Part auf der meines Erachtens nur vom gesamten „Cold, Cold Rain“ getoppt wird. Fans betagter Classic-Rock-Nummern werden erstaunt auflauschen und sich wundern „Huch, gibt’s eine neue Interpretation des 1967er Klassikers „A Whiter Shade Of Pale“ von Procol Harum?“ (Anm. des Redakteurs: Auch wenn jetzt einige sagen werden „Das hat der Edele von Laut.de auch gesagt“: Ich habe die Laut Rezension erst nach dem Schreiben dieses Reviews gelesen und fuhr vor Schreck zusammen *zuck*). Ein in Melodieführung und Einsatz der Hammond-Orgel absolut hervorstechender Song, der jedoch auf einer DANZIG-Platte von mir zu allerletzt erwartet wurde.Ein Cover, das auch tatsächlich eines ist, folgt kurz darauf mit „Buick McKane“ von T.Rex. Cool! Leider baut CD1 nach hinten immer mehr ab und bietet keinen wirklichen Kracher mehr. „Deep“ ist einfach nur schlecht und auch „Warlok“ erreicht das Niveau der vorhergegangenen Songs nicht. Nicht einmal ansatzweise. Hervorzuheben ist jedoch „Come To Silver“ als Akustikversion; jedoch auch nur der Tatsache wegen, dass es Akustisch ist.

Den zweiten Silberling startet „Lick The Blood Off My Hands“. Eine solide Nummer. Mehr als nur solide kommt die Ballade “Crawl Across Your Killing Floor“ daher. Ein Song, der tatsächlich als schön…schön traurig zu beschreiben ist. Unverzerrte Gitarren, die bis auf ein, zwei kleine Brachial-Gitarren-Wand Intermezzi inklusive Soli, den Song ausmachen und tatsächlich schöne Vocals gibt’s auf die Ohren.
David Bowies „Cat People“-Cover mag bei mir nicht so recht zünden, was aber auch daran liegen kann, dass ich das Original auch nicht besonders mag. Das darauf folgende Trio „Bound By Blood“, „Who Claims The Soulless“ und „Malefical“ sind allesamt starke Songs, denen man absolut und bedenkenlos die Qualität der besten Songs von CD1 bescheinigen kann. „Dying Seraph“ könnte glatt vom so tragisch dahingeschiedenen Jim Morrison sein und weckt zwischenzeitlich Erinnerungen an „The End“.
Auf das recht coole, Stoner Rock-lastige „Lady Lucifera“ folgen das überladen-schwache „Under The Belly Of The Beast“ und als Schlusspunkt der Elektrotrack „Unspeakable (Shango Mix)“. Hätte man sich sparen können.

Was also ist, nun endlich prägnant, zu diesem Album zu sagen?Mich hat dieses Album von meinen Vorurteilen Glenn Danzig gegenüber befreit. Ich hielt den kleinen Glenn wegen seiner Schlägereien und diversen Mätzchen nie für einen ernst zu nehmenden Musiker. Mit dieser Zusammenstellung jedoch etabliert er sich mit seiner Truppe, die übrigens zu Teilen aus Type O Negative-Leuten besteht, in meinem persönlichen Musik-Kosmos als feste und nun endlich ernst zu nehmende…Größe, will ich sagen. Wie ironisch.

Redakteur: Felix Valstar

Bewertung: 7 / 10

Geschrieben am

Antworten

Your email address will not be published. Required fields are marked *

You may use these HTML tags and attributes: