CD-Review: Deadlands - Evilution

Besetzung

Brian O’Connor – Gesang
Michael J. Gardner – Gitarre
Kevin Rohr – Gitarre
Steve Northam – Bass
Danny Sablan – Schlagzeug

Gastmusiker:
Hank Shermann – Gitarre
Michael Denner – Gitarre
Andy LaRocque – Gitarre
Claudeous Creamer – Gitarre
Mike Wead – Gitarre
Glen Alvelais – Gitarre
Steve Smyth – Gitarre

Tracklist

01. Pandemic Genocide
02. Deadlands
03. Ground And Pound
04. Final Solution
05. She’s On Fire
06. Asphyxiate The Masses
07. Path We’ve Chosen
08. Gone Wrong
09. Legions Of The Damned
10. Shed My Skin
11. The Last In Line


Wäre eine Band eine Fußballmannschaft, dann würden DEADLANDS die Champions League gewinnen. Denn was die US-amerikanische Band um den ehemaligen Vicious Rumors Sänger Brian O’Connor an Stamm- und Gastmusikern aufzubieten hat, ist in der Tat beeindruckend. Hier werden Musiker (genauer: Gitarristen) aufgefahren, dass es einem Angst und Bange werden kann. Wie gesagt, wäre eine Band eine Fußballmannschaft, dann … würde es dieser Supergruppe vielleicht auch so gehen, wie den Niederländern während der letzten Europameisterschaft. Mehr Superstars auf der Ersatzbank als andere Bands im Stammkader und trotzdem Vorrundenaus.

Es erübrigt sich natürlich, über die technische Darbietung viele Worte zu verlieren – man hat es bei DEADLANDS mit einer Ansammlung hochroutinierter Musiker zu tun, die nichts anbrennen lassen und gerade die Vielzahl an Gastgitarristen lässt einen ein ums andere Mal aufhorchen. Und auch Sänger Brian O’Connor weiß mit seiner kräftigen Stimme, die neben höheren Screams hin und wieder in Richtung Hardcore tendiert, zu gefallen. Der Anspruch der Gruppe, traditionelle und moderne Elemente miteinander in Einklang zu bringen, findet in der Harmonie von Soundgewand und Riffing seine Erfüllung; fraglos, so kann Heavy Metal heutzutage klingen, schneidig, hart, fett. Und damit wäre man der Champions League schon verdammt nahe, wenn da nicht die Songs selbst wären.

Denn in Sachen Komposition bietet „Evilution“ leider wenig Überraschungen – viel Messing, wo eigentlich Gold sein sollte. Die Strukturen der Songs sind blanker Standard, die Riffs auch, was bei der Gitarristen-Legion besonders schmerzt. Zwar werden groovige, teils brachiale Riffgewitter aufgefahren, die sich aber schnell abregnen und ein unangenehmes Gefühl von Leere verbreiten. Hier trifft schlicht technische Finesse auf kompositorische Einfallslosigkeit. Die Songs zünden nicht, ähneln sich zu stark, stechen nicht in Momenten heraus – wenn man mal von der postpubertären Peinlichkeit (Frauengestöhne à la Manowars „Pleasure Slave“) im Mittelteil von „She’s On Fire“ absieht. Alles in allem mögen DEADLANDS mit „Evilution“ die Vorrunde überstehen, dann geht der Gruppe aber definitiv die Puste aus. Hier muss in Sachen Songwriting noch einiges nachgelegt werden, wenn man sich im internationalen Rahmen durch mehr als Namedropping bekannt machen will.

Bewertung: 6.5 / 10

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