CD-Review: Die Streuner - Schnorrer, Penner, schräge Narren

Besetzung

Roland Kempen – Laute, Schellen, Gesang
Martin Seifert – Laute, Chalumeau, Gesang
Miriam Petzold – Violine, Schellen, Gesang
Carsten Hickstein – Laute, Chalumeau, Gesang
Matthew Rousse – Violine, Perkussion, Gesang

Tracklist

01. Der Schlemmer
02. Die Hexe
03. Unter den Toren
04. Der Bauer aus dem Odenwald
05. Die Lindenwirtin
06. Coleraine Jig
07. Lumpen
08. Die Räuber
09. Schnorrer, Penner, schräge Narren
10. Martinsgans
11. Chevalier de la table ronde
12. Das kleine Lied der Völker
13. Söldnerschwein
14. Pater Gabriel
15. Aber nein, aber nein


Diejenigen, die sich mit einer warmen und beschwingten Musik anfreunden können, haben gute Chancen, dieses Album zu lieben. Wer jedoch auf die etwas härtere Art von Musik steht, sollte sich keine Hoffnungen machen, etwas nach seinem Geschmack auf dieser Scheibe zu finden. Denn vom ersten bis zum letzten Lied ist ein gewisses Grundschema zu finden, welches die CD weich und angenehm klingen lässt. Dies lässt darauf schließen, dass jeder Song einen gleichen oder zumindest ähnlichen Instrumentenhintergrund besitzt. Die Geigen und Bratschen verleihen der CD, vor allem den ersten beiden Liedern, einen schwebenden, nebelartigen Klang. Doch trotzdem bleibt eine gewisse Abwechslung nicht auf der Strecke. Rhythmisch gesehen hat jedes Lied seinen eigenen Charakter und auch auf das Tempo bezogen kann man nicht von Eintönigkeit sprechen. Melodien und Texte sind teilweise selbst geschrieben, zum Teil kann man allerdings auch traditionelle und dadurch bekannte Klänge finden, wie zum Beispiel „Die Hexe“ oder „Unter den Toren“. Und egal, ob die Texte nun traditionelle Wurzeln haben oder der eigenen Feder entsprungen sind, so regen sie doch auf jeden Fall stellenweise sehr zum Schmunzeln an. Dementsprechend fließt also Lied für Lied vor sich hin und verbreitet dabei eine gemütliche Stimmung bis ungefähr zur Mitte der CD, wo wenige, wenn auch nicht schlechte, neue Ideen Einzug in die Stücke erhalten. Ein Beispiel dafür ist der Titel „Martinsgans“, der a capella aufgeführt wird und somit das einzige Lied ist, das sich vom Gesamtbild abhebt. Doch trotz des neuen Lüftchens (für einen ausgewachsenen frischen Wind hat es meiner Meinung nach nicht ganz gereicht) bleibt die Platte ohne erwähnenswerte Höhepunkte.

Die Scheibe eignet sich wunderbar zum bewussten wie auch unbewussten Hinhören und kann durchaus auch öfter als einmal genossen werden. Doch zu einem „perfekten“ Album fehlt noch das große gewisse Etwas, was ich hier vermisst habe. Es muss jedoch jeder selbst herausfinden, ob DIE STREUNER mit dieser Ansammlung von hörenswerten Liedern den eigenen Geschmack getroffen haben. Im Vergleich zu anderen Bands fällt noch das relativ überschaubare Instrumentarium auf, was anno 2000 gang und gäbe war. Wie sich die Streuner heutzutage präsentieren und was aus den Trink-, Rauf- und Saufliedern zum Mitgrölen, Mitgrinsen und Mithüpfen geworden ist, wird es ebenfalls bald hier zu lesen geben.

Bewertung: 7 / 10

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