CD-Review: Dødheimsgard - Supervillain Outcast

Besetzung

Kvohst – Gesang
Vicotknik – Gitarre
Thrawn - Gitarre
Clandestine - Bass
Czral – Schlagzeug

Tracklist

01. Dushman
02. Vendetta Assassin
03. The Snuff Dreams Are Made Of
04. Horrorizon
05. Foe X Foe
06. Secret Identity
07. The Vile Delinquents
08. Unaltered Beast
09. Apocalypticism
10. Chrome Balaclava
11. Ghostforce Soul Constrictor
12. All Is Not Self
13. Supervillain Serum
14. Cellar Door
15. 21st Century Devil


DØDHEIMSGARD oder kurz DHG sind also wieder zurück. Nach acht Jahren der Abstinenz meldet sich die Gruppe zurück. Das natürlich in neuer Besetzung aber noch immer mit Bandgründer und Kopf Vicotnik. Wirft man mal einen Blick auf das Cover, so werden danach weitere (fragende) Blicke folgen. Ja, ein für ein Black Metal-Werk doch sehr ungewöhnliches Motiv. Tja, eben. Acht Jahre sind eine lange Zeit und was früher noch Black Metal war, ist heute mehr als das respektive nutzt nur einen kleinen Teil der damaligen Wurzeln.

De facto fühlte ich mich beim Hören an Keep of Kalessin und „Armada“ erinnert. Nicht, dass sich beide Alben so sehr ähneln würden, aber die Intention, mit welcher man an die Aufnahmen heran ging, dürfte sich grob vergleichen lassen. Leicht orientalisch angehaucht ertönen erste Klänge, doch mit „Vendetta Assasin“ kommt flux ein richtiges Stück daher. „Supervillain Outcast“ präsentiert sich im Nachfolgenden im Gros sehr eingängig und direkt. Man meint dem Album anzumerken, dass da ganze bestimmte Intentionen hinterstecken, welche auch vollstens verwirklicht worden sind. Warum nur im Gros? Nun, da es sich offensichtlich in letzter Zeit in Black Metal-Norwegen so verhält, dass die Bands dieses Genres gerne auch mal etwas Neues ausprobieren, aber dabei nicht den Kern ihrer Musik außer Acht lassen wollen, lassen auch DØDHEIMSGARD sich nicht lange bitten und bauen diverse untypisch erscheinende Sequenzen ein. Hierbei verhält es sich nicht nur so, dass fremdartige Klänge in Lieder hereingemischt werden, nein, man hat auch Interludien wie „Secret Identity“. Hier hört man 73 Sekunden diverse Stimmen, welche im Kanon leicht klar gesungen immer wieder dieselben Worte wiederholen. Direkt im Anschluss ertönt übrigens das brachiale „The Vile Delinquents“, was im Prinzip Kontrastprogramm bietet. Doch so findet man dies öfters auf „Supervillain Outcast“ vor, beispielsweise eben ganz am Anfang oder später bei „Chroma Balaclava“ und dem darauf folgenden „Ghostforce Soul Constrictor“.

Schaut man sich generell man die Liedtitel an und setzt sie mit dem in Relation, was man vernimmt, so erscheint das Album erstmal paradox aber doch auch sehr reizvoll und faszinierend. Nachdem das ganze Album sowieso äußerst zu gefallen weiß und erst nach und nach entdeckt werden will, gehe ich nun noch auf die Höhepunkte von „Supervillain Outcast“ ein. Dazu zählt sicher auch das letzte Lied „21st Century Devil“ mit seinen hypnotisierenden, narkotisierenden Riffings. Man versinkt mehr und mehr in dem Stück, geht richtig mit und bei der Klimax angekommen, bieten uns die Norweger plötzlich ein ganz anderes Szenario, was verwirrend und zugleich genauso mitreißend ist. Doch dieser Umschwung währt nur kurz. Gen Ende lauscht man im Prinzip dem vorhergehenden Präludium „Cellar Door“, welches hier noch einmal verwendet wurde. Das schon erwähnte „Ghostforce Soul Constrictor“ ist ebenso klasse anzuhören, besonders die mysteriösen Klänge sind erinnerungswürdig. Doch auch die anschließende ruhige Nummer „All Is Not Self“ mit ihrer traurig-trüben Aura gefällt von Durchgang zu Durchgang mehr. „Foe X Foe“ ist dagegen eher die Hymne zum geistigen Mitschreien. „The Snuff Dreams Are Made Of“ hingegen gehört noch in die Riege der besten Tracks.

DØDHEIMSGARD haben mit diesem Werk einen riesigen Schritt in Sachen Entwicklung getätigt. Kritiker wird es sicherlich geben, aber die gibt es ja sowieso immer. „Supervillain Outcast“ ist sehr eigenständig, besitzt Wiedererkennungswert und ist qualitativ wirklich hochwertig. Natürlich muss man sich auf den zuerst teils merkwürdigen Stil einlassen, das sollte aber nicht zuviel verlangt sein. Zumindest, wenn man sich nicht gerade völlig auf Musik a la Hati eingeschossen hat. Aber wer die „666 International“ kennt, weiß ja auch ungefähr, was man zu erwarten hat. Entwicklungsmäßig gesehen.

Bewertung: 7.5 / 10

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