CD-Review: Enter Shikari - Take To The Skies

Besetzung

Rou – Gesang, Electronics, Lap Steel
Rory – Gitarre, Backings
Chris – Bass, Gesang
Rob – Schlagzeug

Tracklist

01. Untitled
02. Enter Shikari
03. Mothership
04. Anything Can Happen In The Next Half Hour
05. Untitled
06. Labyrinth
07. No Sssweat
08. Today Won’t Go Down In History
09. Untitled
10. Return To Energizer
11. Untitled
12. Sorry, You’re Not A Winner
13. Untitled
14. Johnny Sniper
15. Adieu
16. OK, Time For Plan B
17. Untitled


(Hardcore/Metalcore/Techno) 2007 war es ein Wort, das den Unmut Vieler auf sich zog. Wie ein Gespenst huschte es durch die Musikwelt, zeigte, dass es an der Zeit ist, Genrescheuklappen abzulegen, innovativ und mutig zu sein. Das Wort hieß Trancecore, die Erfinder dahinter ENTER SHIKARI aus England, die Reaktionen auf das Debut „Take To The Skies“ vielfältig. Wie sie auf die wahnwitzige Idee kamen, Hardcore mit Trance, Drum n‘ Bass, Metalcore und anderen, schier nichtkompatiblen Genres zu mischen, ist wohl eine andere Geschichte. Fakt ist: Es funktioniert damals wie heute. Und wie!

Wenn beim Intro die Synthies wummern, der fette Drum n‘ Bass-Part einsetzt, eine einsame Gitarre vor sich hin säuselt, diese fast andächtige Atmosphäre von einem brachialen „Shit!“ durchbrochen wird und das unheimlich eingängige „Enter Shikari“ anfängt loszubrechen, dann reißt es einen einfach vom Hocker. Es gibt massive Shouts, Gebrülle und Gekreische, klaren Gesang, Gitarrenwände und Keyboardteppiche, Spielfreude und Energie spürt man bei jedem einzelnen Ton. Auch das folgende „Mothership“ macht keine Gefangenen, schöne Melodien treffen auf einen punkigen Hardcore-Sound, charismatische doppelte Gesangsspuren auf flirrende Riffs und eingängige Textpassagen. Was ENTER SHIKARI mit ihrem Debut alleine schon bis hierhin von der Kette lassen, ist ein einziges Feuerwerk an vielfältigen Ideen und einprägsamen Momenten, an gar genreweisenden Ideen, produziert in einem warmen, angenehm rauen Soundgewand.

„Anything Can Happen In The Next Half Hour“ und das akustische „Adieu“ zeigen die gefühlvolle Seite der Band, während „Johnny Sniper“ und „Labyrinth“ straight und partytauglich nach vorne gehen. Vor allem letzterer Song kommt mit einem derart einprägsamen Synthesizer daher, welchen man so schnell nicht wieder vergessen wird. Einen höheren Gang legen vor allem das verschachtelte „OK, Time For Plan B“, das im Refrain supereingängige „Return To Energizer“ und das brachiale „No Sssweat“ ein – getoppt werden all diese, ohnehin schon an der Perfektion kratzenden Stücke vom ENTER SHIKARI-Klassiker schlechthin: „Sorry, You`re Not A Winner“. Vom ersten Ton über den Refrain mitsamt Klatsch-Part, bis hin zu den letzten Tönen ein Hochgenuss, bei dem man sich wünscht, diese Band einmal live gesehen zu haben – sehr empfehlenswert übrigens.

Das Debut der Engländer ist wegweisend und zeigt eindrucksvoll, wie sehr es sich lohnt, auch mal außerhalb ausgetretener Genrepfade zu wandeln. ENTER SHIKARI reißen musikalische Grenzen ein und begeistern auf voller Linie mit einem Feuerwerk an großartigen Melodien, abwechslungsreichen Soundeffekten, elektronischen Tönen und tollen Riffs. Pflichtkauf für alle Hardcore- und Metalcore-Jünger, Pflichtkauf für Techno- und Drum n‘ Bass-Freunde, und Pflichtkauf für… ach was soll’s: Pflichtkauf für alle!

Bewertung: 9.5 / 10

Geschrieben am

Antworten

Your email address will not be published. Required fields are marked *

You may use these HTML tags and attributes: