CD-Review: Entombed - Serpent Saints

Besetzung

L.G. Petrov – Gesang
Alex Hellid – Gitarre
Nico Elgstrand – Bass
Olle Dahlstedt – Schlagzeug

Tracklist

01. Serpent Saints
02. Masters Of Death
03. Amok
04. Thy Kingdom Koma
05. When In Sodom
06. In The Blood
07. Ministry
08. The Dead, The Dying and The Dying To Be Dead
09. Warfare, Plague, Famine, Death
10. Love Song For Lucifer


Im letzten Jahr wurde den wartenden Fans die „When In Sodom“ EP zum Fraß vorgeworfen – wobei an dieser Stelle meine Wortwahl dem Werk der schwedischen Death ’n‘ Roll Legende sicherlich nicht gerecht wird. „When In Sodom“ war als Ganzes kein Überwerk, aber ein durchaus befriedigendes Stück Musik. Geschlagene vier Jahre ist es nun her, dass ENTOMBED ein Studioalbum veröffentlicht haben und „Serpent Saints“ sollte eigentlich allen Erwartungen gerecht werden, so konnte man zumindest vor dem Release aufgrund veröffentlichter Samples hoffen.

Und ich nehme es schon an der erstbesten Möglichkeit vorweg – ja, dieses Album stellt mich absolut zufrieden und bietet das, was ich hoffte zu bekommen. Viel Eingängigkeit, viel (harten) Rock und ebenso Knüppel-Parts sind zu vernehmen. In punkto Abwechslung und Hörerlebnis muss es wohl eine Wertung nahe der maximalen geben, wenn nicht die Höchstwertung selbst.
Wenn man so wütend klingende Stellen wie den Anfang von „Serpent Saints“ mit trotzigen und fast alternativ wirkenden Passagen kombinieren kann, und selbst dann noch ordentlich Freude verbreitet, muss man als Band gewaltig viel richtig machen, was auf „Serpent Saints“ definitiv geschieht. L.G. Petrov ist es abermals, der mit seinem Gesang ein hohes Maß an Dynamik und Hörfreude verbreiten kann, so geht sein Gesangs-Spektrum von tiefen Growls bis hin zu hohem Kreischen, dies aber stets selbstbeherrscht und kontrolliert. Die musikalische Abwechslung des Albums ist enorm, als Beispiel bringe ich den einzig übrig gebliebenen Song der zuvor erschienen EP – „When In Sodom“. Headbanger’s Paradise – den Metalcamp Slogan adaptiere ich ganz einfach, denn mit nichts Anderem haben wir es an dieser Stelle zu tun. Ihr wollt brutal schnelles Geknüppel, Rock mit Death gepaart und ruhige Songs um ein wenig entspannen zu können und schöne Klänge zu lauschen? Jawohl, „Serpent Saints“ bietet all dies. Das hört sich nun nach einer Werbe-Zeile des Regional-Fernsehens an, kommt aber mit Wahrheitsgehalt daher und beschreibt die ganzen verschiedenen Stile und Richtungen die man zu hören bekommt. „In The Blood“ sei ebenfalls nur als weiteres Beispiel angeführt – in diesem Song erlebt man die ruhige Seite des Albums und kann schon beinahe in Doom Metal-Manier seine Mähne mitbewegen. Das dürfte hohe Kunst sein, solch enorme msuikalische Unterschiede so stimmig auf einen winzigen Silberling mit (in diesem Fall) nur 41 Minuten Spielzeit zu pressen. Ein gänzlich anderes Bild bietet sich einem nämlich schon einen Track später mit „Ministry“. Schnell, rotzig und völlig kompromisslos. In Sachen Death Metal ist das Gehörte sicherlich nicht als brutal einzustufen, aber für ENTOMBED genau der richtige Härtegrad um auch den Rock Anteil nicht vernachlässigen zu müssen. Genau diese Stellen der CD sollten einen faszinieren und die objektive Meinung ins Positive rücken. Die letzte Song-Beschreibung widme ich dem Outro, welches auf den wundervollen Titel „Love Song For Lucifer“ hört. Eigentlich passt das nicht so recht zu CD, aber der verschwommene Sound und die vorkommenden Samples bilden eine recht düstere Stimmung und begleiten den Hörer so sehr stilvoll an das Ende der Scheibe. Fordern mich sogar dazu auf, dem Album die zweite Runde im Player zu spendieren – es sei euch gesagt, dass sich dieser Effekt zumindest bei mir ein paar mal wiederholte!

„Serpent Saints“ kann alles, was man von einer Band dieses Kalibers erwartet und bietet alle nur erdenklichen musikalischen Einflüssen und Stile. Nein, keine Elektro Elemente oder sonstige Experimente, ENTOMBED verstehen es, verschiedene und sehr unterschiedliche Metal-Richtungen in ihr Death ’n‘ Roll Konzept zu integrieren. Wer dabei Chaos erwarten würde liegt falsch – „Serpent Saints“ zeigt lediglich, was in sonst oftmals monoton klingenden Genres möglich ist. Abstriche gibt es allerdings auch, die Produktion ist nicht ganz so druckvoll wie sie hätte sein können und ein, zwei Tracks gehen nicht das Niveau des Albums mit und scheinen so eher Lückenfüller zu sein.

Bewertung: 8 / 10

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