CD-Review: Entombed - When In Sodom (EP)

Besetzung

L. G. Petrov – Gesang
Alex Hellid – Gitarre
Nico Elgstrand – Bass
Peter Stjärnvind – Schlagzeug

Tracklist

01. When in Sodom
02. Carnage
03. Thou Shalt Kill
04. Heresy
05. Amen


Spätestens seit „Wolverine Blues“ gelten ENTOMBED als die „Death ’n‘ Roll“ Band schlechthin. Die Mixtur aus Rock und Death Metal kann Freude und Entsetzen gleichermaßen verbreiten. Entsetzen weil alteingesessene Death Metal Fans ENTOMBED sehr kritisch betrachten, eines ist aber klar: Die Fangemeinde wartete gespannt auf das neueste Werk „When In Sodom“.

Kirchglocken läuten, düstere Geräusche und ein kurzes Hörspiel leiten stimmungsvoll den ersten Track „When In Sodom“ ein. ENTOMBED in Reinkultur? Ja, das dürfte zutreffen, kontrolliert verbreiten die ersten Takte bei mir Freude, bis es zum ersten Erschrecken kommt: weiblicher Chorgesang. Als wären Engel auf die Erde niedergestiegen. Nichts für mich, das passt da vielleicht lyrisch betrachtet hin, aber musikalisch gesehen zerstört das schon ein wenig die gute Stimmung. Ansonsten, feiner Song. „Carnage“ klingt da wesentlich moderner, ist zugleich auch schneller und agiler, und durchaus finde ich die Beschreibung „das rockt“ passend. Sänger L. G. Petrov trägt seinen Anteil dazu bei, tief und druckvoll trägt er seine Zeilen vor. „Thou Shalt Kill“ bildet den heimlichen Höhepunkt der EP. Sehr energisch kommen Gesang und Gitarre zur Geltung, trotzdem ist der Track eher als langsam einzustufen, sogar völlig ruhige Stücke mit cleanen Gitarren kommen vor. Der Song bietet einfach alles, was ENTOMBED ausmacht und ist äußert facettenreich. Einfach herrlich sich das anzuhören, und mit „Heresy“ geht es gleich in die nächste Runde Nackenbelastung. Abermals kommen Frauenstimmen vor, diesmal erinnern diese stark an Mädchenstimmen, und die finde ich in an dieser Stelle durchaus passend. Vor allem aber der Schlusspart bringt dann sämtliche Energie auf den Punkt und lässt mächtig Dampf ab. Schließlich bildet „Amen“ auf erfrischende Art und Weise das Outro zur CD. Cleane Gitarren, dazu eine stilvolle Bassline und ruhiger Sprechgesang (leider druch einen Effekt geschliffen) ergeben doch recht gekonnt ein feines Stück Musik.

ENTOMBED haben meine Erwartungen erfüllt, wenn nicht sogar übertroffen. Es gibt schnelle und heftige Parts, aber auch ruhige Parts, die doch sehr eingängig sind und mich nicht nur einmal dazu bewegt haben, die Scheibe in meine Anlage zu legen. Für eine 5-Track EP sind 23 Minuten Spieldauer zudem mehr als in Ordnung und ENTOMBED klingen entgegen den Besetzungsproblemen wieder mehr als je zuvor nach „Wolverine Blues“.

Keine Wertung

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