CD-Review: Evocation - Excised And Anatomised (EP)

Besetzung

Thomas Josefsson – Gesang
Vesa Kenttäkumpu – Gitarre
Marko Palmén – Gitarre
Gustaf Jorde – Bass
Janne K. Bodén – Schlagzeug

Tracklist

01. … For Victory (Bolt Thrower Cover)
02. Corporal Jigsore Quandary (Carcass Cover)
03. You Suffer (Napalm Death Cover)
04. Enigma (Edge of Sanity Cover)
05. Terminal Spirit Disease (At The Gates Cover)


EPs sind immer eine feine Sache für die Fans, da sie die Wartezeit bis zum neuen Album verkürzen. EVOCATION machen ihren Fans nun eine solche Freude, verzichten dabei allerdings komplett auf eigenes Material – „Excised And Aatomised“ ist eine reine Cover-EP geworden.

Nun kann man das spontan für Abzocke halten, allerdings haben Dying Fetus kürzlich mit ihrer „History Repeats“-EP bewiesen, dass eine solche Cover-EP hohen Unterhaltungswert haben kann. EVOCATION haben auf „Excised And Anatomised“ einigen ihrer größten Einflüsse gehuldigt, namentlich Bolt Thrower, Carcass, Napalm Death, Edge Of Sanity und At The Gates – keine großen Überraschungen in diesem Bereich.
„… For Victory“ überrascht dann aber doch etwas, denn EVOCATION haben den Aggressionsfaktor des Songs ein ganzes Stück gesteigert. Wo die Großmeister des Death Metal ihre majestätischen Grooves und monströsen Riffs für sich sprechen lassen, haben EVOCATION durch extrem scharf abgenommenes Drumming und aggressiveren Gesang dem Track eine ganz eigene Note verliehen, die das Cover durchaus spannend macht.
„Corporal Jigsore Quandry“ und „You Suffer“ geht solch ein indvidueller Touch leider vollkommen ab, wohingegen man Ersterem zu Gute halten kann, dass man die Qualität des Originals hält und Zweites zumindest zeitlich auf die Reihe bekommt.
Mit „Enigma“ hingegen wurde wieder recht deutlich an den Sound von EVOCATION angepasst, basslastiger und deutlich breiter aufgestellt ist der Sound, die Kontraste zwischen den Parts wurden glattgeschliffen und auf cleane Vocals verzichtet man – gewöhnungsbedürftige Variante, aber konsequent umgesetzt.
Mit „Terminal Spirit Disease“ hat man sich zum Abschluss noch einen absoluten Klassiker vorgenommen, was leider nur begrenzt funktioniert. Nun mögen weniger At-The-Gates-Besessene das anders sehen, aber für mich hat man zu Beginn den Groove des Schlagzeuges vollkommen weggeprügelt und auch Thomas Gesang schafft es nicht an das Original heran – wenn er auch keinen schlechten Job abliefert. Schließlich fehlt auch die Grundstimmung des Songs, die im Original brillant war und hier leider fehlt, dafür ist der Track zu geradlinig und ohne Rücksicht auf Verluste durchgezogen.

Unterm Strich haben EVOCATION mit „Excised And Anatomised“ eine sehr unterhaltsame EP vorgelegt, die aber wohl keine Hinweise auf das nächste Album geben dürfte. Trotzdem ein wunderbarer Zeitvertreib, die zu angeregten Diskussionen unter den Fans der gecoverten Bands führen dürfte, denn EVOCATION bringen ihren Stil recht gelungen in jedes Cover ein.

Keine Wertung

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