CD-Review: Evocation - Apocalyptic

Besetzung

Thomas "Tjompe" Josefsson - Gesang
Vesa Kenttäkumpu - Gitarre
Marko Palmen - Gitarre
Martin "Tore" Toresson - Bass
Janne K. Boden - Schlagzeug

Tracklist

01. Sweet Obsession
02. We Are Unified Insane
03. Infamy
04. Parasites
05. Reunion In War
06. Psychosis Warfare
07. Murder In Passion
08. It Is All Your Fault
09. Curse On The Creature
10. Apocalyptic


EVOCATION gehören irgendwo zu den tragischen Helden Schwedens Death Metal-Geschichte: Bereits 1992 gegründet, erspielte sich das Quintett einen ordentlichen Ruf in der Szene, bevor sie sich jedoch bereits 1993 aufgrund musikalischer Differenzen auflösten. Fast 15 Jahre später erschien mit „Tales From The Tomb“ dann doch noch ein Debüt – und seit dem sprudelt der Quell der Kreativität offensichtlich unermüdlich, steht nun mit „Apocalyptic“ doch das bereits dritte Studioalbum in den Startlöchern…

Das Händchen für griffige Riffs hatten die Schweden dabei ja bereits bei den Vorgängern unter Beweis gestellt – jedoch vermögen sie diesbezüglich mit „Apocalyptic“ noch einen draufzusetzen: Charakteristisch dabei sind vor allem die eingängigen Melodien, die auf angenehme Art und Weise an Amon Amarth, abzüglich des semipeinlichen Pagan-Gehabes, erinnern. Zwar werden EVOCATION vermutlich schon allein aus diesem Grund mit ihrem Schaffen nie das selbe Maß an Bekanntheit erlangen wie ihre Landsmänner, das jedoch ist dann auch schon der einzige Nachteil.
Ansonsten beweisen die fünf Musiker aus Borås hier nämlich zugleich, dass Death Metal ruhig auch eingängige Melodien verträgt, ohne dabei gleich schwülstig zu klingen, wie auch, dass derartige Melodien auch problemlos mit einem gewissen aggressiven Grundtonus vereinbar sind, welcher bei Amon Amarth beispielsweise ja seit Jahren passe ist…
EVOCATION jetzt auf „Amon Amarth für Erwachsene“ zu reduzieren, wäre in der Sache also vielleicht nichteinmal falsch, jedoch vielleicht etwas einfach – bietet die Band auf „Apocalyptic“ doch neben der angesprochenen Komponente, auch einen nicht zu vernachlässigenden Anteil schnellen und aggressiven (Oldschool) Death Metals bester Güteklasse, mit dem man Amon Amarth ja nun doch eher länger nicht mehr in Verbindung bringt. Gerade Tjompes harscher Gesang trägt hier einiges dazu bei, dass „Apocalyptic“ trotz der relativ melodischen Melodie- und Riffführung nie ins kitschige abdriftet oder überladen wirkt.

Mit „Apocalyptic“ haben EVOCATION ganz klar ihr bisheriges Meisterwerk abgeliefert: Eingängiger und Eigenständiger noch als der Vorgänger hangelt sich das Werk von Hit zu Hit durch die 40minütige Spielzeit. Totalausfälle fehlanzeige, allerhöchstens mal eine Verschnaufpause im Spannungsbogen, aber die muss man wohl jedem Album einräumen, das man nicht im selben Atemzug für die „Album des Jahrhunderts“-Wahl nominiert.
Ein starkes Werk, das man wohl jedem, der sich irgendwo zwischen Melodic und Oldschool-Death Metal zu Hause fühlt, ans Herz legen kann… und das hoffentlich in Bälde auch live promotet wird.

Anspieltipps: „Sweet Obsession“ und „Parasites“

Bewertung: 8.5 / 10

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