CD-Review: Evocation - Illusions Of Grandeur

Besetzung

Thomas "Tjompe" Josefsson – Gesang, Bass
Vesa Kenttäkumpu – Gitarre
Marko Palmen – Gitarre
Janne Kenttäkumpu Bodén – Schlagzeug, Gesang

Tracklist

01. Illusions Of Grandeur
02. Well Of Despair
03. Divide And Conquer
04. Perception Of Reality
05. Metus Odium
06. I’ll Be Your Suicide
07. Crimson Skies
08. Into Submission
09. The Seven Faces Of God
10. Final Disclosure


Mit „Apocalyptic“ legten die Schweden von EVOCATION erst 2010 ihr bis dato wohl stärkstes Album vor, welches den der Band eigenen Stil zwischen Old School und Melodic Death Metal nahezu in perfektionierter Form zu bieten hatte. Mit „Illusions Of Grandeur“ folgt nun, nur knapp zwei Jahre später, bereits der nächste Output der Truppe.

Bereits mit dem Opener und Titeltrack „Illusions Of Grandeur“ legt man hier die Karten auf den Tisch: Im Norden nichts Neues. So schließt der Song stilistisch nahtlos an das Material des Vorgängeralbums an – und zementiert seine Position als „Amon Amarth für Leute ohne Viking-Faible“… könnte der Track doch mit dem feinen Unterschied, dass hier keine Wikingerschlachten besungen werden, quasi unverändert auch auf einem Release der schwedischen Viking-Metaller zu finden sein.
Zwar ist diese Charaktereigenschaft des EVOCATIONschen Schaffens nicht in jedem Song gleich stark ausgeprägt, findet sich jedoch zumindest in einzelnen Aspekten dieses Mal in jedem der zehn Stücke – nicht zuletzt aufgrund der stets leicht pathetischen Melodieführung und Thomas „Tjompe“ Josefssons Gesang, welcher dem von Johan Hegg doch sehr nahe kommt. Schlecht ist das nicht unbedingt, wissen Tracks wie die Stampfer „Divide And Conquer“ und „Metus Odium“, aber auch die schnelleren Nummern wie „Into Submission“ auf den ersten Hördurchgang durchaus zu gefallen.
Das Problem liegt eher in den schnell auszumachenden Verschleißerscheinungen: Aufgrund der geringeren Diversität des Materials im Vergleich zum Vorgänger wird einem von den stets an der Grenze zum Kitsch kratzenden Melodieführungen bereits während des ersten Durchlaufs zumindest ein wenig mulmig im Magen… an einen weiteren Durchlauf im Anschluss will ich eigentlich nicht einmal denken, und putze mir erst einmal die Ohren mit einer schnörkellosen Portion Grave.

Für sich genommen sind die Songs auf „Illusions Of Grandeur“ allesamt stark – und auch als Album wissen sie zu überzeugen… wenn, ja wenn man auf pathetische, hymnenhafte Gitarrenarbeit, wie man sie eben in Perfektion auch bei Amon Amarth zu hören bekommt, steht. Für alle, die Amon Amarth verehren oder die Musik von Amon Amarth zu schätzen wissen, sich jedoch von dem Wikinger-Gehabe abgestoßen fühlen, liefern EVOCATION hier das wohl nahezu perfekte Album ab, das unter diesen Gesichtspunkten vielleicht auch einen halben oder ganzen Punkt mehr verdient hätte. Allen jedoch, die gehofft hatten, dass die Schweden dieses Mal vielleicht etwas eigenständiger zu Werke gehen, und die die Vielfältigkeit von „Apocalyptic“ zu schätzen wussten, dürfte es dieses Mal wohl eine Prise zu viel des Guten sein: Sicherlich kein Fehlgriff, aber aufgrund der mangelnden Eigenständigkeit und Vielseitigkeit auch nicht das Über-Album, das man EVOCATION nach dem starken Vorgänger definitiv zugetraut hätte.

Bewertung: 7.5 / 10

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