CD-Review: Evocation - The Shadow Archetype

Besetzung

Thomas Josefsson – Gesang
Marko Palmén – Gitarre
Simon Exner – Gitarre
Gustaf Jorde – Bass
Fredrik Andersson – Schlagzeug

Tracklist

01. Into Ruins
02. Condemned To The Grave
03. Modus Operandi
04. Children Of Stone
05. The Coroner
06. The Shadow Archetype
07. Blind Obedience
08. Survival Of The Sickest
09. Sulphur And Blood
10. Imperium Fall
11. Dark Day Sunrise


Obwohl EVOCATION bereits seit 1991 in der Szene unterwegs sind, haftet den Schweden auch heute noch ein gewisser Newcomer-Touch an – wohl nicht zuletzt, weil die Band nach nur drei Jahren und zwei Demos für stolze elf Jahre Pause machte, ehe es 2005 (in gleicher Besetzung) so richtig los ging. Nach „Illusions Of Grandeur“ (2012), dem letzten aus eine Reihe von beeindruckenden vier Alben in nur fünf Jahren, war es wieder ruhig geworden um EVOCATION: Lediglich eine Cover-EP zeugte in der nächsten halben Dekade von der Aktivität der Band.

Nun scheinen EVOCATION genug Kraft getankt zu haben: In knackigen 37 Minuten feuern EVOCATION unter dem Titel „The Shadow Archetype“ elf neue Songs auf ihre Hörer ab. Wie diese so ungefähr klingen, lässt sich trotz personellen Wechsels an der Gitarre und Session-Drummer Per Möller Jensen (ehemals The Haunted) durchaus erraten … gehören die Schweden doch nicht unbedingt zu den Bands, die sich von Album zu Album neu erfinden. Wer den Vorgänger, vor allem aber das Vorzeige-Album der Truppe – „Apocalyptic“ – kennt, weiß im Großen und Ganzen Bescheid.

Auch auf „The Shadow Archetype“, das den Fan mit einem gelungenen düsteren Artwork begrüßt, geht es vornehmlich um eingängige Melodien und stampfenden Rhythmus, der direkt die Nackenmuskulatur stimuliert: Gerade live dürften auch die neuen Songs für einen ordentlichen Muskelkater vom Headbangen gut sein. Die oft gezogene Parallele zu Amon Amarth ohne ihre Wikinger-Romantik, gepaart mit einer melodischen Version von Kataklysm, lässt sich also auch 2017 ohne Bedenken ziehen.

Dass EVOCATION dabei wieder etwas düsterer zu Werke gehen als auf dem vielleicht etwas übertrieben pathetischen Vorgänger, steht den Schweden durchaus gut zu Gesicht. Auch groovt „The Shadow Archetype“ wieder deutlich mehr – an das dahingehend bislang unerreichte „Apocalyptic“ reicht jedoch auch dieser neue Anlauf nur stellenweise heran. Herausragend ist diesmal dafür der Sound: Kräftiger, voller und schneidiger hat man die Musik der Schweden noch nicht zu hören bekommen. Und mit der durchweg gelungenen Akustik-Ballade „Blind Obedience“ haben EVOCATION dann tatsächlich noch ein Ass im Ärmel, bevor der EVOCATION-Vorzeige-Song „Survival Of The Sickest“ alle bekannten Tugenden der Band auf einen Nenner bringt.

EVOCATION haben ihren Sound gefunden, und das nicht erst seit den letzten Alben, sondern eigentlich schon bei ihrer Reaktivierung und auf dem darauffolgenden Debüt-Album „Tales From The Tomb“. Dass auch „The Shadow Archetype“ dementsprechend keine großen Überraschungen zu bieten hat, dürfte keinen Fan wirklich überraschen. Da das Album trotzdem abwechslungsreicher ausfällt als der Vorgänger, kann man „The Shadow Archetype“ allen Fans der Band guten Gewissens ans Herz legen. Und auch alle Amon-Amarth-Hörer können hier gefahrlos ein Ohr riskieren: Spannender als deren „Jomsviking“ ist „The Shadow Archetype“ allemal!

Bewertung: 8 / 10

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